27.05.2009 · Für die Frankfurt Skyliners ist die Basketball-Bundesliga beendet. Im vierten Play-off-Spiel unterlagen sie zum dritten Mal den Baskets Oldenburg, die den Skyliners immer ein Stückchen voraus liefen.
Von Leonhard KazdaEndstation Ballsporthalle Frankfurt: Für die Frankfurt Skyliners ist die Saison in der Basketball-Bundesliga vorbei. Die Baskets aus Oldenburg siegten am Dienstagabend im vierten Spiel der Play-off-Serie „best of five“ vor 4300 Zuschauern zum dritten Mal und sicherten sich somit den Einzug ins Halbfinale. 69:72 unterlagen die Spieler von Trainer Murat Didin in einer überaus spannenden Partie, deren Schlussphase kuriose Züge trug. Noch Sekunden vor Schluss lagen beide Teams beim 69:71, das Jekel Foster per Freiwurf erzielte, nur knapp auseinander. Dann sorgte eine merkwürdige Schiedsrichterentscheidung für Trubel, als die Unparteiischen den Baskets den Rebound nicht zustanden, da die Sirene ertönt war. Danach schafften es die Skyliners nicht mehr, sich gegen die zupackende Oldenburger Abwehr durchzusetzen.
„Die Enttäuschung ist immens“, sagte Pascal Roller, nachdem das Schlusssignal die Partie beendet hatte. „Es ist bitter, dass wir ausgeschieden sind.“ Seine Spieler hätten bis zum Schluss noch an den Sieg geglaubt, sagte Didin, „aber am Ende muss man es so akzeptieren, wie es gekommen ist“. Beste Frankfurter Schützen waren Roller und Derrick Allen, beide erzielten 16 Punkte.
Oldenburg lief den Skyliners immer ein Stückchen weg
Die Skyliners hatten wie schon im dritten Play-off-Spiel in Oldenburg am Sonntag auf ihren Power Forward Lorenzo Gordon verzichten müssen, der wegen einer Muskelverletzung in dieser Saison wohl nicht mehr spielen wird - ein herber Verlust für die Frankfurter, war der Amerikaner doch bislang einer der wenigen Spieler im Team von Trainer Murat Didin, die sich beim Kampf unmittelbar unter dem Korb behaupten konnten. Wieder mit von der Partie war dafür Titus Ivory, der zwar schon zwei Tage zuvor in Oldenburg auf der Bank gesessen hatte, aber wegen anhaltender Kniebeschwerden nicht zum Einsatz gekommen war.
Mit dem Blick zurück auf das Spiel am Sonntag gab es Steigerungsbedarf bei den Skyliners. Beim 50:61 hatten die Frankfurter die niedrigste Punktausbeute in dieser Saison geboten und sich dabei auch noch die schlechteste Wurfquote aus dem Feld erlaubt. Dass die Hessen fest dazu entschlossen waren, es besser zu machen, war von Anfang an zu spüren. Doch auch die Gegenwehr der Oldenburger war vom Start weg vehement und wirkungsvoll. So dauerte es nur zwei Minuten, bis die Baskets wieder die Nase vorne hatten. Und es entspann sich eine Begegnung, die stark an die vorangegangene Partie am Sonntag erinnerte. Oldenburg lief den Skyliners immer ein Stückchen weg, die schnellten wie an einem Gummiband gezogen hinterher - wobei der Schwung aber nie so stark war, dass die Hessen dabei an den flinken Niedersachsen vorbeihuschen konnten.
Skyliners waren auf dem besten Weg zu einem Sieg
14:19 lagen sie nach dem ersten Viertel zurück, aber arbeiteten sich im zweiten Durchgang wieder bis auf drei Punkte heran, als Anthony King den Ball in den Korb tippte. Es glückte den Skyliners von da an, die Distanzen geringer zu halten. Was keineswegs leicht war. Denn diesmal waren die Oldenburger Distanzschützen in wesentlich besserer Form als noch zwei Tage zuvor. So erhöhte Miladin Pekovic kurz vor der Pause auf 35:27, aber die Skyliners konterten. Derrick Allen traf drei Freiwürfe, und kurz darauf war es wieder einmal der Kapitän, der seine Mannschaft auf Kurs hielt. Sein famoser Fernwurf prallte ans Brett und flutschte durch den Ring, während die Halbzeitsirene ertönte - ein sogenannter „Buzzer Beater“. 33:36 stand zunächst als Halbzeitstand auf der Anzeigetafel. Dieser wurde aber noch auf 32:36 korrigiert; Roller hatte beim Wurf wohl auf der Dreipunktelinie gestanden.
Die Pause tat den Skyliners offenbar gut. Zwar sorgten die Oldenburger weiter durch ihre Distanzwürfe für Druck, aber die Profis von Trainer Didin hielten dagegen. Beinahe wäre Derrick Allen im dritten Viertel der Ausgleich gelungen, aber sein Freiwurf sprang von Ring zurück ins Feld - und so führte Oldenburg 55:54. Kurz zuvor war Titus Ivory erstmals in dieser Partie aufs Parkett gelaufen und sorgte zusätzlich für Schwung. Beim Stande von 56:57 endete das dritte Viertel - und Ivory war es, der gleich nach Beginn der vierten Spielzeit per Freiwurf den ersehnten Ausgleich zum 57:57 erzielte. Kurz darauf sorgte Allen mit einem Korbleger zum 59:57 für die Führung. Und Oldenburg schwächelte. Plötzlich lagen die Hessen 64:57 vorne und waren auf dem besten Weg zu einem Sieg. Doch dann kam der Baskets-Angriff zurück - und in der turbulenten Endphase fehlte den Skyliners schließlich auch ein wenig das Glück.