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Federer in Hamburg Schwerer Stand auf Sand

Nach der überraschenden Zweitrundenniederlage in Wimbledon steht Roger Federer beim ATP-Turnier in Hamburg unter Druck. Mit Daniel Brands hat er aber kein leichtes Los zum Turniereinstieg erwischt.

© AFP Vergrößern Ehemalige Tennisstars unken, Roger Federers Gegner könnten den großen Respekt vor ihm verloren haben

Im Grunde ist es nur irgendein Zweitrundenspiel bei einem Tennisturnier der dritten Kategorie, aber diese Partie an diesem Mittwoch steht doch unter besonderer Beobachtung. Roger Federer tritt in Hamburg an, und alle wollen sehen, ob er das Ausscheiden in der zweiten Runde von Wimbledon so gut verkraftet hat, wie er selbst behauptet, oder ob diese sensationelle Niederlage des einstigen Rasenkönigs gegen den Ukrainer Sergej Stachowski doch eine Langzeitwirkung entwickelt. Das behaupten viele der ehemaligen Tennisstars, die das aktuelle Wirken ihre Nachfolger von den lukrativen Kommentatorenplätzen aus verfolgen. Demnach habe es Federer künftig schwerer, weil in der Umkleidekabine der Respekt der Gegner verloren gegangen sei. In diesem Fall muss man sagen, dass Protagonisten wie Boris Becker oder Mats Wilander dies mit Fug und Recht aus eigener Erfahrung sagen können.

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Von Sand also, und das ist überraschend, kann der Schweizer momentan gar nicht genug bekommen. Doch was er da zuletzt zwischen den Zehen beim Erholungsurlaub auf den Malediven fühlte, wo er seine ungewöhnlich große Freizeit mitten im Sommer verbrachte, war natürlich viel angenehmer als das, was ihn nun in Hamburg und bei seinem Heimturnier in Gstaad erwarten wird. Er wird hier wie dort gewinnen müssen, alles andere wäre ein weiterer herber Rückschlag, und dieser Druck beginnt nun schon mit der Partie gegen Daniel Brands. Kein leichtes Los zum Einstieg zurück auf den Untergrund, der dem Spiel des Schweizers am wenigsten entgegenkommt. Der Deutsche hat mit seinem gewaltigen Aufschlag immerhin das Kunststück geschafft, Rafael Nadal bei den French Open einen Satz abzunehmen und den Spanier lange vor große Probleme gestellt. Was also, wenn Brands, der auch noch seinen 26. Geburtstag feiert, wirklich jeden Respekt verloren hat?

ATP Tennisturnier Hamburg © dpa Vergrößern Werbefiguren in Hamburg: Roger Federer (r.) entlastet Tommy Haas als Hauptatttraktion

Für Federer steht mehr auf dem Spiel. Eine Niederlage würde ihm neue Diskussionen zum alten Thema bescheren, außerdem wären weitere Punkte auf dem Weg nach London zum Saisonfinale der acht besten Profis futsch. Im Rennen um einen der Startplätze liegt der Schweizer nur noch auf dem sechsten Rang, und die Konkurrenz ist ihm nahe gerückt, zumal er demnächst auch noch 1000 Punkte für seinen letztjährigen Sieg beim Mastersturnier in Cincinnati zu verteidigen hat. Dem Mann im übrigen, der ihm diese ganze Malaise eingebrockt hat, ist der Sensationserfolg von Wimbledon nicht gut bekommen. Stachowski hat seitdem keine Partie mehr gewonnen, in Hamburg scheiterte er schon in der Qualifikation am Deutschen Cedrik-Marcel Stebe. Die leibhaftige Erinnerung an Wimbledon blieb Federer also erspart, aber die Folgen schwingen immer noch mit.

Quelle: F.A.Z.

 
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