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Im Gespräch: Martin Heuberger : „Das Landratsamt ist die sichere Variante“

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Handball-Aussteiger Martin Heuberger: „Ich werde den Handball sicherlich weiter sehr intensiv beobachten“ Bild: dpa

Vom Handball-Bund ins Landratsamt: Der ehemalige Bundestrainer Martin Heuberger hat sich gegen einen Verbleib im Leistungssport entschieden und arbeitet künftig als Beamter. Im Interview spricht er über Querschläge im DHB und die Vorzüge des neuen Jobs.

          Haben Sie, salopp gesagt, die Schnauze voll vom Deutschen Handball-Bund?

          Nein, es waren für mich zwölf schöne Jahre. Ich habe viel erlebt, das hat mich geprägt. Ich scheide nicht im Groll.

          Warum haben Sie das Angebot, sich um die Nachwuchsförderung zu kümmern, nicht angenommen?

          Es waren im Prinzip zögerliche Gespräche, es war alles zunächst nicht wirklich konkret. Da habe ich mich gefragt, welche Perspektive ich mir sonst aufbauen kann, sollte das nichts werden beim DHB. Dann habe ich mal bei meinem ehemaligen Arbeitgeber nachgefragt, und der Zufall wollte es, dass da gerade eine interessante Stelle für mich frei wird. Dann war da auch noch die Geschichte mit meinem Beamtenstatus, den ich ja noch habe. Das Landratsamt in Offenburg hätte einer Freistellung zwar noch einmal für drei Jahre zugestimmt, wenn ich weiter auf die Karte Handball gesetzt hätte, aber danach hätten sie wahrscheinlich sagen müssen: Das müssen wir mal beenden. Ich habe mich jetzt deswegen für die sichere Variante entschieden.

          Hatte der DHB kein wirkliches Interesse, weiter mit Ihnen zu arbeiten?

          Doch, das Interesse war da. Aber das Problem ist auch, dass der DHB gerade eine schwierige Zeit durchlebt, was die Finanzen angeht, weil auch ein neuer Bundestrainer verpflichtet werden musste, der sicherlich teurer ist, als ich es war. Ich muss halt auch an mich denken.

          Sie waren zuvor sogar als Assistent des neuen Bundestrainers Dagur Sigurdsson im Gespräch. Wäre das für Sie als Vorgänger des Isländers überhaupt mit Ihrem Ego vereinbar gewesen?

          Ja. Ich habe immer im Sinne des Handballs entschieden. Mir wurde dieser Job angeboten, ich habe es mir überlegt, wir waren uns vom Grundsatz her auch einig. Dann kam aber offensichtlich ein Veto aus der Liga.

          Was hat die Bundesliga gegen Sie?

          Ich weiß es nicht. Die wollten halt einen Neuanfang ohne mich, das kann ich auch nachvollziehen.

          Künftig wieder als Diplom-Verwaltungswirt im Landratsamt am Schreibtisch zu sitzen, klingt erst mal nicht sehr aufregend.

          Das wird sich zeigen. Ich lasse es auf mich zukommen. Ich habe früher im Umweltschutz gearbeitet, jetzt werde ich im Personalwesen anfangen. Ich denke, das kommt mir entgegen durch mein Trainer-Dasein, was Kommunikation angeht und solche Dinge. Ich glaube schon, dass mir das liegen kann.

          Vermissen Sie den Handball denn nicht jetzt schon?

          Im Moment noch nicht. Ich werde den Handball sicherlich weiter sehr intensiv beobachten und würde dem DHB auch mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn irgendwelche Projekte anstehen.

          Ist eine Rückkehr in den Handball ausgeschlossen?

          Nein, das will ich gar nicht ausschließen.

          Fühlen Sie sich, ein Stück weit zumindest, als Trainer gescheitert?

          Überhaupt nicht. Ich habe zum Beispiel sehr viele Spieler mitentwickelt, ich habe Nationalspieler geprägt. Ich glaube, ich habe viele Sachen auf den Weg gebracht beim DHB. Ich sehe meine Trainer-Karriere beim DHB schon als erfolgreich an. Als Bundestrainer hatte ich natürlich ein schwieriges Erbe angetreten. Der öffentliche Druck war zuletzt immens. Ich hatte auch nicht die allerbeste Lobby, gerade in der Öffentlichkeit. Wenn ich auf der Bank mal hochgesprungen bin, hieß es: Er ist nervös. Bei einem anderen hätte man gesagt: Er motiviert die Mannschaft. Das waren so Interpretationssachen, die ich nicht immer nachvollziehen konnte.

          Ist Ihre neue Büro-Tätigkeit demnach auch eine Art Reha-Maßnahme?

          Ich brauche mich nicht zu regenerieren vom Handball. Die Querschläge manchmal haben schon weh getan, aber sonst war es ein positiver Stress für mich. Es ist jetzt aber sicherlich alles etwas geregelter.

          Die Fragen stellte Rainer Seele

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