22.11.2006 · Im Interview mit der F.A.Z. äußert sich der Manager von Nils Schumann zu den Dopingvorwürfen gegen seinen Schützling. Frank Thaleiser zeigt sich überrascht von den Vorwürfen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und muß sich erst mal „schlau machen“.
Im Interview mit der F.A.Z. äußert sich der Manager von Nils Schumann zu den Dopingvorwürfen gegen seinen Schützling. Frank Thaleiser zeigt sich überrascht von den Vorwürfen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.
Was sagen Sie zum Dopingverfahren, das der Deutsche Leichtathletik-Verband gegen Ihren Geschäftspartner Nils Schumann einleiten wird?
Nichts. Ich kann doch nicht auf etwas reagieren, das ich nicht kenne. Das müssen wir uns alles erst mal in Ruhe ansehen. Und dazu haben wir ja sieben Werktage Zeit. Ich habe auch Nils gesagt, er solle sich nicht äußern. Nicht bis zum nächsten Dienstag.
Aber um die Vorwürfe kennenzulernen, mit denen sich Nils Schumann konfrontiert sieht, brauchen Sie doch nicht bis zum Dienstag.
Da schwirrt ja schon seit Ewigkeiten so einiges an Spekulationen herum, und im Moment ist in der Presse wieder eine gewisse Geilheit zu spüren, irgend jemandem etwas anzuhängen.
Hängt es nicht schon länger an Schumann, daß er sich vom dopingverdächtigen spanischen Mediziner Miguel Angel Peraita behandeln ließ - auf Vermittlung seines früheren Managers Jos Hermens?
Ich weiß nicht, was sein früherer Manager gemacht hat. Die Zusammenarbeit von Nils und mir hat erst Mitte 2004 begonnen.
Also keine Ahnung von den Verbindungen zu Peraita?
Ich halte das nicht für ein Netzwerk, von dem jetzt gesprochen wird. Ich glaube, da werden Dinge zusammengeworfen, die nicht zusammengehören. Ich weiß nur, daß seine damalige Freundin Amewu Mensah bei Peraita war, aber daß Nils ein Patient dieses Arztes gewesen sein soll, davon steht nichts in den Akten.
In welchen Akten?
Die im Springstein-Prozeß auf den Tisch gekommen sind.
Also wissen Sie schon, worum es geht?
Es handelt sich hier doch nur um einen möglichen Anfangsverdacht gegen Nils aufgrund der Aktenlage im Fall Springstein . . .
. . . mit dem Schumann ja ebenfalls auf Vermittlung von Hermens auch mal zusammengearbeitet hat.
Ja, vom Dezember 2003 bis zum Oktober 2004. Er ist in dieser Zeit kein einziges Rennen gelaufen, weil er verletzt war. Seine letzten Wettkämpfe waren die Starts 2002 bei den Europameisterschaften und 2003 bei den deutschen Hallenmeisterschaften. Ob er zu dieser Zeit bei Peraita in Behandlung war, das weiß ich nicht. Da muß ich mich erst mal schlau machen.
Sie wissen aber, daß man Dopingmittel nicht nur zu Wettkampfzeiten, sondern vor allem auch zum Aufbau von Kraft und Ausdauer nach längeren Verletzungen einsetzen kann? Zum Beispiel vor Comebacks, auf die sich ja auch Grit Breuer einige Male vorbereiten mußte?
Ja, schon. Aber das heißt doch nicht, daß Nils es gemacht hat.
Also keine Anhaltspunkte, daß Ihr Schützling sich vielleicht doch verbotener Mittel bedient haben könnte?
Ich kann es mir nicht vorstellen. Im übrigen will ich nicht länger spekulieren. Ich will, wie ein deutscher Chefredakteur es immer fordert: Fakten, Fakten, Fakten.
Die Fragen stellte Hans-Joachim Waldbröl.