20.08.2005 · Die Hoffnungen der deutschen Hockey-Damen auf den Gewinn des ersten Feld-Europameistertitels blieben unerfüllt. Im Endspiel in Dublin unterlag die Mannschaft von Markus Weise Titelverteidiger Niederlande verdient mit 1:2.
Die Hoffnungen der deutschen Hockey-Damen auf den Gewinn des ersten Feld-Europameistertitels blieben unerfüllt. Im Endspiel des siebten EM-Championats in Dublin unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise am Samstag Titelverteidiger Niederlande verdient mit 1:2 (1:2).
Es ist bereits der sechste EM-Titel für das Oranje-Team, das seiner Favoritenrolle gerecht wurde sich damit für die bittere Niederlage im Olympia-Finale von Athen 2004 revanchierte. Der deutschen Mannschaft bleibt als Trost, daß sie dank der Final- Teilnahme immerhin die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2006 in Madrid geschafft hat. „Wir können mit dem, was wir hier erreicht haben, sehr zufrieden sein“, sagte Bundestrainer Weise, der seinen unglücklichen Akteurinnen nach der Schlußsirene sofort Trost spendete.
„Mehr war heute einfach nicht drin“
„Wir hätten die Holländerinnen gerne noch einmal wie in Athen geärgert, aber mehr war für uns heute einfach nicht drin“, bekannte Spielführerin Marion Rodewald: „Insgesamt war es für uns ein gutes EM-Turnier.“ Das Match begann für die deutsche Mannschaft mit einem doppelten Schock. Gleich mit dem ersten sehenswerten Angriff gelang dem hochmotivierten Top-Favoriten die Führung. Nach einem schönen Alleingang, bei dem sie Gegenspielerin Svenja Schuermann schlecht aussehen ließ, traf Ellen Hoog (7.).
Nur drei Minuten später legte Mannschaftsführerin Minke Booij nach der ersten Strafecke den zweiten Treffer nach. Die bisher so starke deutsche Defensive kam von einer Verlegenheit in die nächste und mußte froh sein, daß Torfrau Yvonne Frank gegen die frei vor ihr auftauchende Kim Lammers das 0:3 verhinderte (15.). Erst allmählich spielte sich der EM-Dritte von Barcelona 2003 frei. Dabei bewährte sich Weises Maßnahme, Spielmacherin Fanny Rinne nun mehr aus der Defensive agieren zu lassen.
Erfolgreiche Standardsituation
Und wieder einmal führte eine Standardsituation zum Erfolg: Natascha Keller traf per Strafecke zum psychologisch wichtigen Anschluß (23.) noch vor der Pause. Es war das erste Gegentor für das Oranje-Team bei dieser EM. Nach dem Wechsel verstärkten die deutschen Damen zwar ihre Angriffsbemühungen. Doch das Offensivspiel blieb gegen die cleveren Nachbarn, die vor allem im Mittelfeld klare Vorteile hatten und auf Konter lauerten, nicht konstruktiv und produktiv.
Da aber auch der Gegner nicht zum Abschluß kam, blieb die Partie spannend. Als dann Kerstin Hoyer in der Schlußphase eine umstrittene Fünf-Minuten- Strafe kassierte, schien der Widerstand des DHB-Teams endgültig gebrochen. Anke Kühn bot sich in letzter Minute dennoch die Ausgleichschance, doch sie traf den Ball nicht richtig.