13.04.2008 · Nach der Gala im Hinspiel hat der THW Kiel seinen Zehn-Tore-Vorsprung in Barcelona verteidigt. In Spanien verlor der Titelverteidiger zwar mit 37:44, zog aber dennoch zum dritten Mal ins Endspiel um den Champions-League-Titel ein.
Titelverteidiger THW Kiel steht abermals im Finale der Handball-Champions-League. Der deutsche Meister unterlag dem FC Barcelona im Rückspiel am Sonntag zwar 37:44, das Hinspiel hatte die Mannschaft von Trainer Zvonimir Serdarusic jedoch deutlich mit 41:31 für sich entschieden. Im Finale trifft der THW auf den spanischen Meister Ciudad Real, der sich bereits am Freitag im zweiten Halbfinale gegen den HSV Hamburg durchgesetzt hatte (Siehe auch: Champions League: Hamburger Handballer verpassen Finale). Zum Hinspiel kommt es am 3./4. Mai, das Rückspiel findet eine Woche später statt. Ausgelost wird am Dienstag.
Im gefürchteten Hexenkessel „Palau Blaugrana“ führte Kiel bereits 6:2 und nahm dem siebenmaligen Champions-League-Gewinner den Wind aus den Segeln. Die Spanier stellten anschließend auf 5:1-Deckung um und gestalteten die Partie ausgeglichener. Albert Rocas brachte den 17-maligen spanischen Meister beim 14:13 erstmals in Führung. Zwar konnte Barcelona den Bundesliga-Tabellenführer noch in die Knie zwingen, die vom verletzten Torhüter David Barrufet angekündigte „Heldentat“, den Zehn-Tore-Vorsprung zu egalisieren, blieb jedoch aus. Sieben Minuten vor dem Ende traf Demetrio Lozano zur ersten Vier-Tore-Führung Barcelonas und sorgte damit für eine spannende Schlussphase. Die Kieler stemmten sich aber erfolgreich gegen das drohende Aus. Nikola Karabatic beim THW und Iker Romero bei Barcelona waren mit jeweils zehn Treffern erfolgreichste Schützen.
„Alles dafür geben, nochmals alle drei Titel zu gewinnen“
Kreisläufer Marcus Ahlm hat bereits die Finalspiele gegen Ciudad Real im Blick: „Die Chance ist da, und wir werden alles dafür geben, nochmals alle drei Titel zu gewinnen“, sagte der Schwede. Ende März hatten die Kieler bereits den DHB-Pokal gewonnen. Für den THW ist es die dritte Finalteilnahme nach 2000 und dem Triumph im vergangenen Jahr gegen den Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt.
Auch der HSV Hamburg war schon am Freitagabend ganz nah am Endspiel der Champions League. Eine Minute vor dem Ende der Halbfinalpartie gegen BM Ciudad Real stand es 32:26 für die Hamburger, es fehlte noch ein Tor. Doch zuerst sprang der von Hens geworfene Ball vom Pfosten an die Latte, dann vergab Guillaume Gille zehn Sekunden vor Schluss freistehend vom Kreis. So wurde dieser an sich große Sieg vor 13 000 Zuschauern ein bitterer Sieg, weil die Spanier das Hinspiel vor einer Woche 34:27 gewonnen hatten. Ciudad Real steht mit seiner am Freitag eher arroganten als überzeugenden Millionenmannschaft im Endspiel. Doch der HSV wollte sich auch als Sieger fühlen. „Ich habe noch nie so ein Handballpublikum erlebt“, sagte Manager Peter Krebs, „da sind wir in neue Dimensionen vorgestoßen. Das ist für das Image des HSV unbezahlbar.“