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Herzrhythmusstörungen „Kein gutes Ende“ für Birgit Fischer

 ·  Birgit Fischers Hoffnungen auf Olympia in London platzen, ehe sich die 50-Jährige erstmals mit der nationalen Konkurrenz messen kann. Nach mehr als sechs Jahren Pause werden bei ihr Herzrhythmusstörungen diagnostiziert.

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© dpa Vergrößern „Bis zuletzt war die Hoffnung da, aber jetzt ist auch die Hoffnung gestorben. Da sind bei einem Routinecheck Dinge zutage getreten, von denen ich nichts geahnt habe“: Birgit Fischer

Es hätte das Sportler-Comeback des Jahres werden sollen - Herzrhythmusstörungen beenden aber die Olympia-Hoffnungen von Rekordkanutin Birgit Fischer. Nach einer mehr als sechsjährigen Wettkampfpause ist die 50-Jährige kurz vor den ersten nationalen Qualifikationsläufen für die Sommerspiele unsanft auf ihrem Weg nach London gestoppt worden.

„Das ist kein gutes Ende für mich“, sagte Fischer am Karfreitag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Duisburg. Zu Wochenbeginn riss der Befund ihres Hausarztes die Ikone des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) bei einem Routinecheck aus den großen London-Träumereien, am Donnerstag sagte die achtmalige Olympiasiegerin die Ausscheidungswettkämpfe schließlich ab.

„Bis zuletzt war die Hoffnung da, aber jetzt ist auch die Hoffnung gestorben. Da sind bei einem Routinecheck Dinge zutage getreten, von denen ich nichts geahnt habe“, äußerte Fischer enttäuscht. Auch eine letzte Untersuchung beim DKV-Mannschaftsarzt Wolfgang Dillmann erbrachte denselben Befund. „Es gab Herzrhythmusstörungen, die einen Start nicht zulassen“, erklärte der Mediziner. In so einem Fall könne man einen Leistungssportler „nicht aufs Wasser lassen“.

Nach der langen Auszeit hatte die Brandenburgerin seit dem Herbst hart für eine Rückkehr auf die Paddelstrecke geschuftet, um ihren Traum vom neunten Olympia-Gold im August wahr machen zu können - dem fortgeschrittenen Alter und allen Unkenrufen im Umfeld zum Trotz.

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© Anita Reinsch Vergrößern „Die eine mal, die andere reist, ich fange wieder an zu trainieren“: Birgit Fischer

Der Wettkampf in Duisburg wäre der erste Gradmesser gewesen, um die ersten Konkurrentinnen im Kampf um die wenigen Olympia-Startplätze auszustechen und sich für die Nominierung in Position zu bringen. „Sie war wirklich super drauf, das hat man ihr angesehen“, beteuerte Verbandspräsident Thomas Konietzko.

Fischer selbst erklärte: „Ich bin so fit wie nie, fitter als 2003 und 2004.“ Und bei den Spielen in Athen 2004 war sie immerhin Olympiasiegerin geworden. Nach zwei Babypausen und einer Laufbahnunterbrechung im Anschluss an Olympia 2000 war die frühere Vorzeige-Kanutin jeweils stark zurückgekehrt. Mehr als sechs Jahre lagen aber nie zwischen dem Ende eines Karriereabschnitts und dem nächsten Neustart.

Nur ein klitzekleines Hintertürchen

Fischer hätte auf der Regattastrecke am Niederrhein zwar auf eigene Gefahr starten können - das wollte die 27-malige Weltmeisterin dann aber auch nicht. „Wenn zwei, drei Ärzte sagen, ich soll nicht starten, könnte ich mich zwar bockig stellen - aber ganz ehrlich: So wichtig ist das dann auch nicht“, meinte Fischer, die sich nun weiter untersuchen lassen will: „Dann wird man weitersehen.“

Ein klitzekleines Hintertürchen bleibt noch: Sollte Fischer bei der zweiten nationalen Qualifikation Ende April ebenfalls in Duisburg wieder antreten können und überragend paddeln, hätte sie noch minimale Olympia-Chancen. „Das könnte nur über eine Ausnahmeregelung gehen“, urteilte Bundestrainer Reiner Kießler. Ein Start sei aber wegen der Befunde sowieso unwahrscheinlich, ließ Fischer erkennen. Es wäre der finale Schlussstrich unter einer einzigartigen Karriere.

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