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Handball-EM Vier-Punkte-Sieg gegen Schweden

 ·  Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat nach einem 29:24-Sieg gegen Schweden die EM-Hauptrunde erreicht. Die Chancen für die Olympia-Teilnahme sind plötzlich gestiegen.

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© dpa Mit List und Tücke: Gensheimer überwindet den schwedischen Torwart Andersson

Was soll man nur von dieser deutschen Handball-Nationalmannschaft halten? Erst musste um sie bei der Europameisterschaft in Serbien gezittert werden, die Deutschen hatten sogar mit dem vorzeitigen Scheitern rechnen müssen – und plötzlich befinden sie sich in einem kleinen Hoch. Am Donnerstag herrschte in Nis wieder Feierstimmung, nachdem Deutschland ein entscheidender Schritt gelungen war. Das Team des neuen Bundestrainers Martin Heuberger steht nach dem 29:24 gegen Schweden in der Hauptrunde der EM, es kann von Samstag an in Belgrad weiter um seine olympische Perspektive kämpfen gegen Dänemark, Polen und Serbien.

Da am Abend auch noch Mazedonien gegen Tschechien gewann, geht Deutschland mit der Optimalausbeute von 4:0 Punkten als Gruppensieger in die Zwischenrunde. Die Auftaktniederlage gegen Tschechien ist aufgrund des Ausscheidens des Deutschland-Bezwingers aus der Wertung gefallen.

Die Schweden waren Vierte der Weltmeisterschaft 2011 geworden, aber diesmal fanden sie in den bisweilen spektakulär spielenden Deutschen ihren Meister. Die zeigten am Donnerstag die beste Leistung in der Amtszeit von Heuberger, dem die Genugtuung nach dem überraschend deutlichen Sieg anzusehen war. Dennoch blieb der Schwarzwälder auch zurückhaltend in Anbetracht des kommenden Programmes: „Wir lassen es ganz ruhig auf uns zukommen.“

20 Tore in Halbzeit eins

Die Deutschen trumpften vor allem im ersten Teil dieses Handballabends in Nis auf – sie führten nach 30 Minuten 20:15. Dabei offenbarten sie ein großes Selbstbewusstsein, sie befolgten meist strikt das von Heuberger vorgegebene Konzept. „Wir haben uns gefangen“, sagte der Bundestrainer zufrieden. Er selbst bewies beträchtliches Geschick bei zwei Umstellungen. Auf der Linksaußenposition setzte er Uwe Gensheimer von den Rhein-Neckar Löwen ein, der dann auch der überragende Werfer mit insgesamt neun Toren war.

Der wendige Gensheimer behauptete sich teilweise sogar in großer Bedrängnis gegen die Abwehr und den Torhüter Schwedens. „Uwe hat seine Qualitäten im Angriff“, sagte Heuberger. Das war eine Anerkennung für den Mannheimer, aber auch eine Bestätigung für seine personelle Rochade. Und Gensheimer betonte, dass er durchaus noch mehr bieten könne. „Ich habe noch Luft nach oben.“

Zum anderen gab Heuberger im Tor Silvio Heinevetter wieder eine Chance – damit lag er ebenfalls richtig. Der eigentlich extrovertierte Berliner raubte den Schweden – manchmal sogar mit stoischer Ruhe – den Nerv. Gegen Mazedonien hatte Heinevetter meist auf der Bank gesessen, stattdessen hatte sich Carsten Lichtlein auszeichnen können. Heuberger wusste, dass er den ehrgeizigen Heinevetter damit angestachelt hatte. „Er war ein bisschen angefressen, das macht ihn besonders stark.“

So stabil waren die Deutschen, dass sie auch ein Aufbäumen der Schweden verkrafteten. Die nicht überzeugenden Skandinavier kamen etwa auf 17:20 heran, doch das brachte ihren Gegner nicht aus dem Gleichgewicht. Immerhin kam auch Kapitän Pascal Hens vom HSV Hamburg wieder zum Einsatz, er erzielte aber nur einen einzigen Treffer. Hens sucht noch nach seiner Form, das war auch Donnerstag deutlich zu erkennen. Heuberger jedoch will weiterhin geduldig sein in dieser Angelegenheit: „Wir dürfen ihn jetzt nicht verrückt machen.“

Er sagte das sehr entspannt, er hatte ja auch allen Grund dazu. Deutschland ist gewissermaßen erwacht in Serbien – und blickt nun mit frischer Energie den Belgrader Bewährungsproben entgegen.

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