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Handball-Nationalteam : Prokops traumhafter Start bei den „Bad Boys“

  • Aktualisiert am

So sehen Sieger aus: Paul Drux (links) und Uwe Gensheimer nach dem Sieg in Slowenien. Bild: dpa

Mit dieser Gala hätten die wenigsten gerechnet. Im ersten Pflichtspiel des Bundestrainers siegen die Handballer eindrucksvoll beim WM-Dritten – trotz erschwerter Vorbereitung.

          Im Winners-Restaurant des Teamhotels „Austria Trend“ stieß Christian Prokop zu später Stunde mit den Bad Boys auf sein traumhaftes Pflichtspieldebüt als Bundestrainer an. Mit dem 32:23 (19:12)-Sieg beim WM-Dritten Slowenien meldete sich der Handball-Europameister nach der WM-Schmach von Frankreich eindrucksvoll zurück und weckte Hoffnungen auf eine erfolgreiche Prokop-Ära. „Das war eine absolute Machtdemonstration und ein wichtiges Zeichen der Mannschaft“, lobte DHB-Vizepräsident Bob Hanning nach dem Gala-Auftritt in Ljubljana.

          Prokops Verpflichtung als Nachfolger von Dagur Sigurdsson war in Expertenkreisen kontrovers diskutiert worden. Entsprechend erleichtert war der 38-Jährige, der Mitte März mit einer Niederlage und einem Unentschieden gegen Schweden in seine fünfjährige Amtszeit gestartet war, über den souveränen Erfolg im Topduell der EM-Qualifikation. „Besser hätte es nicht laufen können. Es ist vieles aufgegangen von dem, was wir uns vorgenommen hatten“, resümierte Prokop und fügte mit einem verschmitzten Lächeln hinzu: „Heute hat es enormen Spaß gemacht, Bundestrainer zu sein.“

          Doch auch für den Verband, der Prokop für eine halbe Million Euro aus seinem Vertrag beim Bundesligaverein SC DHfK Leipzig herausgekauft hatte, war der Sieg und vor allem die Art und Weise, wie er zustande kam, eminent wichtig. Denn eine Pleite wäre Wasser auf die Mühlen der Prokop-Kritiker gewesen. „Er ist genau der richtige Mann. Er will mit aller Macht den Erfolg, nimmt sich dabei aber persönlich zurück“, sagte Hanning. „Jetzt geht die Ära mit Christian Prokop in eine hoffentlich genauso erfolgreiche Zukunft, wie die Ära Dagur Sigurdsson in der Vergangenheit verlaufen ist – mit Ausnahme der kleinen Delle bei der WM.“

          Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht. Obwohl Prokop nur zwei Tage Zeit zur Vorbereitung hatte, war schon einiges von seiner Handschrift zu erkennen. „Der Trainer hat die Mannschaft erreicht. Wir waren verdammt gut“, stellte Hanning zufrieden fest. „Er will sein System durchdrücken, aber auch auf dem alten aufbauen. Er will nicht alles komplett umschmeißen“, berichtete Kreisläufer Hendrik Pekeler über den Spagat des Chefcoaches. Noch wichtiger aber ist: Prokop hat sich innerhalb kürzester Zeit das Vertrauen der Spieler erarbeitet. „Es fühlt sich alles gut an. Er ist der Richtige für diese Position“, betonte Pekeler.

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          Ähnliche Töne waren vom überragenden Keeper Andreas Wolff – mit 15 Paraden neben dem treffsicheren Kapitän Uwe Gensheimer (11 Tore) Hauptgarant für den Erfolg vor 10.500 Zuschauern – zu vernehmen: „Der Trainer hat versucht, der Mannschaft Charakter zu geben. Wir haben das umgesetzt, was Christian uns mitgegeben hat“, sagte der 26-Jährige. „Trotz der kurzen Vorbereitungszeit haben wir gezeigt, dass wir als Mannschaft und mit dem Trainer gut harmonieren.“

          Das wollen die Bad Boys nun auch im Rückspiel am Samstag in Halle/Westfalen demonstrieren und mit einem weiteren Sieg vorzeitig das EM-Ticket lösen. „Ich bin gespannt auf das Spiel, in dem wir sehen werden, wie weit wir wirklich sind. Da wird sich zeigen, ob wir aus der WM gelernt haben“, sagte Hanning, „ob wir jetzt zufrieden sind oder dieses Bad-Boy-Image weiterleben wollen.“

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          Quelle: tora./dpa

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