25.10.2008 · 120 Fahrräder, unzählige Ersatzteile und Trikots, dazu Müsliriegel, Energiegetränke und sogar Massagebänke - das aus dem Rennzirkus ausgeschiedene Radsportteam Gerolsteiner hat seinen Ausverkauf begonnen.
Vom Müsliriegel bis zum Rennrad, vom Energiegetränk bis zur Massagebank - das aus dem Rennzirkus ausgeschiedene Radsportteam Gerolsteiner hat seinen Ausverkauf begonnen. „Es ist ein Stück Notwendigkeit. Es war klar, dass so etwas kommen musste“, sagte Teamchef Hans-Michael Holczer, der sich nach den Doping-Schlagzeilen um seine Fahrer Stefan Schumacher und Bernhard Kohl aus dem Radsport zurückziehen will.
Einige hundert Radsport-Anhänger zog es am Samstag ins schwäbische Herrenberg, um Sportausrüstung und Souvenirs zu ergattern. Rund 120 Fahrräder, unzählige Ersatzteile und Trikots - der Gerolsteiner-Sitz verwandelte sich in einen dicht gedrängten Lagerverkauf. „Es hat sich abgezeichnet, im Internet und über E- Mails, dass hier der Bär steppen wird“, sagte Holczer.
Keine Wehmut bei Holczer
Der 54- Jährige, der wegen der Dopingfälle enttäuscht kapituliert hat, verfolgte den Schlussverkauf sachlich: „Wehmut ist weniger da. Ich hatte Zeit, mich darauf einzustellen.“ Der Sponsor hatte schon im September 2007 angekündigt, nach der Saison 2008 aus dem Profiradsport auszusteigen. Trotz intensiver Suche hatte Holczer keinen neuen Geldgeber gefunden.
Nach der Bekanntgabe der positiven A-Probe von Kohl hatte der Herrenberger entschieden, den Rennbetrieb vorzeitig einzustellen. Der geständige Dopingsünder Kohl und Schumacher, der ein Doping-Vergehen bestreitet, waren in einem nachträglichen Test der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD überführt worden. Beide waren auf das Blutdoping-Mittel Cera getestet worden.