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J. P. Morgan-Lauf Stehenbleiben verboten

18.06.2009 ·  Einmal den Chef anfeuern - beim J. P. Morgan-Lauf am Mittwochabend in Frankfurt schien die Abendsonne für 69.000 Firmenläufer. Dabei zu sein zählte mehr als Schnelligkeit, und nach der „Corporate Challenge“ ging die Party für Läufer und Zuschauer erst richtig los.

Von Gabriel Neumann
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Zuschauen und Winken kann auch Freude machen. „Da kommt der Herr Klinkert!“, ruft eine der drei jungen Frauen, die an der Einmündung zur Taunusanlage stehen. Sie tragen dieselben hellgrünen T-Shirts wie der Mann, der auf der anderen Straßenseite zur Getränkestation läuft. Es ist warm am Abend des 17. „J.P. Morgan Corporate Challenge“, und schnell bilden sich Pfützen vor den langen Tischen, an denen Helfer immer neu einschenken. Der Mann im grünen Trikot hört die Anfeuerungsrufe seiner Kolleginnen nicht, aber die lassen sich die Laune nicht verderben. Sie seien ein kleines Team mit acht Läufern, erzählen sie, später werde im Hof der Anwaltskanzlei, für die sie arbeiteten, weitergefeiert.

Als Erstes sind gestern die Läufer der Deutschen Sporthilfe auf die Strecke gegangen. Vom Startgeld in Höhe von 20 Euro kommen 1,50 Euro der Förderung des Behindertensports zugute, der Veranstalter gibt noch einmal die gleiche Summe hinzu. Den Scheck über 207.126 Euro hat Karl-Georg Altenburg, verantwortlich bei J.P. Morgan für Deutschland, Schweiz und Österreich, gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten Roland Koch und Frankfurts Sportdezernent Markus Frank vor dem Rennen überreicht.

Gelegenheit für ein Gruppenfoto

In den Startblöcken in der Hochstraße und der Börsenstraße haben die Organisatoren Schilder mit Richtzeiten aufgestellt, damit das Gedränge unter den mehr als 69.000 Läufern nicht allzu groß wird. Jeder stellt sich so auf, wie es seinen läuferischen Fähigkeiten entspricht, nur die besten 500 Läufer dürfen ganz nach vorne. Eng wird es aber schon vorher, als die Läufer zu ihren Startpositionen gehen. In der Grünanlage zwischen Alter Oper und Eschenheimer Tor kommen die Teilnehmern nur im Schrittempo voran. Viele Bürogemeinschaften nutzen die Gelegenheit für ein Gruppenfoto. Nicht immer nur mit den eigenen Kollegen: Als das Team von Magna am Zelt der Opelaner vorübergeht, stellen sich die roten Trikotträger neben die in Gelb gekleideten, etwas überraschten Rüsselsheimer.

Das größte Team stellt die Commerzbank, die nach der Übernahme der Dresdner Bank aus zwei Mannschaften eine macht und damit für einen weiteren Rekord sorgt: Zum ersten Mal bringt ein Unternehmen mehr als 2000 Läufer an den Start. Lufthansa und Deutsche Bank sind mit jeweils knapp 1280 Teilnehmern vertreten. Etwa 70.000 Zuschauer, so der Veranstalter, säumen die Strecke. Und nicht nur für Autofahrer ist kein Durchkommen mehr. „Wie komme ich denn jetzt nach Bockenheim?“, fragt eine Radfahrerin einen Polizisten am Opernplatz. Das die Strecke erst freigegeben wird, wenn die letzten Läufer durch sind, nimmt sie mit Humor. „Schön, dass wieder mal etwas in Frankfurt los ist“, sagt sie und geht zum Würstchenstand.

Tausende wollen ans Ziel

Von Opernplatz aus führt die Strecke durch die Eschersheimer Landstraße und die Bremer Straße zurück zur Alten Oper. Über Taunusanlage, Mainzer Landstraße und Friedrich-Ebert-Anlage erreicht das Feld, nun deutlich träger, das Ziel in der Senckenberganlage. Doch stehenbleiben ist nicht erlaubt: „Weiterlaufen, weiterlaufen!“, rufen die Helfer. Tausende wollen schließlich auch noch ins Ziel.

Dieses erreichte der schnellste Mann nach 15:59 Minuten, die beste Frau schaffe es in 19:10 Minuten. Für das schönste Frimentrikot wurde die Mannschaft des Frankfurter Goethehauses geehrt.

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