04.12.2007 · Welt- und Europameisterin Steffi Jones beendet in wenigen Tagen ihre Fußball-Karriere. Vom 1. Januar an will sich die Frankfurterin auf ihre Arbeit als OK-Chefin der Frauen-WM 2011 in Deutschland konzentrieren.
Die beeindruckende Karriere einer der erfolgreichsten Fußballerinnen der Welt geht am 16. Dezember zu Ende. Die Welt- und dreimalige Europameisterin Steffi Jones wird sechs Tage vor ihrem 35. Geburtstag ihr letztes Spiel für den 1. FFC Frankfurt im DFB-Pokalviertelfinale beim Dauerrivalen 1. FFC Turbine Potsdam bestreiten.
Vom 1. Januar an will sich Jones ganz ihrer Aufgabe als Präsidentin des Organisationskomitees der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland widmen. „So schwer mir dieser Schritt fällt und so gerne ich die Saison auch noch zu Ende gespielt hätte, so sehr freue ich mich auf die riesige Herausforderung, für die WM im eigenen Land zu arbeiten“, sagte Jones am Dienstag.
Alles gewonnen, was zu holen war
Eigentlich wollte sie die Saison mit dem hessischen Erfolgsklub noch zu Ende spielen, nun aber ist vorzeitig Schluss. Das letzte Bundesligaspiel vor heimischer Kulisse bestreitet sie an diesem Sonntag gegen die SG Wattenscheid 09. „Zusammen mit meiner Mannschaft und vielen Wegbegleitern darf ich auf zahllose schöne und erfolgreiche Jahre beim 1. FFC Frankfurt zurückblicken“, sagte Jones. „Sie haben mich geprägt und haben mir auch persönlich viel gegeben.“
Mit dem 1. FFC gewann die gebürtige Frankfurterin, die in den nächsten Tagen ihre Fußballlehrer-Lizenz erhalten wird, fünfmal die deutsche Meisterschaft (2001, 2002, 2003, 2005, 2007), viermal wurde sie DFB-Pokalsieger (2001, 2002, 2003, 2007). Der Liste ihrer internationalen Erfolge konnte Jones die beiden Uefa-Pokalsiege 2002 und 2006 hinzufügen. Sie hat alles gewonnen, was es im Frauenfußball zu gewinnen gibt. Auch bei ihrem Ausflug in die Vereinigten Staaten zu den Washington Freedom. 2003 holte sie zusammen mit ihrer damaligen Nationalelfkollegin Sandra Minnert den amerikanischen Titel.
„Sie hatte es ja nicht immer ganz einfach“
Jones hat neben dem deutschen auch einen amerikanischen Pass. Sie hat Charme und Charisma. Ihr Lebenslauf ist nicht nur eine Erfolgs- und Glücksstory. Die im Frankfurter Stadtteil Bonames aufgewachsene Fußballerin musste sich wegen ihrer dunklen Hautfarbe früh mit Fremdenfeindlichkeit auseinandersetzen. „Sie hatte es ja nicht immer ganz einfach“, sagte einmal DFB-Präsident Theo Zwanziger in Anspielung auf zahlreiche Schicksalsschläge, die Jones zu verarbeiten hatte. Ihr jüngerer Bruder Franky verlor im Irakkrieg beide Beine, ihr älterer Bruder rutschte ins Drogenmilieu ab.
In ihrer Autobiografie „Der Kick des Lebens“, die im August erschien, gewährt Steffi Jones bewegende Einblicke in ihre Vita. Ihr Leben wurde sportlich insbesondere auch von ihrer Nationalmannschafts-Karriere geprägt, die Jones noch vor der WM in China beendete. 111 Länderspiele bestritt sie bis zu ihrem Entschluss zum Rücktritt, den sie am 26. März bekanntgab. Die DFB-Auswahl verteidigte ohne sie den WM-Titel.
Im November wurde Jones dann zum „Gesicht“ der WM im eigenen Land auserkoren. Der Vergleich mit Franz Beckenbauer, dem OK-Chef der WM 2006 in Deutschland, ließ nicht lange auf sich warten. „Er ist der Kaiser, die Lichtgestalt. Aber ich kann sicher viel von ihm lernen. Vielleicht gibt er mir einige Tipps“, sagte Jones damals.