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Handball-EM Heubergers Ernstfall

 ·  Mutiges Signal des neuen Trainers: In Heubergers Ensemble für die EM in Serbien fehlt der Mann, der lange als größte Handball-Hoffnung bezeichnet worden war.

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Neulich, beim traditionsreichen Supercup im Handball, hatte Martin Heuberger sich noch nicht besonders hervorgetan. Jedenfalls hatte er es nicht geschafft, der Nationalmannschaft, die er von der Ikone Heiner Brand übernommen hatte, ein frisches Profil zu verleihen. Vielleicht war die Zeit zu kurz gewesen für einen grundlegenden Kurswechsel.

Aber auch bis zum ersten großen Ernstfall für Heuberger ist es nun nicht mehr lange hin, der Druck für den Neuen wird damit nicht geringer, im Gegenteil. Zumal die Deutschen bei der Europameisterschaft in Serbien doch noch versuchen wollen, auf den letzten Drücker gewissermaßen, sich für ein Qualifikationsturnier für Olympia 2012 in London zu empfehlen. Es ist eine heikle Aufgabe für Heuberger und sein Team.

Vorsorglich hat der Mann aus der Ortenau bereits darauf aufmerksam gemacht hat, dass ein mögliches Scheitern in Serbien ihn keineswegs von seinem Weg abbringen werde - er plant mittelfristig. Und er hat, wie sich jetzt zeigt, sehr klare Vorstellungen von der Gemeinschaft, mit der er die kommende Herausforderung bewältigen will.

In diesem Ensemble hat ein Weltmeister von 2007 keinen Platz mehr, ein Mann, der lange als größte Hoffnung des deutschen Handballs bezeichnet worden war und doch häufig sehr wechselhafte Leistungen bot: Michael Kraus, hochgelobt vor allem 2007, fehlt im Aufgebot für Serbien. Zwar hatte der Hamburger zuletzt eine längere Zwangspause hinnehmen müssen, bedingt durch mehrere Verletzungen, er ist deswegen noch nicht wieder ganz auf der Höhe. Somit mutet der Verzicht auf den Spielgestalter, der kürzlich sein Comeback beim HSV Hamburg gab, nicht ganz überraschend an.

Trotzdem ist die Entscheidung von Heuberger mutig. Immerhin verfügt Deutschland im Handball nicht über allzu viele Führungsfiguren. Aber vielleicht geht es nicht allein um die körperliche Beeinträchtigung von Kraus. Heuberger hatte schließlich, kaum dass er auf seinem Posten war, auch die Einstellung mancher Nationalspieler beklagt. Auch Kraus dürfte sich angesprochen gefühlt haben. Heuberger macht nun ernst - das ist das jüngste, bemerkenswerte Signal im deutschen Handball.

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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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