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Mittwoch, 19. Juni 2013
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„Fest der Begegnung“ Auf Brettern in die Zukunft: Preis und Geld für Rebensburg

 ·  Am Freitag feierte die Stiftung Deutsche Sporthilfe das „Fest der Begegnung“. Der Abend gehörte nicht den großen Namen des deutschen Sports. Zudem wurde deutlich: Die Sporthilfe soll zu einer Bürgerbewegung werden.

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Der Abend begann mit Gelächter und Applaus für eine Aktion, die mit Fair Play nichts zu tun hatte: die geballte Faust des zornigen Handball-Bundestrainers Heiner Brand auf der Jagd nach den Schiedsrichtern, die seine Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Kroatien gerade verpfiffen hatten – das ist schon jetzt eines der Sportbilder des Jahres.

Es war am Freitagabend beim „Fest der Begegnung“ der Stiftung Deutsche Sporthilfe dasjenige Bild eines kurzen Films der deutschen Sportmomente 2009, das die 700 geladenen Gäste in den Räumen der Handelskammer gleich zu Beginn in Stimmung brachte. Nie hat man Brand derart aufgeregt gesehen, und nie wieder wird man ihn so sehen – hat er zumindest versprochen.

Doch der Abend gehörte nicht den großen Namen des deutschen Sports wie Brand, Harting, Nerius, Biedermann oder Steffen, sondern denjenigen, die ohne große Schlagzeilen Medaillen für Deutschland im Jugend- oder Juniorenalter holen. Eine Unbekannte ist die „Juniorsportlerin des Jahres 2009“ dabei nicht: Viktoria Rebensburg wurde mit 97 von 100 möglichen Punkten gewählt und erhielt die Auszeichnung mit dem wichtigsten Nachwuchspreis im deutschen Sport.

„Ob drei oder fünf Euro im Monat ist zunächst einmal gleich“

Die 20 Jahre alte alpine Skirennläuferin aus Kreuth ist dreifache Weltmeisterin bei den Junioren. Es passte, dass Maria Riesch die Laudatio hielt; sie selbst wurde 2004 als Juniorsportlerin ausgezeichnet. Der erste Preis ist mit 6000 Euro dotiert. Platz zwei ging an die Biathletin Miriam Gössner, Weltmeisterin bei den Junioren (4500 Euro). Dritter wurde der Kugelstoßer David Storl (3000 Euro). Alle drei starten auch schon für die jeweiligen Frauen- oder Männer-Nationalmannschaften.

Dass der deutsche Sport viel mehr als Fußball ist, wurde auch bei der Prämierung bei den Mannschaften deutlich. In einem Jahr mit kontinentalen oder gar Welttiteln für deutsche Nachwuchsteams im Volleyball (weiblich), Handball (männlich) und Hockey entschied sich die Jury für die Junioren-Mannschaft des Deutschen Hockey-Bundes (DHB). Sie holte den Titel bei der WM in Malaysia gegen Holland (3:1) und wurde auch als fairste Mannschaft des Turniers ausgezeichnet. „Wenn man am Ende gegen Holland gewinnt, ist es besonders schön“, sagte Kapitän Martin Häner und hatte die Lacher auf seiner Seite. Wie alle prämierten Sportler dankte er ausdrücklich der Stiftung Deutsche Sporthilfe für ihre Unterstützung.

Deren Chef Werner Klatten sagte in seiner Eröffnungsrede, die Sporthilfe solle zu einer Bürgerbewegung werden. „Wir tun schon viel, aber wir müssen noch mehr tun, um unsere Athleten international wettbewerbsfähig zu halten. Wir wollen versuchen, durch Kleinspenden mehr Mittel zu generieren. Ob drei oder fünf Euro im Monat ist zunächst einmal gleich.“ Die Sporthilfe möchte so mindestens eine Million Euro zusätzlich einwerben; 2009 wurden knapp elf Millionen Euro an die Sportler ausgeschüttet, wobei die mittlere Fördersumme pro Athlet bei 200 bis 400 Euro im Monat liegt.

„Wir haben die Play-off-Spiele am Ende um einen Punkt verpasst“

Der Handball war an diesem Abend nicht nur wegen Brands Faust einer der Hauptakteure. Sondern auch wegen einer fairen Aktion, die das Bundesministerium des Innern (BMI) dazu bewog, seinen Preis für Toleranz und Fair Play im Sport der Oldenburger Nationalspielerin Wiebke Kethorn zu verleihen. Sie hatte im Bundesligaspiel des VfL gegen HC Leipzig auf einen Torwurf verzichtet, weil die gegnerische Torfrau nach einem Kopftreffer am Boden lag.

Stolz nahm Kethorn die Trophäe aus den Händen des Parlamentarischen Staatssekretärs im BMI Christoph Bergner entgegen. Kethorn sagte: „Wir haben die Play-off-Spiele am Ende um einen Punkt verpasst. Das war zwar blöd, aber ich hätte ja in einem anderen Spiel ein Tor mehr machen können.“ Dass einige Kolleginnen damals „Wirf doch endlich!“ riefen, als Kethorn mit Blick aufs leere Tor zögerte, verschwieg sie nicht.

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