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Frauen-Volleyball : Komplizierter Sommer

Regina Burchardt: „Der Sommer ist sehr lang, ich bin auf alles gefasst“ Bild: Wonge Bergmann

In Kattowitz bereitet sich die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft auf die Olympiaqualifikation in Ankara vor. Der Weg nach London könnte auch noch über Tokio führen. Die Wiesbadenerin Regina Burchardt steht bereit.

          Wer die Reisepläne von Regina Burchardt in diesem Sommer nachvollziehen will, muss sich im Atlas gut zurechtfinden. London ist das Traumziel, doch mit einem einfachen England-Flug ist es nicht getan. Der beschwerliche Weg könnte über Polen, die Türkei und Japan führen, mit Zwischenstopps in Wiesbaden und Berlin. Derzeit hält sich die Außenangreiferin des VC Wiesbaden für ein paar Tage in Kattowitz auf, wo die Frauen-Nationalmannschaft an diesem Donnerstag und am Freitag zwei Testspiele gegen Polen absolviert. Wenn es gut für sie läuft, geht ihr Trip am Sonntag direkt weiter zur Olympiaqualifikation nach Ankara. Vielleicht wird Burchardt aber auch am Samstag zurück nach Hause geschickt.

          Nach den Polen-Spielen will Nationaltrainer Giovanni Guidetti seinen zwölfköpfigen Kader aus dem bislang 15 Spielerinnen umfassenden Pool für das kontinentale Qualifikationsturnier in der Türkei benennen. Hinter der gesetzten Volleyball-Ikone Angelina Grün und Italien-Profi Maren Brinker kämpfen neben Regina Burchardt auch Anne Matthes und Heike Beier um die Kaderplätze im Außenangriff. „Meine Position ist wacklig“, sagt Regina Burchardt und macht sich keine übermäßigen Illusionen, doch natürlich will die Wahl-Wiesbadenerin in den kommenden beiden Spielen intensiv um ihre Chance kämpfen. „Es kann immer viel passieren“, weiß die Achtundzwanzigjährige zudem aus eigener Erfahrung.

          Im vergangenen Jahr war sie nach dem letzten Lehrgang vor der Europameisterschaft von Guidetti aus dem Aufgebot gestrichen worden, um dann einen Tag später für die verletzte Heike Beier nachzurücken. „Ich hatte gerade die Tasche zu Hause abgestellt, als der Anruf kam“, sagte sie damals. Und kehrte dann mit der Silbermedaille von ihrem Überraschungsaufenthalt in Italien und Serbien zurück. Sollte sie auch diesmal vorläufig aussortiert werden, würde sie sich bei ihrem Verein fit halten und vielleicht mal ihre Eltern in Berlin besuchen, aber keine größere Reise buchen: „Wenn ein Anruf kommt, stehe ich sofort bereit.“ Doch vielleicht ist sie auch direkt dabei: „Am Samstag wissen wir mehr.“

          Das Qualifikationsturnier in der Türkei hat mindestens die gleiche Qualität wie die Europameisterschaft. Acht Mannschaften spielen zwischen dem 1. und 6. Mai um einen Olympiaplatz, außer dem bereits für London qualifizierten Worldcup-Sieger Italien ist alles dabei, was im europäischen Volleyball Rang und Namen hat. Die Deutschen, immerhin zweitbestes europäisches Team beim Worldcup 2011, können sich berechtigte Hoffnung auf einen abermaligen Spitzenplatz machen. Sie sind in der Gruppenphase gegen Kroatien, Türkei und Bulgarien favorisiert, müssten in der Finalrunde aber Weltmeister Russland, Europameister Serbien - oder beide - schlagen.

          Selbst wenn die deutschen Frauen am Ende doch wieder nur Zweiter werden, gäbe es für sie noch einen weiteren Ausweg: Beim finalen Qualifikationsturnier vom 19. bis zum 27. Mai in Tokio werden weitere drei Olympiaplätze ausgespielt. Warum das so kompliziert gemacht wird, weiß auch Regina Burchardt nicht, aber sie wäre dabei: „Der Sommer ist sehr lang, ich bin auf alles gefasst.“

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