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Deutscher Handball Das große Rumoren

 ·  Die WM in Spanien ist in diesen Tagen nicht das einzige Spielfeld für den deutschen Handball. Im Hintergrund hat das Gezerre um Macht und Einfluss an der Verbandsspitze begonnen.

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© AFP Vergrößern Dominik Klein am Boden: Nicht nur die Niederlage gegen Tunesien sorgt beim DHB für Sorgen

Der Präsident kommt als Nachzügler, Ulrich Strombach wird an diesem Montag in Granollers eintreffen. Hatte ja auch einen triftigen Grund gegeben, das Wochenende noch in der Heimat zu verbringen. Strombach, der Chef des Deutschen Handball-Bundes (DHB), wurde am Sonntag 69 Jahre alt. So erlebte er aus der Ferne, wie die deutsche Nationalmannschaft mit einem 33:23 über Brasilien in die Weltmeisterschaft in Spanien startete - und dann gegen Tunesien 23:25 verlor.

Eine Niederlage, die schmerzt und die deutschen Hoffnungen dämpfte. Aber es geht für den deutschen Handball in diesen Tagen nicht allein um das Unternehmen WM, um eine große sportliche Herausforderung, die seit Sonntag noch ein Stück schwieriger ist. Das Spiel ist inzwischen auch auf andere Ebenen verlagert worden, das hat auch mit Strombach zu tun und den bevorstehenden Neuerungen in der Funktionärsriege des DHB. Es scheint dadurch Unruhe eingezogen zu sein in das Handball-Land, ein Rumoren, vielleicht ist sogar schon ein Kampf um die Macht im DHB entbrannt, dem größten Handballverband der Welt.

Hanning bringt sich in Position

Strombach auf alle Fälle wird beim DHB-Bundestag im September seinen Abschied nehmen. Und mit ihm Horst Bredemeier, Vizepräsident für Leistungssport. Dessen Erbe anzutreten, hat sich bereits Bob Hanning vorgenommen, der Manager der Füchse Berlin. Hanning ist ein gewiefter Verkäufer der Ware Handball und seiner selbst. Möglicherweise sogar mit Ambitionen über Bredemeiers Platz hinaus. Er sagt, dass er Verantwortung übernehmen, dem Handball dienen, ihn wieder voranbringen wolle. „Es gibt eine Menge Menschen, die eine Menge meiner Ideen teilen, die ich zum Wohl unserer Sportart habe.“

Strombach sagt, dass Hanning, der im Interview schon von einem möglichen deutschen Olympiasieg im Jahr 2020 spricht, sich ihm gegenüber noch gar nicht zu seinen Plänen geäußert habe. Seine Beurteilung Hannings, der nun auch die Weltmeisterschaft als Bühne zur Darstellung in eigener Sache nutzt, fällt ein bisschen süffisant aus.

“Seine Bereitschaft, sich hundertprozentig dem Handball hinzugeben, ist unbestritten. Ob das ausreicht, um eine Führungsposition im DHB einzunehmen, müsste man hinterfragen. Ich blicke einer Kandidatur von ihm trotzdem gerne entgegen. Ich freue mich darauf.“

Strombachs Nachfolge ist nach Stand der Dinge noch offen. Obwohl kolportiert wird, dass Andreas Michelmann, Bürgermeister von Aschersleben und Vorsitzender des Handball-Verbandes Sachsen-Anhalt, sich für diesen Posten interessiere. Strombach behauptet jedoch, dass ihm derzeit keine offizielle Bewerbung vorliege.

“Ich schätze Michelmann sehr als Mitglied des erweiterten Präsidiums, Ich kann aber nicht beurteilen, welche Möglichkeiten er hat. Ich kenne seine Verbindungen zum Leistungssport und seine internationalen Kontakte nicht. Ich hatte mit zwei Personen Gespräche darüber geführt, ob sie mein Amt übernehmen wollen. Beide haben nein gesagt. Heiner Brand war Adressat Nummer eins meiner Ansprache. Er möchte aber der Praxis näher bleiben. Das akzeptieren wir.“

Körbe bei Brand und Thiel

Brand, Vorgänger von Martin Heuberger als Bundestrainer und immer noch der Mann mit der größten Strahlkraft im deutschen Handball, arbeitet mittlerweile als Sportmanager beim DHB. Mit dem Ziel vor allem, die Eliteförderung und damit letztlich das deutsche Element in der Bundesliga zu stärken.

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