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Hockey-WM: 4:1 gegen England Deutsche Herren im Finale

11.03.2010 ·  Deutschlands Hockey-Herren sind nur noch einen Schritt dritten Weltmeisterschaftssieg nacheinander entfernt. Im Halbfinale setzte sich die Auswahl von Bundestrainer Markus Weise mit einem starken Auftritt unerwartet klar 4:1 gegen Europameister England durch.

Von Peter Penders
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Manchmal gehen die Schwierigkeiten so richtig erst nach dem Spiel los. Matthias Witthaus steht nach dem 4:1-Sieg der deutschen Mannschaft im Halbfinale der Hockey-Weltmeisterschaft in Neu-Delhi über England zumindest vor einem logistischen Problem. Der Spanien-Legionär wurde als Spieler des Tages ausgezeichnet, was im Semifinale mit dem Gewinn eines Motorrades verbunden sein soll.

Das wäre ein schönes Zubrot am Rande, aber der schönere Lohn ist für Witthaus in jedem Fall der Einzug in das Endspiel am Samstag. Er könnte nun der erste Spieler werden, der dreimal nacheinander Weltmeister wird, denn der Angreifer gehörte auch schon zu den siegreichen WM-Teams von 2002 und 2006. Im Finale wird der Titelverteidiger auf Australien treffen, das sich im zweiten Halbfinale 2:1 gegen die Niederlande durchsetzte. Für Witthaus also nichts Neues - auch 2002 und 2006 hieß der Finalgegner Australien.

„Das war heute unsere beste Turnierleistung, das ist sensationell mit so einer jungen Truppe“, sagte Kapitän Max Müller. Die Partie gegen Europameister England war das 19. WM-Spiel nacheinander, das die Deutschen nicht verloren haben. Eine beeindruckende Serie, aber noch imponierender war die Art und Weise, wie die seit dem Olympiasieg von 2008 stark verjüngte Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) dieses Halbfinale bestritt. Nach der schnellen 2:0-Führung durch ein Strafeckentor von Jan-Marco Montag (5. Minute) sowie einem sehenswert herausgespielten Treffer von Oliver Korn (11.) hatten sie zwar durch ein Strafeckentor von Richard Smith (18.) den 1:2-Anschlusstreffer hinnehmen müssen.

Aber ruhig und abgeklärt gewann das DHB-Team die Kontrolle über die Partie zurück. Der englische Torwart James Fair verhinderte zunächst mit einer sensationellen Parade das mögliche 3:1 durch Witthaus (22.) noch, war aber später bei der vierten deutschen Strafecke machtlos, als Martin Häner (30.) nach einer Variante völlig freistehend traf.

Nichts zu meckern

Häner ist einer der Akteure, die über die erfolgreichen Junioren nahtlos den Sprung in den A-Kader geschafft haben. Zusammen mit dem überragenden Max Müller bildete er eine Innenverteidigung, an der die englischen Angriffe nach dem Wechsel spätestens scheiterten. England drückte und drängte, konnte so aber keine Strafecke mehr erzwingen. Tim Jessulat, der abermals den verletzten Stammtorwart Max Weinhold vertrat, durfte erst in der 65. Minute einmal sein ganzes Können zeigen.

Entschieden war die Partie zu diesem Zeitpunkt längst. Linus Butt hatte zehn Minuten vor dem Abpfiff einen Eckennachschuss zum 4:1 genutzt. Am Ende war es einer der wenigen Tage, an denen sogar der Bundestrainer am Spiel seiner Mannschaft nichts auszusetzen hat. „Ich habe eigentlich immer etwas zu meckern“, sagte Markus Weise, „aber heute bin ich sehr zufrieden, wie sich die Jungs präsentiert haben.“

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