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Michael Biegler im Gespräch : „Da ist etwas ganz Tolles entstanden“

  • Aktualisiert am

Nach der WM wechselt Biegler in den Männer-Handball. Bild: dpa

Nach der WM im eigenen Land hört Frauentrainer Michael Biegler auf. Im Interview spricht er über seine letzte Mission als Trainer der deutschen Handball-Frauen und die Chancen bei der Heim-WM.

          Michael Biegler hat auf seinen Stationen als Männertrainer seit 1985 viel erlebt. Unter anderem leitete er das polnische Nationalteam und den HSV Hamburg an. Vor 20 Monaten kam eine neue Aufgabe hinzu – die Frauen-Nationalmannschaft. Der strenge Biegler und die Frauen, würde das passen? Es passte. Der 56 Jahre alte Handball-Lehrer hat das Team stabilisiert und will bei der Weltmeisterschaft mit ihm ins Halbfinale nach Hamburg. Für die erste Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) beginnt die Heim-WM an diesem Freitag mit dem Spiel gegen Kamerun in Leipzig. Für Biegler selbst ist es der lange Weg zum kurzen Abschied – nach der WM hört er als Frauentrainer auf, und der Niederländer Henk Groener übernimmt.

          ***

          Das Ende Ihres Projekts steht an: Am Freitag startet Ihre Mannschaft in die WM. Wird es ein Wintermärchen?

          Das weiß ich nicht. Ich finde, ich muss nicht auf jede sportjournalistische Einschätzung eingehen. Ich freue mich drauf. Es kann losgehen. Ich bin völlig entspannt.

          Wie weit hat sich die Mannschaft seit dem guten Auftreten vor einem Jahr bei der EM in Schweden entwickelt?

          Die Mannschaft entwickelt sich extrem weiter, wobei ich nicht auf einen Jahreszyklus schaue, wenn ich die Entwicklung beschreiben soll. Sie hat große Energie und volle Fokussierung auf die Aufgabe. Sie hat sich in allen von uns geforderten Parametern weiterentwickelt. Trotzdem ist das System noch fragil, wie das Spiel gegen Litauen Ende September in der EM-Qualifikation zeigte, als wenig zusammenlief. Wir haben aber schnelle Reparaturmaßnahmen, die greifen. Das hat man in den Spielen danach gesehen. Aber man muss unsere Zeit mit den Ladys in Relation setzen. Man soll das bitte differenziert betrachten und an meine Ausgangslage denken.

          Bild: F.A.Z.

          Übernommen haben Sie die Mannschaft vier Monate, nachdem sie bei der WM in Dänemark nur den 13. Platz belegt hatte.

          Ich habe mich gemeinsam mit DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld für dieses Projekt entschieden. Wir hatten nicht so viel Zeit und Gestaltungsmöglichkeiten, das mögen auch bitte diejenigen bedenken, die jetzt irgendwelche großen Ziele ausrufen. Wir können das realistisch einschätzen. Ich kenne unser Niveau. Das Niveau in der Weltspitze ist noch ein anderes. Wir haben auch strukturell manches vorangebracht, die Zusammenarbeit mit der Liga HBF etwa oder den Austausch unter den Trainern. Dieser gemeinsame Weg muss weitergegangen werden. Das Projekt ist nicht beendet, im neuen Jahr stehen die nächsten Schritte mit einem neuen Trainer an. Ganz allgemein glaube ich, dass eine Bundestrainerin noch mehr aus der Mannschaft herausholen könnte. Aber sie dürfte keine Quotenfrau sein.

          Wie stark ist Ihr Team?

          Es ist schwierig zu sagen, wo die Mannschaft steht. Wir haben uns vieles erarbeitet, auch schon während der EM war das zu sehen. Wir können jetzt auf mehr zurückgreifen. Wir müssen die extremen Ausschläge nach unten im Spiel verringern, dann werden wir erfolgreich sein. Wir wollen alle das Erlebnis Hamburg genießen. Aber das wollen zehn andere Teams auch.

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