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Hockey-WM: 2:2 gegen Südkorea Der Jüngste bricht den Bann

01.03.2010 ·  Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft startet mit 2:2 gegen Südkorea in die Weltmeisterschaft in Indien. Zur Pause hatten die Deutschen noch mit 0:2 zurückgelegen. Das Ergebnis ist ein gutes Omen für den weiteren Turnierverlauf.

Von Peter Penders
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Das war ein erster Kraftakt, den die deutsche Hockey-Nationalmannschaft da zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Neu-Delhi zu bewältigen hatte, aber es war am Ende auch die erste bestandende Bewährungsprobe des stark verjüngten Teams des Titelverteidigers. Das 0:2 zur Pause gegen Südkorea ließ erhebliche Zweifel an einen gelungenen Turnierstart aufkommen, aber nach den Toren von Florian Fuchs (50.) und Benjamin Weß (58.) kam Deutschland nach einer Leistungssteigerung doch noch zum letztlich verdienten 2:2-Unentschieden. „Das war ein guter Auftakt gegen einen erwartet starken Gegner“, sagte Bundestrainer Markus Weise. Neben den Niederlanden gilt Südkorea schließlich als schwierigster Gegner auf dem Weg ins Halbfinale.

Mag der Fußball immer noch kontrovers über die Einführung eines Fernsehbeweises diskutieren - im Hockey gehört ein Video-Schiedsrichter bei großen Turnieren längst dazu. Jedes Team kann die Entscheidung eines Feldschiedsrichters im Schusskreis überprüfen lassen. Erweist sich die Einschätzung der Spieler dabei als richtig, kommt ein neues Vetorecht hinzu.

Die Koreaner nutzten diese Möglichkeit bereits nach drei Minuten, als sie ein Fußspiel eines deutschen Abwehrspielers monierten und anhand der Fernsehbilder eine Strafecke zugesprochen bekamen. Hye Sung Huyn nutzte diese Chance zum frühen 1:0, was den Deutschen von vornherein das Leben erschwerte. Denn die laufstarken und sehr disziplinierten Koreaner gelten als glänzende Konterspieler, was sie in der Folge auch bewiesen. Das 2:0 allerdings entsprang keinem dieser gefürchteten schnellen Gegenangriffe, sondern einem Fehler des deutschen Torwarts Max Weinhold.

Schwächen bei den Standardsituationen

Fast von der Torauslinie hatte Nam Yong Lee (15.) mit der Rückhand scharf auf das Tor geschossen und den Kölner damit böse überrascht. Beim Abwehrversuch verletzte sich Weinhold, hielt aber zum Glück für die deutsche Auswahl durch. Wegen des kräftezehrenden Tempos im internationalen Hockey verzichtet Bundestrainer Weise wie die meisten seiner Kollegen auf einen Ersatztorwart und nominiert lieber einen weiteren Feldspieler - die dürfen wie im Eishockey „fliegend“ eingewechselt werden.

In der Folge tat sich das deutsche Team überaus schwer, zumal es Schwächen bei der wichtigsten Standardsituation offenbarte. Mit Christopher Zeller fehlt der Strafecken-Spezialist, weil er aus Studiengründen für die WM nicht abkömmlich war. So verstrichen fünf Gelegenheiten vor der Pause folgenlos, und auf der Gegenseite verhinderte Weinhold mit einem Reflex gar das mögliche 0:3.

Ein typisches Korea-Spiel, ein typisches Korea-Ergebnis

Nach der Pause zogen sich die Südkoreaner weit in ihre eigene Hälfte zurück, kamen aber gegen die nun drückend überlegenen Deutschen nicht mehr zu ihren gefährlichen Kontern. Den Bann brach mit dem 18 Jahre alten Florian Fuchs der jüngste Spieler. Artistisch lenkte der Hamburger einen abgefälschten Ball im Fallen am koreanischen Torwart vorbei zum 1:2 - und ob dabei alles mit rechten Dingen zugegangen war, ließen die Asiaten lieber überprüfen.

Der spektakuläre Treffer aber überzeugte auch den Video-Schiedsrichter, und im Anschluss an die schon abgewehrte sechste deutsche Strafecke fiel auf nicht weniger artistische Weise der Ausgleich zum 2:2. Diesmal leistete Matthias Witthaus die sehenswerte Vorarbeit, als er im Fallen den Ball noch präzise am koreanischen Torwart vorbei spielte und der Kölner Weß keine Mühe hatte, zum 2:2 einzuschieben. „Es war ein typisches Korea-Spiel: Die machen aus drei Chancen zwei Tore. Aber letztlich zählt der Punkt, der war wichtig“, sagte Kapitän Max Müller. Es war auch ein typisches Korea-Ergebnis und deshalb ein gutes Omen: Sowohl bei der WM 2006 als auch bei den Olympischen Spielen 2008 endeten die Treffen in der Vorrunde unentschieden - Deutschland, das am Mittwoch (12 Uhr MEZ) auf Kanada trifft, gewann am Ende beide Turniere.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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