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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Fall Schleck Dopage? Sabotage!

 ·  Fränk Schleck sucht nach dem Saboteur: Es kann nur Vergiftung gewesen sein. Der Fall ist klar, Schlecks Gewissen rein. Und die Welt im Radsport besonders schlecht.

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© REUTERS Auf der Suche nach dem Saboteur: Fränk Schleck

Bitte nicht schmunzeln oder gar lauthals lachen, dafür ist die Sache viel zu ernst. Obwohl: Vielleicht darf man sich doch ein bisschen amüsieren, wenn auch nur hinter vorgehaltener Hand. Soll doch allenfalls dezent zu erkennen sein, dass die Geschichte des Sportsfreundes Fränk Schleck auch zum Lächeln animieren kann. Wir verstehen uns, oder?

Der gute Mann hat ja schon genug um die Ohren. Der schlimme Verdacht, dazu plötzlich getrennt von der Tour de France und allen seinen Freunden dort, mit denen man immer so nett plaudern kann. Böse Kommentare, auch in der Heimat, vielleicht sogar Zukunftsängste. Fränk Schleck ist wirklich nicht zu beneiden.

Aktenzeichen FS

Schon gar nicht wegen der brennenden Ungewissheit: Wer war’s? Wer zum Teufel ist so gemein, einem ehrlichen Radrennfahrer so viel Kummer zu bereiten? Schleck braucht jetzt Hilfe, dringend, jeder Hinweis auch aus der Bevölkerung kann wichtig sein. Gesucht wird: der Spitzbube, der dem Luxemburger Heroen so übel mitgespielt hat. Der ihm irgendetwas untergejubelt hat, was jetzt die Doping-Fahnder in Alarm versetzt hat.

Da ist Fränk Schleck sich sicher: Es kann nichts anderes gewesen sein als Sabotage. Er kennt doch sich und seinen Körper genau: Reines Gewissen, reines Blut, das ist die Wahrheit - Aktenzeichen FS! Hat doch schließlich immer wieder merkwürdige Fälle gegeben: Radprofis, die unwissentlich in Fallen tappten und die ganze Chose dann noch ausbaden mussten. Schlechte Welt.

Steaks, Whisky, Stammzellen, Bonbons

Gar nicht so lange her, dass der brave Alberto (Contador) hungrig in ein Steak biss. Und was landete in seinem Magen? Clenbuterol! Was würde er dafür geben, diesen vermaledeiten Metzger endlich ans Messer liefern zu können. Die größte Ungerechtigkeit: Keiner glaubt einem. Keiner kann nachvollziehen, dass überall Gefahren lauern, an jeder Ecke und an jedem Esstisch.

Tyler Hamilton kennt das auch. Er, das Mischwesen, wie er selbst über sich sagte, als irgendwann fremdes Blut bei ihm festgestellt worden war. Keine Manipulation, bewahre! Nur eine natürliche Besonderheit, produziert von Stammzellen seines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders.

Und wenn’s mal um ein bisschen zu viel Testosteron geht? Kein Problem, ihr Kontrolleure. Kann schlichtweg an erhöhtem Konsum von Whisky liegen (Floyd Landis/Vereinigte Staaten) oder an einem besonders wirksamen Tee, der eventuell bei einem Kinderwunsch wertvolle Dienste zu leisten vermag (Christian Henn/Deutschland). Und auch nicht gleich Anklage erheben, wenn ein Radprofi ein wenig verschnupft ist.

Damit hatte Gilberto Simoni leidvolle Erfahrungen gemacht. Der Italiener hatte angeblich Kokain konsumiert. Dabei handelte es sich doch nur, bedauernswerte Seele, um Karamellbonbons aus Südamerika. Ließe sich ohne weiteres fortsetzen, diese Serie der Ungereimtheiten. Halten wir einfach fest: Vergiftet ist nun auf alle Fälle wieder eines - das Klima im Radsport.

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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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