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Hockey-WM: 6:0 gegen Kanada Höchster deutscher Sieg seit 32 Jahren

03.03.2010 ·  Zwei Tage nach dem 2:2 zum Auftakt gegen Südkorea hat Olympiasieger Deutschland bei der Hockey-WM im indischen Neu Delhi Kanada mit 6:0 (4:0) bezwungen. Bei tropischen Temperaturen um 30 Grad Celsius war der deutsche Erfolg nie gefährdet.

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(Im stickig heißen Neu Delhi haben sich Deutschlands Hockey-Herren für die angepeilte WM-Titelverteidigung warm geschossen. Zwei Tage nach dem hartumkämpften 2:2 gegen den Mitfavoriten Südkorea fertigte das verjüngte Team von Bundestrainer Markus Weise am Mittwoch Außenseiter Kanada dank einer starken ersten Halbzeit 6:0 (4:0) ab und nahm Kurs auf das Halbfinale.

Bei Temperaturen um die 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit erzielten Benjamin Weß (3. Minute), Jan-Marco Montag (21.), Maximilian Müller (22.), Martin Häner (27.) und Florian Fuchs (58./64.) die Tore zum verdienten zweithöchsten deutschen Sieg der WM-Geschichte. Mit einem weiteren Erfolg am Freitag (16.05 Uhr/MEZ) gegen Argentinien will man dem Zwischenziel Semifinale einen weiteren Schritt näher kommen.

„Wir haben unseren Plan erfüllt: Wir brauchten drei Punkte mit einem schnellen Tor. Damit haben wir sichergestellt, dass es in die richtige Richtung geht“, sagte Kapitän Maximilian Müller, der als bester „Mann des Spiels“ gekürt wurde. Weise war zufrieden mit der Ausbeute: „Es kann in unserer Gruppe auf die Tordifferenz ankommen.“ Denn in der Gruppe A verbesserte sich Deutschland (4 Punkte) hinter Spitzenreiter Niederlande (6/3:1 gegen Neuseeland) und vor Südkorea (4/2:1 gegen Argentinien) auf den zweiten Platz.

Die Deutschen kommen schnell in Schwung

Weise schonte in diesem Match Max Weinhold. Der Stammtorhüter, einer von noch neun Olympiasiegern von Peking im WM-Kader, hatte im Auftaktmatch eine Meniskusquetschung und Innenbandblessur erlitten. In vertrat in seinem 25. Länderspiel der Hamburger Tim Jessulat, der auch gegen Argentinien zu Zuge kommen soll. Danach hofft Weise nach eigener Aussage auf das WM-Comeback des Kölners Weinhold.

Anders als gegen die Koreaner, als man rasch 0:2 hinten lag, kamen die ganz in schwarz gekleideten Deutschen diesmal schnell in Schwung. Nach schönem Pass von Oskar Deecke markierte Weß mit seinem zweiten Turniertor die frühe Führung. Im spärlich gefüllten Stadion waren Weises Anweisungen gut zu vernehmen, der sein Team nach vorne trieb.

Doch es dauerte einige Zeit, bis die deutschen Bemühungen auch von Erfolg gekrönt waren. Und endlich „saßen“ die Strafecken: Innerhalb von knapp sieben Minuten sorgten Montag und Häner mit Direktschüssen sowie Kapitän Müller nach einer Eckenvariante schon vor der Pause für die Vorentscheidung.

„Ein Stück von der Gnadenlosigkeit vermissen lassen“

Das DHB-Team ließ den Außenseiter, der durch Ken Pereira (25.) bis dahin nur einmal Ersatzkeeper Jessulat prüfte, kaum zur Entfaltung kommen, sondern zwang den Gegner öfter zu Fehlern. Auch nach dem Wechsel hielt die Dominanz gegen die vom Hamburger Joachim Mahn betreuten Kanadier an. Nur die Chancenverwertung klappte längst nicht mehr so gut.

So ließen Montag (42.), Häner (44.) und Müller (47.) drei weitere Ecken ungenutzt, was dem Perfektionisten Weise gar nicht gefiel. Immerhin konnte Youngster Fuchs (18 Jahre) den ehrgeizigen Coach besänftigen durch seine Turniertore zwei und drei - Kanadas höchste WM-Schlappe war perfekt. Dennoch monierte Weß: „In der zweiten Halbzeit haben wir ein Stück von der Gnadenlosigkeit vermissen lassen, die wir in den nächsten Spielen brauchen.“

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