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Fedcup Neues Personal für die Fahrstuhlmannschaft

 ·  Bei ihrem verspäteten Fedcup-Debüt muss Mona Barthel gleich gegen die ehemalige Weltranglistenerste Ana Ivanovic antreten. Angelique Kerber bestreitet das zweite Einzel.

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© dpa Vergrößern Verspätetes Comeback für Deutschland: Mona Barthel

Die Lage erscheint heikel, sportlich und personell, und manche Führungskräfte würden darüber graue Haare bekommen. Es geht schließlich nicht nur um den Wiederaufstieg unter die acht besten Tennisnationen der Welt, was an sich schon eine knifflige Herausforderung ist. Sondern es geht auch darum, für eine junge und aufstrebende Arbeitskraft einen angemessenen Platz in einer verschworenen Gemeinschaft zu finden. Und je kleiner die Gruppe, desto größer die Gefahr, dass Unruhe entsteht: dass alte und neue Ansprüche aufeinanderprallen, dass Hierarchien in Frage gestellt werden, dass es zu Eifersüchteleien kommt, dass Reibereien zu glätten sind.

Barbara Rittner ist, anders als andere Chefs, in der komfortablen Lage, sich über den guten Geist unter ihrem Personal keine großen Sorgen machen zu müssen. Wann immer die Bundestrainerin eine deutsche Tennisdame neu ins Fed-Cup-Team holt, gibt sich die Novizin freundlich und wird von den anderen ebenso empfangen.

Keine leichte Entscheidung

An diesem Wochenende im Relegationsspiel gegen Serbien ist nun also Mona Barthel an der Reihe, als jüngste Debütantin in einer Auswahl, die in den vergangenen Jahren zwischen der ersten und zweiten Fed-Cup-Weltgruppe pendelte und selbst von der Teamchefin als „Fahrstuhlmannschaft“ bezeichnet wird. Die Zweiundzwanzigjährige  wurde von Rittner als zweite Einzelspielerin neben der unumstrittenen Spitzenkraft Angelique Kerber nominiert und erhielt damit den Vorzug vor der weitaus erfahreneren Sabine Lisicki.

Die Entscheidung zugunsten der Jüngeren sei ihr nicht leichtgefallen, sagte die Teamchefin: „Alle sind sehr dicht beieinander. Am Ende waren es ein, zwei Kleinigkeiten, die ich weiß, andere aber nicht, die den Ausschlag gegeben haben.“ Die freundlichen Worte klingen ein wenig nach Heimlichtuerei, dienen aber wohl dem prima Betriebsklima.

Auf ihre Premiere in der Damen-Nationalmannschaft wird Mona Barthel nicht lange warten müssen. An diesem Samstag bekommt sie es gleich im ersten Match mit der serbischen Spitzenkraft zu tun, der früheren Weltranglistenersten Ana Ivanovic. Anschließend zieht die Weltranglistensechste Angelique Kerber gegen die 38 Plätze tiefer eingestufte Bojana Jovanovski als Favoritin in die Stuttgarter Arena ein.

Für das abschließende Doppel am Sonntag berief Barbara Rittner Sabine Lisicki und Anna-Lena Grönefeld. Es sei „ein Traum“, erstmals für Deutschland spielen zu dürfen, sagte Mona Barthel, die mit der Kielerin Angelique Kerber eine schlagkräftige Schleswig-Holstein-Auswahl bildet. Im vorigen Jahr hatte sie zwar schon einmal mit dem Fed-Cup-Team trainiert: „Aber es ist etwas anderes, zu den vier zu gehören.“

Die erste Gelegenheit, in den kleinen Kreis der Damenelite aufgenommen zu werden, hatte die Neumünsterin vor wenigen Wochen noch verstreichen lassen. Schon für das Spiel in der Weltgruppe II, das die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes in Frankreich 3:1 gewann und sich damit das Aufstiegsduell gegen den Vorjahresfinalisten Serbien sicherte, hatte Teamchefin Barbara Rittner Mona Barthel nominieren wollen.

Absage aus persönlichen Gründen

Doch die laut Weltrangliste zweitbeste Deutsche (Platz 28) sagte aus persönlichen Gründen ab, was nicht nur bei der Bundestrainerin Unverständnis hervorrief. Bei einem gemeinsamen Gespräch jüngst am Randes des WTA-Turniers in Miami wurden die Irritationen ausgeräumt. Und zwar restlos, wie alle Beteiligten einhellig behaupten. „Das Wichtigste ist, dass das Team meine Gründe versteht und dass wir uns überhaupt gut verstehen“, sagte Mona Barthel. Besonders betonte sie dieser Tage in Stuttgart, dass sie sich vorstellen könne, „immer dabei zu sein“.

Nachdem sie diesmal dem Ruf gefolgt ist und die körperlich angeschlagene Julia Görges sowie Andrea Petkovic ersetzt, reiht sich Mona Barthel bescheiden in die Damenriege ein. Ansprüche anzumelden, das würde der Debütantin, die im Februar in Paris ihr zweites WTA-Turnier gewann und damit in dieser Saison als einzige Deutsche in den Siegerlisten auftaucht, nicht einmal im Traume einfallen. „Es geht hier ums Team, und nicht um einzelne Personen.“ Ganz ohne Gerangel geht’s bei den Damen allerdings nicht zu. Bei der Kissenschlacht, die sich Fed-CupSpielerinnen im Foto-Auftrag eines Sponsors lieferten, fehlte Mona Barthel allerdings. Gut schlagen will sie sich lieber auf dem Platz.

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