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Französischer Handball Meister unter Betrugsverdacht

 ·  Dem französischen Handball droht nur wenige Wochen nach dem Olympia-Sieg ein Eklat: Einen Tag vor seinem Champions-League-Spiel in Flensburg gerät Meister Montpellier AHB unter Manipulationsverdacht.

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© dpa Vergrößern Viele Fragen an MAHB: Journalisten warten vor der Geschäftsstelle auf offizielle Statements

Das Team des früheren Kieler Stars Nikola Karabatic und weiterer Olympiasieger wird verdächtigt, ein Spiel absichtlich verloren zu haben, um Verwandten der Spieler hohe Wettgewinne von bis zu 250.000 Euro zu ermöglichen. Gegen acht MAHB-Profis sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, berichteten der Sender „France 3 Languedoc-Roussillon“ und andere Medien an diesem Mittwoch unter Berufung auf Justizkreise. Den betroffenen Spielern drohe wegen Sportkorruption und Betrug angeblich ein Freiheitsentzug von bis zu drei Jahren und drastische Geldstrafen, berichtete die Zeitung „Le Figaro“.

Montpelliers Vereinspräsident Rémy Lévy räumte bereits ein, er sei in Zusammenhang mit der Affäre von der Polizei angehört worden. „Ja, sicherlich. Auch neulich (der Trainer) Patrice Canayer. Ich will aber das Ermittlungsgeheimnis wahren“, wurde Lévy an diesem Mittwoch von der Onlineausgabe der Zeitung „Midi Libre“ zitiert. Er werde um die Ehre des Klubs kämpfen. Für die Spieler müsse der Grundsatz der Unschuldsvermutung gelten.

Nikola Karabatic, Frankreichs Sportler des Jahres 2011, ließ über seinen Manager ausrichten, dass er nicht auf dem Laufenden und ob der Nachrichten überrascht gewesen sei. Die Montpellier-Profis sind aktuell in Norddeutschland, um sich auf das Champions-League-Duell an diesem Donnerstagabend (19 Uhr) bei der SG Flensburg-Handewitt vorzubereiten. Sie sollen nach ihrer Rückkehr von der französischen Kriminalpolizei angehört werden, schrieben Medien. Drei der vier MAHB-Olympiasieger sollen in den Skandal angeblich verwickelt sein, hieß es.

Neben Karabatic standen vergangene Saison auch die späteren Olympiasieger William Accambray, Michaël Guigou und Samuel Honrubia bei MAHB unter Vertrag. Bei der Affäre geht es um die sensationelle 28:31-Niederlage des französischen Rekordmeisters am 12. Mai beim abstiegsgefährdeten Cesson-Rennes HB. Montpellier stand damals schon als Meister fest, die späteren Olympiasieger Karabatic und Honrubia waren wegen Verletzung nicht dabei. Cesson-Präsident Philippe Barberet sagte an diesem Mittwoch, bei dem Spiel damals wäre alles mit rechten Dingen zugegangen: „Ich verstehe das nicht (...) niemand hat während des Spiels etwas Komisches gesehen.“ Der Wettanbieter Française des Jeux (FDJ) sah es anders.

„Ungewöhnlich hohe Wetteinsätze“ registriert

FDJ registrierte „ungewöhnlich hohe Wetteinsätze“ auf das Spiel in Cesson und meldete diese den zuständigen Behörden. Während der Halbzeitpause seien besonders viele und hohe Einsätze auf eine Niederlage von MAHB gewettet worden. Laut „France 3“ hat die Polizei herausgefunden, dass viele Wetten damals von Ehefrauen, Freundinnen und andere Verwandten der Spieler sowie von dem MAHB nahestehenden Personen eigegangen seien. Gilles Soulié, Chef der Kriminalpolizei in Montpellier, wollte diese Berichte auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

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