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America’s Cup : Vor Bermuda wird es ernst

Vergeblich alles gegeben: Das britische Team scheidet im Halbfinale der Herausforderer-Runde zum America’s Cup aus. Bild: AFP

Die berühmteste Silberkanne des Segelns kehrt wieder nicht heim: Auch im 165. Jahr des America’s Cup wird es nichts mit einem Sieg der Briten. Im Finale der Herausforderer duellieren sich stattdessen zwei Teams, die zuletzt große Probleme hatten.

          Entweder das Team New Zealand oder die Artemis-Crew aus Schweden werden in der kommenden Woche das Oracle-Team aus den Vereinigten Staaten als Titelverteidiger des America's Cup herausfordern. Die Schweden besiegten am Freitagabend vor der Küste Bermudas das Team aus Japan 5:3. Bereits am Vorabend hatten sich die Neuseeländer im Halbfinale der „Challenger Playoffs“ 5:2 gegen das Team aus Großbritannien durchgesetzt. Damit kehrt die berühmteste Silberkanne des Segelsports auch nach 165 Jahren nicht in ihre Heimat zurück.

          Trotz großem finanziellen Aufwand und der Verpflichtung des viermaligen Olympiasiegers Sir Ben Ainslie als Steuermann sowie dem ehemaligen Formel-1-Teamchef Martin Whitmarsh als technischer Kopf der Crew hatten die Briten bei der 35. Auflage des America’s Cup – der erstmals 1851 vor der britischen Isle of Wight ausgerichtet und auf den Namen des damaligen Siegerbootes getauft wurde – letztlich keine Chance gegen den Favoriten aus Neuseeland. Als zweitschlechtestes Team der Vorrunde gewannen die Briten von den sieben Halbfinal-Duellen lediglich ein einziges. Ihren zweiten Punkt bekam die Ainslie-Truppe mehr oder minder geschenkt, als die Neuseeländer bereits vor dem Start kenterten.

          America’s Cup : Team Neuseeland spektakulär gekentert

          Über den gesamten Wettbewerb hinweg wirkte die britische Crew mit ihrem Hochgeschwindigkeits-Katamaran überfordert: Ainslie ging mehrfach ein zu hohes Risiko ein, kollidierte gleich zwei Mal mit einem gegnerischen Boot und beschädigte dabei sein eigenes. Außerdem musste sein Team aufgrund technischer Probleme ein Rennen sogar komplett ausfallen lassen. Als Sieger der im vergangenen Jahr ausgetragenen Weltserie und mit einem Budget von mehr als 120 Millionen Euro ausgestattet, hatte sich das Team erhofft, erstmals seit 1964 wieder bis ins Cup-Finale vorzudringen und die Amerikaner als Titelverteidiger zumindest herausfordern zu dürfen. Die Sehnsucht nach dem erstmaligen Sieg im ältesten und wichtigsten Segelrennen der Welt war so groß, dass sich selbst die britische Regierung mit etwa 7,5 Millionen Euro an dem Projekt beteiligte.

          „Natürlich sind wir enttäuscht, ausgeschieden zu sein. Aber vor dreieinhalb Jahren war die cup-Teilnahme nicht mehr als die Idee auf einem Blatt Papier. Was wir seitdem auf die Beine gestellt haben, ist phänomenal“, erklärte Ainslie. „Das war unser erster Versuch. Ich bin sicher, dass wir bei unserem zweiten sehr viel stärker sein werden.“

          Auch im „Challenger Final“ zwischen den Neuseeländern und den Schweden geht es nun darum, wer zuerst fünf Rennen für sich entscheiden kann. Dabei geht die Crew um den neuseeländischen Skipper Peter Burling nach der schnellen Reparatur ihres Katamarans als Favorit in das Duell. Zwar überzeugten die Schweden in ihrem Halbfinale gegen Japan in den entscheidenden, doch verlor das Team von Steuermann Nathan Outteridge am vergangenen Dienstag bei stürmischen Bedingungen zeitweise die Kontrolle über ihre Yacht, vollführte gar eine Irrfahrt außerhalb der festgelegten Strecke und musste ebenfalls einige Schäden hinnehmen.

          Quelle: FAZ.NET

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