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Im Gespräch: US-Trainer Sermanni „Mir gefiel die kleine Blonde mit der 25“

Die amerikanische Nationalelf gilt als die beste der Welt im Frauenfußball. Seit Januar ist Tom Sermanni Trainer des Teams. Vor dem Testspiel gegen Deutschland in Offenbach (18.15 Uhr) spricht der Schotte über sein Team und die besten Deutschen.

© REUTERS Vergrößern Der neue amerikanische Frauenfußball-Nationaltrainer: „Man kann im Fußball nicht einen Schalter umlegen und spielen wie Barcelona“

Am Freitagabend (18.15 Uhr, live im ZDF) kommt es auf dem Bieberer Berg in Offenbach zum Gipfeltreffen im Frauenfußball. Das deutsche Nationalteam spielt gegen die Auswahl der Vereinigten Staaten. Die amerikanischen Olympiasiegerinnen gelten derzeit als bestes Team der Welt, die Deutschen als ihre stärksten Herausforderinnen. Dem Team von Bundestrainerin Silvia Neid haftet indes der Makel an, seit 2003 in zehn Vergleichen keine Partie mehr nach regulärer Spielzeit gewonnen zu haben. Damals siegte die DFB-Auswahl im WM-Halbfinale ausgerechnet in den Staaten.

Eine ähnliche Glanzleistung wie 2003 ist auch im Testspiel in Offenbach nötig, um endlich wieder einmal gegen die Amerikanerinnen zu gewinnen und die Gesamtbilanz von derzeit vier Siegen, sieben Unentschieden und 20 Niederlagen etwas aufzuhübschen. Vor einem Monat erst waren sich die Teams im Finale des Algarve-Cup begegnet. Die Amerikanerinnen gewannen bei ihrem ersten Auftritt unter der Führung des neuen, aus Schottland stammenden Nationaltrainers Tom Sermanni verdient 2:0 und fügten dem Neid-Team damit die erste Niederlage nach 22 Spielen seit dem WM-Aus von 2011 zu.

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Der Schotte Sermanni, der sich in den vergangenen acht Jahren als Nationaltrainer der australischen Elf international einen Namen gemacht hat, spricht vor dem Spiel im Interview über sein neues Team, die deutschen Stärken und die Entwicklung des Frauenfußballs.

Sie haben zu Jahresbeginn die beste Frauenfußball-Nationalelf der Welt übernommen. Ist das also ist ein einfacher Trainerjob?

Normalerweise kommt man an so einen Job, wenn ein Trainer entlassen wird wegen Erfolgslosigkeit des Teams. In diesem Fall war es genau das Gegenteil. Ich habe ein Team übernommen, das ungewöhnlich erfolgreich war. Es geht also für mich nicht darum, alles ändern zu müssen. Ich muss vielmehr versuchen, das, was bislang gut war, mit einigen Ideen noch etwas besser zu machen. Das amerikanische Team ist schon immer das physisch und mental stärkste der Welt. Spielerisch können wir aber noch besser werden, weil wir bislang nicht das ganze Potential von einigen ganz herausragenden Spielerinnen nutzen.

Ihre Vorgängerin Pia Sundhage hat auch immer davon gesprochen, dass man lange und kontinuierlich daran arbeiten muss, den amerikanischen Fußball spielerisch besser zu machen, weil die europäische Fußballkultur fehlt. Stimmen Sie als Schotte damit überein und kommen Sie deshalb mit Ihrem Team nun nach Europa?

Ja. Pia hat absolut recht. Man kann im Fußball nicht einen Schalter umlegen und seinem Team sagen, es soll jetzt spielen wie Barcelona. Man muss als Trainer die Balance finden, in der ein Team Neues lernt, ohne die vorhandenen Qualitäten zu verlieren. Aber zugleich bin ich sicher, dass die amerikanische Nationalelf nur dann ihre führende Position in der Welt verteidigen kann, wenn sie sich weiterentwickelt. Mentale und physische Robustheit reichen bei der nächsten WM 2015 definitiv nicht mehr für einen Sieg.

Alexandra Morgan © dpa Vergrößern Physisch stark: Die Amerikanerinnen wie Ali Krieger, Christie Rampone und Alex Morgan (v.l.)

Derzeit stehen ungewöhnlich viele Spielerinnen im Kader, die in Europa spielen, obwohl in Amerika gerade eine neue Profiliga gegründet wurde. Fördern Sie die „Fortbildung“ in den klassischen Fußballländern?

Wir haben jetzt die günstige Situation, dass wir noch viel Zeit haben bis zu unserem nächsten Großereignis 2015. Je näher wir an die WM kommen, umso mehr werde ich Wert drauf legen, die Spielerinnen in Amerika zu haben. Aber jetzt profitieren sie sehr von dem, was sie in Europa an anderer Fußballkultur lernen können, auch dadurch, dass sie menschlich vorankommen durch die Gewöhnung an eine andere Kultur. Das bringt uns sicher weiter.

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