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Deutsche Handballer Unentschieden nach dem Sieg

Zwei Tage nach dem überraschenden Erfolg in Schweden spielen die deutschen Handballer 28:28 gegen die Skandinavier. Als Besonderheit testet Bundestrainer Heuberger ein Angriffsspiel mit sieben Feldspielern und ohne Torhüter.

© dpa Vergrößern Auf einem guten Weg: Martin Strobel und die Deutschen spielen remis gegen Schweden

Die deutschen Handballer feilen noch an ihrer WM-Form. Sechs Tage vor Beginn des Turniers in Spanien erkämpfte sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Samstag in Hamburg ein 28:28 (15:16) gegen den Olympia-Zweiten Schweden. Christoph Theuerkauf sorgte mit seinem Treffer 13 Sekunden vor Schluss für den Teilerfolg. Beste deutsche Torschützen waren vor 11.269 Zuschauern Adrian Pfahl (4), Tobias Reichmann (4) und Kevin Schmidt (4/3).

„Vorbereitung heißt ausprobieren. Das haben wir getan. Die Mannschaft hat sich weitestgehend an Martins taktisches Konzept gehalten. Das ist gut“, sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier in einer Analyse des Teams von Bundestrainer Martin Heuberger. Die WM-Generalprobe absolviert der EM-Siebte am Mittwoch (20.15 Uhr) in Stuttgart gegen Rumänien.

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Am Tag danach reist das Team nach Spanien. Dort sind in der Vorrundengruppe A in Granollers und Barcelona vom 12. Januar an Brasilien, Tunesien, Argentinien, Montenegro sowie Titelverteidiger und Olympiasieger Frankreich die Kontrahenten. Zwei Tage nach dem Sieg in Växjö startete die deutsche WM-Mannschaft mit Elan in die zweite Testpartie.

Bis zum 6:3 (8.) und später dem 8:6 (12.) hatte der Gastgeber das Spiel im Griff. Insbesondere durch die Abwehr, die schon im ersten Vergleich die Grundlage für den Erfolg gelegt hatte, eroberte sich die DHB-Auswahl immer wieder Chancen. In dieser Phase funktionierte auch das Umkehrspiel gut, so dass die Schweden nicht zum Wechseln zwischen ihrer Angriffs- und Abwehrformation kam.

Fehlen von Roggisch macht sich bemerkbar

Wie im ersten Spiel nutzte Bundestrainer Heuberger den Test zu Experimenten. In der Abwehr probierte er sowohl die defensive als auch eine offensivere Aufstellung. Dabei verzichtete er auf Kapitän und Abwehrchef Oliver Roggisch, der einsatzbereit auf der Bank saß. Als Besonderheit testete der Bundestrainer ein Angriffsspiel mit sieben Feldspielern und ohne Torhüter.

Als dies einmal nicht aufging, sorgte Spielmacher Martin Strobel als Torhüter mit einem gehaltenen Wurf für extra Applaus. Das Fehlen von Roggisch machte sich mit zunehmender Spielzeit immer mehr bemerkbar. Die Schweden erkannten ein ums andere Mal die Lücken in der deutschen Defensive, die fehlende Abstimmung offenbarte.

Heinevetter kommt und führt sich gut ein

So holten die Schweden Tor um Tor auf und führten beim 9:8 (15.) erstmals. Zwar eroberte die deutsche Mannschaft sich einen Zwei-Tore-Vorsprung beim 13:11 (23.) zurück. Nach drei Gegentreffern in Serie geriet der Gastgeber bis zur Pause mit 15:16 wieder in Rückstand.

Zur zweiten Halbzeit löste Silvio Heinevetter den glücklosen Carsten Lichtlein im Tor ab und führte sich gleich mit drei Paraden ein. Durch die Ballgewinne verschaffte sich die deutsche Mannschaft in dem umkämpften Spiel beim 20:18 (35.) einmal mehr einen Zwei-Tore-Vorteil. Technische Fehler und Unkonzentriertheiten brachten die DHB-Auswahl jedoch um den Sieg.

Deutschland - Schweden 28:28 (15:16)

Deutschland: Heinevetter (Füchse Berlin), Lichtlein (TBV Lemgo) - Kneer (SC Magdeburg) 3, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Wiencek (THW Kiel) 2, Reichmann (HSG Wetzlar) 4, Schmidt (HSG Wetzlar) 4/3, Fäth (HSG Wetzlar), Theuerkauf (HBW Balingen-Weilstetten) 3, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Weinhold (SG Flensburg-Handewitt) 3, Strobel (TBV Lemgo) 1, Haaß (Frisch Auf Göppingen) 2, Pfahl (VfL Gummersbach) 4, Klein (THW Kiel) 2, Christophersen (Füchse Berlin)
Schweden: Palicka, Appelgren - Olsson 2, Tellander 1, Barud, Ekberg 3/2, Stenbäcken, Karlsson, Jakobsson 6, Fahlgren 5, Petersen 2, Lönn 4, Zachrisson, Tingsvall 1, Nilsson 1, Nielsen 3
Schiedsrichter: Olsen/Pedersen (Dänemark)
Zuschauer: 11.269
Strafminuten: 2 / 6
Disqualifikation: - / -

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
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