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Judo-Weltcup Gewicht erreicht, Halbfinale verpasst

 ·  Die 80,9-Kilo-Prognose erfüllt er aufs Gramm, sein Magen hält, aber die lädierte Schulter knackt gelegentlich. Judo-Olympiasieger Ole Bischof verpasst beim Grand-Prix in Düsseldorf den erhofften Halbfinal-Einzug gegen den späteren Turniersieger Stevens und belegt Platz fünf.

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Es war die Schulter, nicht der Hunger: Judo-Olympiasieger Ole Bischof, den FAZ.NET in den vergangenen Tagen bei seiner Vorbereitung auf den Grand-Prix in Düsseldorf begleitete, hat den erhofften Halbfinal-Einzug bei seinem Heimturnier verpasst. Nach zwei Siegen gegen Valeriu Duminica aus Moldawien und den Kasachen Islam Bozbayev verlor Bischof den Viertelfinalkampf gegen den Amerikaner Travis Stevens durch eine kleine Wertung. Bischof beendete das Turnier damit ebenso als Fünfter wie der Berliner Sven Maresch, der im Viertelfinale dem Russen Murat Khabaschirow unterlag.

„Ich hatte gute Kämpfe, ich bin nicht unzufrieden“ sagte Bischof, der nach dem neunten Platz beim Grand-Slam in Paris Anfang des Monats nun eine Runde weiter gekommen ist. „Es geht aufwärts“. Ganz zufrieden konnte er aber auch nicht sein, schließlich hatte er sich den Einzug ins Halbfinale zum Ziel gesetzt. „Wir haben hart gerungen um die Medaille“, bilanzierte er seinen vergeblichen Kampf gegen den späteren Turniersieger Stevens. Nachdem er seinem Widersacher eine Strafe wegen Passivität aufgedrängt hatte, lag Bischof gegen den amerikanischen Meister schon in Führung. Doch zum Sieg nutzte er die optische Überlegenheit nicht. „Ich bin in einen Juko gefallen, und konnte diesen Rückstand nicht mehr aufholen.“

Zwischen den Kämpfen zum Chiropraktiker

Dass in Sven Maresch nun ein zweiter Deutscher im Mittelgewicht in Bischofs Leistungsniveau angekommen ist, nimmt der Olympiasieger von 2008 sportlich: „Es ist gut, wenn Konkurrenz da ist. Das spornt mich an.“ Nur ein Vertreter jeder Nation, sofern der Platz in der Weltrangliste ihn dazu berechtigt, kann bei den Olympischen Spielen 2012 pro Gewichtsklasse antreten. „Zu Olympia soll der Beste fahren“, sagt Bischof - der alles daran setzen wird, dass er derjenige sein wird, auch wenn er sein Spitzenniveau noch nicht wieder ganz erreicht hat.

Eine Schulterverletzung aus dem Mai des vergangenen Jahres macht dem 31-Jährigen noch immer zu schaffen. Bischof hatte sie sich im Trainingslager in Japan ausgekugelt, danach aber nicht operieren lassen, sondern mit Hilfe von Kraftaufbautraining versucht, die nötige Stabilität wieder herzustellen. „Das ist aber noch nicht hundertprozentig gelungen“, räumt er ein. Auch am Sonntag in Düsseldorf musste Bischof zwischen den Kämpfen zum Chiropraktiker, weil es beim Kampf doch immer wieder „ziemlich gerumpelt hatte im Gelenk.“ Als Ausrede für seine Niederlage wollte er das Handicap aber nicht gelten lassen. Und auch seine traditionelle „Judo-Diät“ vor dem Wettkampf habe ihm keine Probleme bereitet: „Mein Magen hat gut mit gemacht.“ Wie vorausberechnet hatte der im Alltag rund 86 Kilogramm schwere Modellathlet am frühen Morgen exakt 80,9 Kilo auf die Waage gebracht.

Freude auf das Rumpsteak

Trotz seines Vergleichsweisen frühen Ausscheidens war Bischof beim Publikum der gefragte Mann, dank seines Olympiasiegs hält der Run auf Autogramme noch immer an. Doch auch Bischof zeigte sich als Fan, freute sich über die guten Resultate seiner Nationalmannschaftskollegen: Der große Coup gelang dem Mönchengladbacher Andreas Tölzer, der im Finale der Schwergewichtsklasse über 100 Kilogramm den Olympiasieger von 2004 und Weltmeister von 2005, Keiji Suzuki aus Japan, nach 1:41 Minuten mit Ippon bezwang. Heide Wollert (bis 78kg) wurde ebenso Zweite wie Iljana Marzok (bis 70kg) und Dimitri Peters (bis 100kg). Robert Zimmermann war Tölzer im Halbfinale unterlegen und belegte Platz drei.

Nach dem Wettkampf-Wochenende vor insgesamt 6000 Zuschauern in der Philipshalle, bei dem der in Köln lebende Ole Bischof das gut mitgehende Publikum ausdrücklich lobte, bleibt er nun noch eine Woche in Düsseldorf, da sich ein internationales Trainingslager an den Grand Prix anschließt. Anfang März wird der international gut vernetzte Sportsmann dann für zwei Wochen nach Japan fliegen, ehe vom 21. bis 23. April mit der EM in Istanbul der nächste Saisonhöhepunkt ansteht. Auch dann wird Bischof natürlich wieder „Gewicht machen.“ Am Abend in Düsseldorf freute er sich aber erst mal über das versprochene Rumpsteak.

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Jahrgang 1969, Sportredakteur.

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