http://www.faz.net/-gtl-8wozq

Vor dem DEL-Finale : Der Münchner Anführer

Michael Wolf – Kapitän der bayerischen Emporkömmlinge. Bild: Imago

An diesem Sonntag trifft im DEL-Finale der EHC RB München auf die Grizzlys Wolfsburg – und startet als Favorit. Dabei steht ein Spieler ganz besonders im Fokus.

          Die letzten Schritte auf dem Weg zum Gipfel sind oft die schwierigsten. Michael Wolf stammt aus einer Bergsteigerregion und hat viele Allgäuer Gipfel erklommen. In den kommenden Tagen möchte der 35-Jährige in seinem Beruf als Eishockeyprofi hoch hinaus und ein Kunststück schaffen, das bislang nur den Kollegen bei den einstigen Branchenführern Mannheim und Berlin vergönnt war. Diesen Klubs hat der EHC Red Bull München den Rang abgelaufen. Wolf ist Kapitän der bayerischen Emporkömmlinge, und nun will auch er mit seiner Mannschaft den Titel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verteidigen.

          Wolf mahnt dabei zur Konzentration und geht mit gutem Beispiel voran. Ins Finale gegen die Grizzlys Wolfsburg startet das von Don Jackson trainierte Team als Favorit. Schon vor zwölf Monaten kam es zu dieser Konstellation, und seinerzeit machten die Münchner, angeführt von Wolf, kurzen Prozess. Auch bislang lief in den Play-offs alles nach Plan für sie. Bei den Siegen gegen Bremerhaven (4:0) und Berlin (4:1) machte die Kaltschnäuzigkeit ihrer Offensive den Unterschied.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          Die digitale F.A.Z. PLUS

          Die F.A.Z. stets aktuell, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken.

          Mehr erfahren

          In den Partien traf Wolf viermal und gab drei Vorlagen; insgesamt stehen in seiner Karriere nun 299 Treffer und 280 Vorlagen – fast bei jedem seiner 614 Einsätze gelang ihm ein Scoring-Punkt. Deutsche Spieler mit seinen Fähigkeiten gibt es in der DEL nicht viele. Zu seinen Stärken gehören ein präziser Handgelenkschuss sowie seine Schlittschuhtechnik, mit der der 1,78 Meter große Angreifer körperlich überlegenen Verteidigern entwischt.

          Wolfs Entwicklung nahm im fortgeschrittenen Alter richtig Tempo auf. EV Füssen, SC Bietigheim und Moskitos Essen hießen seine ersten Stationen. Aus der zweiten Liga wechselte er 2005 zu den Iserlohn Roosters. Den Sauerländern hielt er trotz zahlreicher Angebote lange die Treue, „weil ich dort immer gut behandelt wurde“. Erst nach neun Jahren erlag er dem Werben der Münchner.

          Neben wirtschaftlichen Gründen gab für ihn und seine Frau bei der Entscheidung auch die Nähe zur Heimat den Ausschlag. Die Großeltern sollten die Enkel öfter zu Gesicht bekommen. Und nicht nur im Sommer, wenn Wolf regelmäßig in Füssen zu Gast ist – und im Schuhgeschäft des Vaters während der Urlaubszeit als Aushilfe einspringt. Jackson sagt über Wolf: „Menschen wie ihn gibt es nicht so oft. Es ist mir eine Ehre, mit ihm zusammenzuarbeiten.“ Fortsetzung folgt, von diesem Sonntag an.

          Weitere Themen

          Liverpool schlägt AS Rom haushoch Video-Seite öffnen

          Torfestival : Liverpool schlägt AS Rom haushoch

          Nach dem 5:2 gegen den AS Rom hat der FC Liverpool die Tür zum Champions-League-Finale weit aufgestoßen. Die Engländer zeigten eine überzeugende Leistung und ließen ihrem Gegner kaum eine Chance. Der Star der Stunde: Mohamed Salah.

          Topmeldungen

          Muslimische und nicht-muslimische Schüler des Städtischen Gymnasiums in Wuppertal-Vohwinkel: Das Zusammenleben der Kulturen und Religionen funktioniert hier recht gut.

          Muslimische Schüler : „In Deutschland gehe ich nicht mehr schwimmen“

          Wie leben muslimische Kinder ihre Religion? Wie klappt das Zusammenleben im Klassenzimmer? Wir haben Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums gefragt, wie sie es mit Beten, Fasten und Heiratsplänen halten. Ein großes Problem liegt bei deren Eltern. Teil 2 der Mini-Serie.
          Auf der Hannover Messe zeigt der Roboterhersteller Kuka, was er zu bieten hat.

          Künstliche Intelligenz : Wo Deutschland aufpassen muss

          Das Silicon Valley und China stecken viel Geld in Künstliche Intelligenz. Auch Deutschland hat eine Menge zu bieten – in einem wichtigen Bereich aber gibt es ein Problem. Ein Kommentar.

          Besuche bei Trump : Merkels Gereiztheit und Macrons Schadenfreude

          Wie die Kanzlerin mit Donald Trump umgeht, ist typisch für die deutsche Außenpolitik: moralisierend, scheinheilig – und vollkommen ineffektiv. Der Franzose Macron hingegen umarmt ihn mit Erfolg. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.