Home
http://www.faz.net/-gub-6kckm
Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Im Gespräch: Hockey-Star Christopher Zeller „Wir können ganz oben mitspielen“

 ·  Die deutschen Hockeyspieler mussten sich bei der Champions Trophy mit Platz vier zufrieden geben. Im Interview spricht Torjäger Christopher Zeller über das Abschneiden seines Teams und die Aussichten für die Zukunft.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Der 25 Jahre alte Angreifer Christopher Zeller kehrte bei der Champions Trophy nach fast einjähriger Pause ins Hockey-Nationalteam zurück, kam aber wegen einer Verletzung kaum zum Einsatz. Nun gilt die volle Konzentration Olympia 2012 in London.

Waren Sie nicht fit genug, um hier mitspielen zu können?

Nein, das war nicht der Grund. Ich habe ja auch die Bundesligasaison vorher normal durchgespielt. Nur weil ich ein Turnier nicht mitgespielt habe, heißt das ja nicht, dass ich dann automatisch nicht mehr fit wäre oder nicht mehr Hockey spielen könnte.

Sie stehen momentan unter Vierfachdruck: Sie studieren Jura, arbeiten auf Initiative Ihres Kölner Vereins in einer Anwaltskanzlei, spielen Bundesliga und Nationalmannschaft. Ist die Belastung zu hoch?

Ich denke, dass sich die berufliche Förderung vom Verein aus sehr gut für mich auswirkt. Insgesamt hat das positive Effekte für mein Studium. Natürlich stehe ich in manchen Phasen des Studiums unter Druck, deswegen habe ich ja auch während der WM pausiert. Und klar ist auch, dass die Belastung mit der Bundesliga hoch ist, aber insgesamt ist sie im Vergleich vor meiner Zeit in Köln nicht unbedingt größer geworden.

Im nächsten Jahr steht die Europameisterschaft an, bei der sich die deutsche Mannschaft für Olympia 2012 qualifizieren will. Werden Sie in Hinblick auf diese beiden Großereignisse noch einmal eine Nationalmannschaftspause einlegen?

Nein, es war so geplant, dass ich die WM für die Olympischen Spiele und die Vorbereitung darauf opfere. Das heißt, dass ich die nächsten zwei Jahre voll mitmachen werde und mein Studium drumherum baue. Eventuell mache ich vor Olympia noch mein Staatsexamen, aber das kommt eben darauf an, wie ich vorankomme, und wie es mit der Vorbereitung vereinbar ist. Wenn es vorher nicht passt, dann eben danach.

Bei dieser Champions Trophy hat sich gezeigt, dass Australien momentan in sehr guter Form ist, während sich die anderen Mannschaften nicht viel nehmen. Woran liegt das?

Natürlich haben die Australier hier alle Vorrundenspiele klar gewonnen, aber gerade wenn man das Spiel gegen Deutschland gesehen hat, kann man nicht unbedingt von Dominanz sprechen. Ich denke, dass wir im Spiel gegen Australien besser waren, dass wir aber leider drei unglückliche Tore kassiert und deshalb verloren haben. Sicherlich sind die Australier athletisch sehr gut und auch taktisch. Sie sind ja nicht ohne Grund Weltmeister geworden. Aber einen Unschlagbarkeitsstatus haben sie meiner Meinung nicht unbedingt. An einem guten Tag sind wir durchaus in der Lage, sie zu besiegen.

Welche Schwerpunkte müssen Mannschaft und Bundestrainer setzen, um bei der EM 2011 und bei der Verteidigung der Goldmedaille bei den Spielen in London 2012 wieder vorne mitspielen zu können?

Ich denke, dass unsere Mannschaft noch relativ jung ist und noch Erfahrung sammeln kann. Wir hatten zuletzt mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. In der Vorbereitung haben zum Beispiel Benjamin Wess und mein Bruder Philipp lange gefehlt. Wenn wir das in den Griff bekommen und noch die zwei Jahre mehr Erfahrung haben, dann denke ich, dass wir wieder ganz oben mitspielen können.

Bei der Champions Trophy hat es vor allem an der Verwertung der Strafecken gehapert, für die Sie normalerweise verantwortlich zeichnen, wenn Sie nicht verletzt sind. Hat Deutschland zurzeit ein Strafeckenproblem?

Sicherlich ist unsere Verwertungsquote hier schlechter gewesen als zum Beispiel bei der Weltmeisterschaft im März. Aber ich denke, das ist die Ausnahme. Es gibt solche Tage, da klappt es einfach nicht. Aber in der Zukunft, bei den nächsten Turnieren, werden wir das wieder ändern.

Kurz nach Olympia in London werden Sie 28, wird danach Schluss sein für Sie in der Nationalmannschaft?

Ich habe immer gesagt, dass ich bis 2012 weitermache, und dann gucke. Was dann ist, hängt einfach davon ab, wie es mit meinem Studium weitergeht.

Die Fragen stellte Martin Gropp.

Quelle: F.A.Z.
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Mit Tiger im Fischglas

Von Wolfgang Scheffler

Lindsey Vonn bringt Tiger Woods kein Glück - zumindest nicht auf den Greens. Als Twitter-Begleiterin unterhält sie immerhin ihre Follower - und wundert sich über die eigenen Verfolger mit Kamera. Mehr 1

Ergebnisse, Tabellen und Statistik