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Hill gegen Maske Ohne Dialog im Gespräch bleiben

20.02.2007 ·  Virgil Hill wirft Henry Maske Vertragsbruch vor. Eine Variante des üblichen Schattenboxen vor einem Ring-Kampf. Allerdings haben Hills Kronzeugen bei Maskes Geheimtraining Dinge wahrgenommen, die gar nicht stattfanden.

Von Hans-Joachim Leyenberg
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Nichts ist so geheim, als das die Wahrheit nicht doch ans Tageslicht kommt. Schon gar nicht im Box-Business. Die ausgewählten Zeugen des Geheimtrainings von Henry Maske in Frankfurt an der Oder hatten ein so ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis, dass sie Dinge wahrgenommen haben, die gar nicht stattgefunden haben: Etwa der K.o. von „Sir Henry“ über Berry Lee Butler.

Die Nase des Amerikaners war vom vorherigen Sparring so lädiert, dass ein paar Treffer genügten, um sie zum Bluten zu bringen. Da hat dann Ringrichter van de Wiele, der am Abend drauf einen richtigen WM-Kampf unter Frauen in Magdeburg zu leiten hatte, vorsorglich das Ende der Kampfhandlungen verordnet.

„Wir haben alle Probleme mit dem Älterwerden,...“

Die Kunde, dass der Ringrichter samt Punktrichter auch am 31. März in der Münchner Olympiahalle, wenn es zur Revanche Maskes gegen Virgil Hill kommt, fungieren wird, ist schlichtweg falsch. Wenn es so käme, wäre das tatsächlich ein Skandal und der Ärger des durch deutschen Boulevard-Quellen desinformierten Amerikaners Hill verständlich.

Der Passus im Kampfvertrag, wonach bis zum 31.März „nicht unter „Wettkampfbedingungen“ gekämpft werden darf, ist beliebig auszulegen. Das Sparring à la Maske ist üblich und war bereits Teil zwei seiner verschärften Vorbereitung auf den 31. März. Bereits im Dezember des Vorjahres, in den Vereinigten Staaten, noch unter Trainer Teddy Atlas, wurde der Ernstfall im Seilgeviert mit Gegner, Ringrichter und Punktrichtern simuliert.

... aber beim Boxen kassiert man Prügel dafür“

Kollege Virgil Hill hatte seinerzeit keinen Anstoß daran genommen. Was er jetzt praktiziert, ist eine Art Schattenboxen, wie sie vor Duellen im Ring nicht unüblich ist. Die Dramatisierung wird in Szene gesetzt. Man bleibt im Gespräch, vorzugsweise ohne Dialog. Je kontroverser, desto besser.

In der JVA Bielefeld spekuliert derweil der dort einsitzende Graciano Rocchigiani auf ein Duell gegen den Sieger von München. „Ich könnte mir sogar ein Turnier mit Maske, Hill, mir und Dariusz Michalczewski vorstellen“, hat der deutsche „Rocky“ wiederholt. Diese Art von Box-Revival hatte er schon am Rande des Schulz-Comebacks in Halle/Westfalen vorgeschlagen. Alles liefe auf ein Methusalem-Komplott der alten Ring-Strategen hinaus. Werner Schneyder, der für RTL einst die Ringauftritte Maskes in dessen besten Zeiten kommentierte, hat in „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Rundfunks alles gesagt, was dazu zu sagen ist: „Wir haben alle Probleme mit dem Älterwerden, aber beim Boxen kassiert man Prügel dafür.“

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Jahrgang 1943, Sportredakteur.

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