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Kampf gegen Doping Ein Eid für die „Prinzipien des Sports“

12.10.2006 ·  Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hat ihre Richtlinien im Kampf gegen Doping drastisch verschärft. Mit einem Eid sollen die Athleten an die Prinzipien „Leistung, Fairplay und Miteinander“ gebunden werden. „Es ist ein Versprechen an den Sport“, sagte Geschäftsführer Illgner.

Von Bernhard Böth, Frankfurt
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„Ich werde niemals versuchen, Erfolg durch Täuschung oder Betrug zu erzielen.“ So lautet ein Text-Baustein des neuen Eides, den ab diesem Donnerstag alle Sportlerinnen und Sportler leisten müssen, die von der Deutschen Sporthilfe unterstützt werden. Die Stiftung, die sich die materielle und ideelle Förderung des Sports auf die Fahnen geschrieben hat, will mit dem neuen Sporthilfe-Eid im Kampf gegen Doping und Manipulation ein Zeichen setzen.

„Wir sehen diesen Eid als ein Versprechen an den Sport im Allgemeinen und an unsere Einrichtung“, sagte Michael Illgner, Vorsitzender der Sporthilfe-Geschäftsführung. Die unterstützten Athleten sind von nun an verpflichtet, die „Prinzipien des Sports“ - von der Sporthilfe als „Leistung, Fairplay und Miteinander“ definiert - zu verteidigen, zudem „niemals zu dopen“, sowie gegen jede Art der Leistungsmanipulation aufzustehen.

Sporthilfe kann Gelder zurückfordern

„In Anlehnung an den Olympischen Eid, den Kampfrichter-Eid oder auch an Prinzipien moderner Unternehmenskommunikation haben wir diesen neuen Weg erarbeitet“, sagte Illgner. Ab sofort sei der Eid Bestandteil der Fördervereinbarung. Die Sporthilfe hat seit der Gründung im Jahre 1967 fast 40.000 Sportlerinnen und Sportler mit rund 350 Millionen Euro unterstützt. „Bei Dopingverstößen haben wir durch den Eid das Recht, die Förderung der letzten zwei Jahre einzufordern“, erläuterte Illgner. Bislang setzte die Stiftung lediglich die finanzielle Förderung aus, Rückzahlungsforderungen waren nicht möglich.

Der Sporthilfe-Eid wird nicht nur vom Sportler, sondern auch von einem persönlichen Bürgen, wie etwa dem Trainer oder einem Familienmitglied, unterschrieben. Es handele sich damit um eine zivilrechtliche Vereinbarung. „Wir dokumentieren das Versprechen in Form einer Urkunde und werden die Athleten immer wieder an ihre Verpflichtung erinnern“, sagte Illgner.

Doping als „Mörder der Sportler“

Die Sporthilfe startet zudem noch in diesem Jahr eine Werbekampagne. „Erstmals in unserer 40jährigen Geschichte gehen wir mit einer Anzeigenkampagne in die Öffentlichkeit“, sagte Vorstandsvorsitzende Hans Wilhelm Gäb. „Wir wollen unsere Stiftung mit Inhalten füllen, unseren Bekanntheitsgrad erhöhen und neue Partner aus der Wirtschaft gewinnen.“ Verschiedene Spitzensportler, darunter Dirk Nowitzki, Franziska van Almsick, Anni Friesinger und Timo Boll, sind auf insgesamt zwölf Anzeigenmotiven zu sehen. Auch Fernsehspots sind in Planung.

„Die Prominenten zeigen durch ihr Verhalten, daß sie mit dem neuen Sporthilfe-Motto 'Leistung. Fairplay. Miteinander.' verbunden sind“, erläuterte Gäb. Das Thema Doping wird auf einem Motiv auf dramatische Weise thematisiert und als „Mörder der Sportler und der sportlichen Idee“ verurteilt. Zu sehen ist der britische Radrennfahrer Tom Simpson, der 1967 im Alter von 29 Jahren nach der Einnahme von Dopingmitteln starb.

„Der Sport ist nicht verseucht“

„Die zahlreichen Dopingfälle in den letzten Monaten gaben ja den Eindruck, daß der gesamte Sport verseucht sei“, sagte Gäb. „Das ist natürlich falsch.“ Die Sporthilfe wolle durch die neue Kampagne und vor allem durch den neuen Eid einen „sehr hohen moralischen Druck“ auf die derzeit geförderten 3.800 Sportlerinnen und Sportler in 44 Verbänden ausüben. „Wir treten für einen sauberen Sport ein und wollen verdeutlichen, daß die Werte und Prinzipien nicht nur von den Funktionären, sondern auch von den Athleten selbst vertreten werden“, sagte Gäb. „Wir müssen gegen diese Minorität im Sport vorgehen.“

Auszüge aus dem Sporthilfe-Eid

„Ich bin mir bewußt, daß ich nur ein positives Vorbild für andere sein kann, wenn ich Leistung mit Haltung verbinde.“

„Ich werde niemals dopen und in meinem Umfeld gegen jede Art des Dopings und der Leistungsmanipulation Stellung beziehen.“

„Ich will versuchen, schon während meiner aktiven Zeit als Sportler bei der Förderung junger Talente mitzuhelfen und meine Erfahrungen an sie weiterzugeben.“

„Insbesondere akzeptiere ich das Recht der Stiftung Deutsche Sporthilfe, sämtliche Zahlungen an mich zurückzufordern, wenn ich durch Doping manipuliere. Die Rückzahlungspflicht erstreckt sich dann auf die letzten zwei Jahre der Förderung.“

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