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Fechten Ein Stich für die Fairness

 ·  Fechter Falk Spautz gesteht seinem Gegner einen Treffer zu. Am Ende verpasst er Bronze um genau einen Punkt. Doch Spautz ist überzeugt: „Fairness zahlt sich immer aus.“

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© AFP Vergrößern Großer Sportmann: Falk Spautz (rechts)

Es ist nur der erste Treffer, und ein Gefecht mit dem Degen dauert lang. Falk Spautz hatte zwar einen Stich verspürt, aber die Trefferanzeige blieb dunkel, und auch die Obfrau reagierte nicht. Nur sein Gegner, der Russe Pavel Suchow fragte nach, ob da nicht etwas war? Und Spautz stimmt zu: Da war was! So steht es 1:0 für Suchow im Viertelfinale der Fecht-Weltmeisterschaft in Budapest.

Für den jungen Spautz, 133. der Weltrangliste, ist bei seiner ersten WM-Teilnahme schon der Einzug unter die besten acht ein großer Erfolg. In den ersten drei Runden hatte der 23-Jährige höher eingeschätzte Rivalen bezwungen, darunter den Weltranglistenzweiten Max Heinzer aus der Schweiz. Seine Erkenntnis: „Alle Fechter sind schlagbar.“ Auch der hundert Ranglistenplätze besser eingestufte Russe?

Spautz liefert einen großen Kampf. Mit seinen 2,05 Metern Körpergröße bietet der Leverkusener zwar viel Trefferfläche, hat aber auch den Vorteil der enormen Reichweite. Das Duell steht auf der Kippe: 14:14, der nächste Treffer entscheidet, und der Russe sticht zu: 14:15 - aus der Traum von der Medaille. Hätte er doch nur den ersten Punkt nicht verschenkt! Doch Spautz hadert nicht: „Fairness zahlt sich immer aus. Ich werde das doppelt zurückbekommen.“ Suchow gewinnt WM-Bronze und 5000 Dollar Prämie. Spautz kann auf eine Fair-Play-Medaille hoffen.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)

10.08.2013, 11:43 Uhr

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Von Michael Ashelm

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