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HR-Affäre Arbeitsgericht regt Vergleich im Fall Emig an

03.05.2006 ·  Im arbeitsrechtlichen Streit um die fristlose Entlassung des ehemaligen Sportchefs des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, ist keine Einigung erzielt worden. Die knapp zweistündige Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Frankfurt endete mit einem Vergleichsvorschlag der Richterin.

Von Helmut Schwan, Frankfurt
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Das Frankfurter Arbeitsgericht hat dem Hessischen Rundfunk und seinem wegen einer Bestechungsaffäre fristlos gekündigten früheren Sportchef Jürgen Emig vorgeschlagen, sich gütlich zu einigen. Der Sender hatte dem Journalisten im Sommer vergangenen Jahres fristlos gekündigt, nachdem er im Zusammenhang mit dem Sponsoring von Sportübertragungen wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und der Untreue verhaftet worden war.

Das Arbeitsverhältnis soll nach dem Vorschlag des Gerichts mit Wirkung von Ende August 2005 für beendet erklärt werden. Allerdings ist offen, ob der am Mittwoch am Ende einer Verhandlung angeregte Vergleich zustande kommen wird. Emig ist nach Angaben seines Anwalts Wolfgang Strba bestrebt, sich auch über die Forderung auf Schadensersatz zu einigen, die der Sender gegen seinen ehemaligen leitenden Angestellten erhebt. Der Hessische Rundfunk will nach bisherigen Berechnungen rund eine Million Euro von dem sechzig Jahre alten Emig zurück, weil dieser angeblich für Produktionskosten gezahlte Sponsorengelder über eine Strohfirma seiner Frau Atlanta Killinger in die eigene Tasche geleitet habe; ein HR-Abteilungsleiter deutete am Mittwoch in der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht an, womöglich werde man noch höhere Forderungen gegen Emig stellen.

Emig äußerte sich vor Gericht nur kurz zu dem Vorwurf, ein Tarnsystem am Sender vorbei errichtet zu haben: Er habe dafür gesorgt, daß rund zwanzig Millionen Euro in die Kassen des Hessischen Rundfunks und der ARD geflossen seien. Und das sei nur möglich gewesen, weil „alle mitgespielt“ hätten. Bis zum 24. Mai bleibt den Prozeßgegnern die Möglichkeit, den Vergleich zu schließen, andernfalls geht das Verfahren vor dem Arbeitsgericht weiter. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft will ihr Ermittlungsverfahren gegen Emig in einigen Wochen abschließen.

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Jahrgang 1956, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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