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Veröffentlicht: 14.08.2012, 10:27 Uhr

Golf Spielerei in Rot mit Tiger Woods

Rory McIlroy ist nach dem Gewinn der PGA-Championship die neue Nummer 1 im Golfsport. Der Nordire unterstreicht seine Stellung mit dem Tragen eines tiefroten Polohemdes auf der letzten Runde - dem Markenzeichen von Tiger Woods.

von Jürgen Kalwa, New York
© AFP Sieger in Tiger-Rot: Rory McIlroy

Der nordirische Golfprofi Rory McIlroy hat eine Saison voller Enttäuschungen mit einem überragenden Ergebnis gekrönt. Der 23-Jährige, der in diesem Jahr in bedeutenden Turnieren mehrmals den Cut verpasste, gewann am Sonntag in Kiawah Island im amerikanischen Bundesstaat South Carolina überlegen die 94. PGA Championship und beruhigte anschließend sich und seine Zweifler. „Ich war ein bisschen frustriert mit meinem Spiel“, gab er zu. „Aber ein paar Leute haben vermutlich ohne Grund den Panik-Knopf gedrückt.“

McIlroy, der schon als Teenager als der kommende starke Mann im internationalen Golfsport gehandelt wurde und 2011 mit dem Gewinn der US Open sein erstes Major gewann, schob sich mit dem Erfolg auf Platz eins der Weltrangliste. Zwar hatte es zwei Tage lang so ausgesehen, als habe der wiedererstarkte Tiger Woods auf dem schweren Ocean Course ein Wort mitzureden, doch in der dritten Runde, die von den Bestplazierten wegen eines schweren Gewitters erst am Sonntagmorgen zu Ende gespielt werden konnte, wirkte er ohne Energie. Während McIlroy mit einer 67er Runde die Führung übernahm, rutschte Woods mit einer 74 ab und landete auf dem geteilten elften Platz.

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Der Nordire McIlroy, der am Abend zuvor bis zu später Stunde im Fernsehen das Tennis-Match seiner Freundin Caroline Wozniacki in Toronto verfolgt hatte, brauchte auf dem 7257 Meter langen Par-72-Platz nur 275 Schläge, acht weniger als der Engländer David Lynn, der Zweiter wurde. Es entsprach der Leistung eines Mittelstreckenläufers, der die gesamte Konkurrenz überrundet hatte. Mit 284 Schlägen erkämpften sich neben dem amerikanischen Titelverteidiger Keegan Bradley zwei Engländer den dritten Platz: Justin Rose und Ian Poulter. Sie rundeten ein Turnier ab, das die Stimmung des europäischen Ryder-Cup-Captain José María Olazábal vor dem Kontinental-Wettkampf Ende September in Chicago stark verbessert haben dürfte.

Das größte Fragezeichen dürfte er hinter den Namen von Martin Kaymer setzen, der zwar trotz seines vorzeitigen Ausscheidens in Kiawah Island seinen neunten Platz von zehn automatischen Ryder-Cup-Qualifikanten behaupten konnte, der aber in einem Formtief steckt. Ansprechender waren die Leistungen von Marcel Siem, der mit 291 Schlägen auf dem geteilten 36. Platz landete.

PGA Championship - Final Round © AFP Vergrößern Großer Pokal für großen Sieg: Acht Schläge Vorspung

McIlroys jüngster Triumph hat historische Züge. Der Nordire, der schon mehrmals nur knapp den Erfolg bei bedeutenden Terminen verpasste - darunter bei Kaymers PGA-Championship-Sieg 2010, als er um ein paar Zentimeter die Teilnahme am Stechen verschenkte -, ist der jüngste Spieler in der Golf-Geschichte mit zwei Majors-Siegen. Der Acht-Schläge-Vorsprung radierte obendrein eine Bestmarke aus, die Jack Nicklaus, der erfolgreichste Profi der Golf-Geschichte, 1980 aufgestellt hatte. Das 23-jährige Ausnahmetalent hatte schon einmal die versammelte Weltelite derart deutlich mit acht Schlägen deklassiert, bei den US Open 2011.

Zumindest in einem Punkt unterstrich er den Generationenwechsel am Sonntag, als er für die letzte Runde ein tiefrotes Polohemd aus dem Koffer holte und damit bewusst darauf anspielte, dass dies das Markenzeichen von Tiger Woods ist. „Ich werde es vielleicht von jetzt an immer tun“, sagte er.

Quelle: F.A.Z.

 

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