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Golf Der halbe-Million-Euro-Schlag

 ·  Seinen zweiten Turniersieg hatte Marcel Siem oft auf dem Schläger, scheiterte aber immer wieder an seinen Nerven. Am Sonntag in Paris hält der Ratinger dem Druck stand.

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© REUTERS Endlich Sieger: Champagner auf dem Rückweg

Der Ratinger Golfprofi Marcel Siem hat große Nerverstärke bewiesen und bei den France Open den zweiten Erfolg auf der European Tour eingefahren. Erstmals seit acht Jahren hielt der 31-Jährige dem Erfolgsdruck des Führenden auf der Schlussrunde stand und erspielte sich mit 525.000 Euro das höchste Preisgeld seiner Karriere. „Das fühlt sich gut an und bedeutet mir sehr viel“, sagte Siem am Sonntag. „So oft habe ich Siege weggeschmissen. Deshalb hatte ich so viel Druck, weil mich alle darauf ansprechen“.

Dank einer starken 67er-Schlussrunde gewann der lange Blonde mit dem Pferdeschwanz erstmals seit Januar 2004, als er sich im Stechen bei den Dunhill Championships in Johannesburg/Südafrika durchgesetzt hatte. Nach zwei 68er-Runden und einem schwächeren 73er-Durchgang gelang dem Rheinländer auf dem schwierigen Par-71-Kurs bei Paris mit insgesamt 276 Schlägen noch der Sprung von Platz vier auf eins. „Ich war sehr nervös auf den letzten vier, fünf Löchern“, gab Siem zu, doch er blieb cool und siegte mit einem Schlag Vorsprung vor dem Italiener Francesco Molinari.

Nach Bernhard Langer und Martin Kaymer ist Siem der dritte Deutsche, der in Frankreich triumphiert. „Ich bin dank meiner kleinen Tochter viel ruhiger geworden und habe hart an meinem Schwung gearbeitet“, sagte Siem, der besonders seinem Trainer Günter Kessler dankte. Auf dem Rückweg mit dem Auto nach Deutschland wollte er französischen Champagner trinken, denn Kollege Markus Brier bot sich als Chauffeur an. Die Feier dürfte kurz ausfallen, denn der Golfprofi wird schon am Donnerstag bei den Scottish Open abschlagen. Auch für die British Open in der Woche danach im Royal St. Lytham and Annes hat er sich durch den Erfolg qualifiziert.

Anders als Siem enttäuschte dagegen der Weltranglisten-14. Kaymer aus Mettmann, der gerade noch den Cut geschafft hatte. Nach seiner schwachen 78er-Runde am Samstag benötigte Kaymer im letzten Durchgang 77 Schläge und fiel in der Gesamtwertung mit 300 Schlägen unter den noch im Feld verbliebenen 70 Spielern auf den letzten Platz zurück. Alex Cejka aus München hatte die Qualifikation für die Schlussrunden verpasst.

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