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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Handball-Kommentar Biete Trainer für Halle

 ·  Die Handball-Bundesliga kann wirklich stolz auf sich sein. Sie stärkte eindrucksvoll ihren Ruf, die beste Liga der Welt zu sein. Allerdings gibt es immer wieder auch Vorkommnisse, die sehr nachdenklich stimmen.

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Gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten momentan, zumindest für Freunde des Handballs. Fast könnte einem schwindlig werden bei der augenblicklichen Nachrichtenfülle; die Saison in der Bundesliga, die am Samstag offiziell beendet wurde, dürfte damit noch eine Weile nachwirken. Wo anfangen, wo aufhören?

Vielleicht doch am besten im Norden, wo der Meister aller Klassen beheimatet ist, der unvergleichliche THW Kiel. Und von dort wurde nun auch ein außergewöhnlicher Vorgang gemeldet. Es ging um die Kieler Feierlichkeiten - und um einen Trainer, der seine Umwelt einfach an seiner überbordenden Freude teilhaben lassen musste: Alfred Gislason, dreifacher Familienvater aus der nordisländischen Stadt Akureyri, küsste deswegen kurzerhand eine Polizistin.

Verwerflich? Nicht doch in Kiel, wo es quasi Bürgerpflicht ist, sich dem Handball hinzugeben. Und sicherlich muss man auch berücksichtigen, dass Gislasons Team maßgeblich zur Ehrenrettung des deutschen Handballs beigetragen hat: kein Staat zu machen vorläufig mit der Nationalmannschaft, dafür der THW Kiel ein Triple-Gewinner! Da kann Gislason getrost (und straffrei) zum Genießer werden.

Gewiss nicht die feine oberbergische Art

Aber der deutsche Handball hat natürlich noch mehr zu bieten. Man sollte - bei allem Respekt vor dem THW Kiel - nicht vergessen, dass auch Frisch Auf Göppingen und die SG Flensburg Europapokal-Trophäen eroberten. Die Liga kann wirklich stolz auf sich sein; sie stärkte eindrucksvoll ihren Ruf, die beste Liga der Welt zu sein. Allerdings gibt es immer wieder auch Vorkommnisse, die sehr nachdenklich stimmen - und sogar den Eindruck erwecken, als ginge es da und dort fast wie auf einem Basar zu.

Da kommt der VfL Gummersbach ins Spiel, dem es manchmal an Erfolg fehlt und manchmal an Geld und manchmal auch an beidem gleichzeitig. Zuletzt lief es sportlich mal wieder zufriedenstellend für die Oberbergischen - und plötzlich herrscht sogar Überfluss bei dem Traditionsklub: Er hat jetzt gleich zwei Trainer.

Einen, der nun doch bleiben soll, nämlich Emir Kurtagic - und einen, den Hüttenberger Jan Gorr, den man bereits als Nachfolger verpflichtet hat, nun aber nicht mehr haben möchte. Wegen der jüngsten Verdienste von Kurtagic. Gewiss nicht die feine oberbergische Art, und vermutlich wird es die Gummersbacher einiges kosten, dieses Problem zu lösen. Der düpierte Gorr sollte wenigstens auf eine angemessene Abfindung hoffen können.

Aber vielleicht lässt sich die unrühmliche Sache auch anders regeln: Biete Trainer für Halle! In ihrer altehrwürdigen Eugen-Haas-Halle nämlich dürfen die Gummersbacher nicht mehr antreten, sie ist zu klein und genügt nicht mehr den Standards der Liga. Zwar entsteht in Gummersbach bereits eine neue Arena, sie ist jedoch erst 2013 bezugsfertig. Zu viel Personal, dringend eine neue Heimat gesucht, schöner Schlamassel. Wahrscheinlich brauchten die Gummersbacher jemanden, der sie wachküsst, schnellstens.

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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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