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Golf Arm dran

08.11.2005 ·  Golfprofis haben es auch nicht leicht. 624.191 Dollar Preisgeld verdiente Briny Baird in diesem Jahr. Zu wenig, er verlor seinen „Arbeitsplatz“ auf der amerikanischen PGA Tour. Maß aller Dinge ist Tiger Woods, der über zehn Millionen Dollar einspielte.

Von Wolfgang Scheffler
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In Deutschland diskutieren Politiker über eine Reichensteuer, einen Sonderzuschlag von drei Prozent auf die Einkommensteuer. Ab welchem Bruttoeinkommen man hierzulande künftig als reich gilt, darüber streiten die Politiker noch.

Daß man aber selbst mit einem hohen Einkommen ganz arm dran sein kann, das zeigen die Profigolfer - zumindest die auf der amerikanischen PGA Tour. "Ich habe 624.191 Dollar Preisgeld verdient und trotzdem meinen Arbeitsplatz verloren", klagte Briny Baird augenzwinkernd. Der 33 Jahre alte Amerikaner rangiert in der Geldrangliste auf Platz 126, hat den zur Jobsicherung notwendigen Rang unter den 125 gewinnreichsten Spielern um rund 2.500 Dollar verfehlt. Aber ob man es um wenige Cent oder um rund 116.000 Dollar wie der Münchner Alex Cejka (auf Rang 140 mit 510.082 Dollar) verpaßt - die Gesetze der lukrativsten Turnierserie der Welt sind beinhart: Wer nicht genug Kasse macht, gilt als nicht wettbewerbsfähig und wird aussortiert.

Schwindelerregende Summen

Für die, die sich in diesem harten Verdrängungswettbewerb behaupten, ist die PGA Tour ein Schlaraffenland. Allein 78 Spieler kassierten mehr als eine Million Dollar Preisgeld; eine Marke, die der Anhausener Bernhard Langer auf Platz 84 mit 952.451 Dollar knapp verfehlte.

An der Spitze werden gar schwindelerregende Summen verdient. Der Weltranglistenerste Tiger Woods sicherte sich durch seinen mit 715.000 Dollar dotierten zweiten Platz beim Saisonfinale, der Tour Championship der 30 gewinnreichsten Spieler, zum sechsten Mal den sogenannten "Money Title"- mit 10.628.024 Dollar Preisgeld.

85 Millionen Dollar Jahreseinkommen

Er verfehlte den Rekord von Vijay Singh aus dem Vorjahr um 277.142 Dollar. Doch während der Profi aus Fidschi sein Rekordpreisgeld bei 29 Turnieren erspielte, trat der 29jährige Amerikaner nur bei 21 Veranstaltungen an. Oder anders ausgedrückt: Woods' Wochenlohn betrug 505.906 Dollar, fast soviel, wie Cejka bei 31 Turnieren einnahm. Und das, obwohl Woods erstmals in seiner grandiosen Laufbahn zweimal den Cut verpaßte.

Woods, dessen Jahreseinkommen mit seinen zahlreichen Werbeverträgen und horrenden Antrittsgeldern von drei Millionen Dollar außerhalb der Vereinigten Staaten auf rund 85 Millionen Dollar geschätzt wird, muß sich um seinen Arbeitsplatz nie mehr Sorgen machen. Er hat längst wie Singh, der in diesem Jahr als zweiter Großverdiener etwas mehr als acht Millionen Dollar einnahm, eine lebenslange Spielberechtigung in der Tasche. Sie wird nach 20 Tour-Erfolgen verliehen.

Doch die hilft wenig, wenn man den Ball nicht mehr trifft. Der Amerikaner David Duval, der 1999 die Preisgeld-Rangliste anführte und Woods kurzzeitig von der Spitze der Branchenhackordnung verdrängte, gewann in diesem Jahr bei 20 Turnieren ganze 7.630 Dollar. Seine fünfjährige, durch seinen British-Open-Sieg von 2001 erworbene Spielberechtigung läuft im nächsten Jahr aus. Vielleicht muß sich der gefallene Champion 2007 einen neuen Job suchen. Arbeitslosengeld wird er dennoch nicht benötigen. Er hat in seiner Laufbahn mehr als zehn Millionen Dollar durch Preisgeld und Werbeverträge kassiert.

Quelle: F.A.Z., 08.11.2005, Nr. 260 / Seite 33
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