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Interview mit Dirk Nowitzki „Länger als bis Peking geht's nicht“

04.09.2006 ·  Er ist der unumstrittene Star im deutschen Basketball-Nationalteam. Dirk Nowitzki spricht im Interview über das Abschneiden bei der WM und seine Zukunftspläne. „Das Viertelfinale war unser Minimalziel, aber wir wollten eine Medaille“, sagt der Würzburger.

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Er ist der unumstrittene Star im deutschen Basketball-Nationalteam. Dirk Nowitzki spricht im Interview über das Abschneiden bei der WM und seine Zukunftspläne. „Das Viertelfinale war unser Minimalziel, aber wir wollten eine Medaille“, sagt der Würzburger.

Deutschland verabschiedet sich mit drei Niederlagen von der WM. Sind Sie zufrieden?

Wir gehören immerhin zu den Top acht. Und wenn wir gegen Frankreich (im Plazierungsspiel) nicht dumm verloren hätten, dann hätten wir auch die Türken geschlagen und wären Fünfter geworden. Die Niederlage gegen Frankreich (73:75) hat uns das Genick gebrochen. Gegen Litauen (62:77) haben wir zum Schluß gegen die Zone nichts mehr erreicht. Das Viertelfinale war unser Minimalziel. Das haben wir erreicht. Allerdings wollten wir eine Medaille.

War das nicht unrealistisch?

Wir mußten schon feststellen, daß wir gegen die besten vier Teams (Griechenland, Spanien, die Vereinigten Staaten und Argentinien) keine Chance gehabt hätten. Gegen die Amerikaner reichte es ja nur für eine Halbzeit. Wir haben uns hier nicht so präsentiert wie im vergangenen Jahr (EM-Zweiter in Serbien und Montenegro).

Wie hätten Sie und das Team sich präsentieren müssen?

Auf so einem hohen Level muß man 40 Minuten durchhalten. Gute Mannschaften nutzen es sofort aus, wenn man ein paar schwächere Minuten hat.

Sie selbst waren auch nicht so konstant wie bei der Europameisterschaft 2005.

Ich weiß schon, daß ich auf dem allerhöchsten Level spielen muß, damit wir eine Chance haben. Es war schon o.k., aber sicherlich nicht so konstant.

Woran lag das?

Es ging doch alles Schlag auf Schlag in diesem Jahr. Ich hatte nicht die übliche Vorbereitungszeit.

Lag es auch daran, daß Sie hier in Tokio kein individuelles Wurftraining machen konnten?

Das hätte ich schon ganz gerne gemacht, zumindest hier in der letzten Woche. Aber das soll keine Entschuldigung sein. Ganz bestimmt nicht.

Das Spiel gegen Litauen war Ihr 120. seit dem vergangenen November. Fühlten Sie sich fit bei der WM?

Zu Beginn der Vorbereitung wollte der Kopf mehr, als der Körper konnte. Aber als es anfing, Spaß zu machen, ging es. Ich fühlte mich gut.

Sechs der acht Viertelfinalteilnehmer kamen aus Europa, zwei brachten es ins Finale. Das zeigt schon, wie schwer es 2007 werden wird, die erste Olympiaqualifikation zu schaffen. Deutschland müßte ins Finale der EM in Spanien kommen. Wie soll das gehen?

Wir müssen uns weiterentwickeln. Jeder muß sich an seine eigene Nase fassen.

Wie lange wollen Sie diese Strapazen auf sich nehmen?

Mein Ziel sind die Olympischen Spiele in Peking (2008). Das kann viel Stress bedeuten. Aber das ist ja absehbar. Länger als Peking geht's ja wohl nicht.

Sie hören nach 2008 auf, in der Nationalmannschaft zu spielen?

Man soll nie nie sagen. Das hängt wohl auch von meiner Gesundheit ab. Und wieviel Spaß es macht. Beide Seiten müssen jedenfalls etwas davon haben.

Was halten Sie vom Auftritt der amerikanischen Nationalmannschaft, Ihren NBA-Kollegen, die Gold abholen wollten und mit Bronze nach Hause geschickt wurden?

Das hat mich nicht überrascht. Die Spiele zeigten, daß sie anfällig sind. Die Griechen (101:95 im Halbfinale) haben sehr abgezockt gespielt. Aber der Knackpunkt war sicherlich die Verletzung von Kobe Bryant (Los Angeles Lakers). Seine Präsenz auf dem Feld ist sehr wichtig für das Team. Ich halte ihn für den besten Spieler der Welt.

Werden Sie jetzt erst mal Urlaub machen?

Ich weiß es noch nicht. Vielleicht ein paar Tage Strand. Ende September geht es dann rüber nach Dallas und dann ins Trainingscamp (zur Vorbereitung auf die NBA-Saison mit den Mavericks).

Aufgezeichnet von Anno Hecker.

Quelle: F.A.Z., 04.09.2006, Nr. 205 / Seite 27
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