01.09.2005 · Die deutschen Hockey-Herren sind bei der Heim-Europameisterschaft in Leipzig auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung nicht zu bremsen. Nach den klaren Siegen über Schottland und Belgien besiegte die DHB-Auswahl auch England mit 1:0 (0:0).
Die deutschen Hockey-Herren sind bei der Heim-Europameisterschaft in Leipzig auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung nicht zu bremsen. Nach den klaren Siegen über Schottland (5:1) und Belgien (4:1) besiegte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) auch England mit 1:0 (0:0). Damit geht die Mannschaft von Bundestrainer Bernhard Peters mit einer „weißen Weste“ in das Halbfinale gegen Spanien am Samstag.
Matthias Witthaus erzielte in der 68. Minute vor 3000 Zuschauern den Siegtreffer für die deutsche Auswahl. Die Spanier hatten zuvor auf der schmucken Anlage am Leipziger Völkerschlachtdenkmal das Duell um den ersten Platz in der Gruppe B gegen den zweimaligen Olympiasieger Niederlande mit 1:2 (0:1) verloren. Turnier-Mitfavorit Niederlande bestreitet sein Halbfinale (Samstag, 11.30 Uhr) gegen Belgien, daß sich durch einen 2:1 (1: 0)-Sieg über Schottland am letzten Spieltag der Vorrunde noch nach vorn gebracht hatte. „Wir spielen voll auf Angriff. So wie immer“, hatte der Zehlendorfer Florian Keller vor der Partie angekündigt: „Wir nutzen das Match gegen die Engländer, um uns weiter einzuspielen.“ Die forsche Ankündigung des in Leipzig bislang glänzend aufgelegten Angriffs-Führers aber blieb zunächst Wunschdenken, weil die DHB-Männer im Gefühl des sicheren Halbfinal-Platzes den letzten Einsatz vermissen ließen.
Engländer scheuten das letzte Risiko
Bernhard Peters bot bis auf den Krefelder Timo Weß (der Kapitän wurde nach gerade überstandenem Mittelfuß-Bruch geschont) seine beste Mannschaft auf. Weß wurde von Philipp Crone (Uhlenhorst Hamburg) als Kapitän und in der Abwehr vertreten. Früh schimpfte Peters über die lustlose Vorstellung seiner Truppe und gab den Wechselspielern ungewohnt große Spielanteile. Die technisch limitierten Engländer vergaben in der 12. Minute durch Ben Havis die große Chance zur Führung. Auf der Gegenseite rettete Englands starker Torwart Nick Brothers gleich zweimal gegen Witthaus (21. und 24.). Spätestens seit diesem Zeitpunkt hatten die EM-Gastgeber ihren Kontrahenten im Griff, schraubten das Schußverhältnis bis zur Pause auf 8:2. Zählbares blieb aber aus, weil Christoph Zeller nach der dritten deutschen Strafecke das Tor nur um Zentimeter verfehlte (33.). Auch nach dem Wechsel konnten sich die Gastgeber nicht steigern und legten beizeiten den „Rückwärtsgang“ ein. Die Partie verflachte. Überraschend scheuten die Engländer, die bei einem eigenen Sieg noch den Einzug in das Halbfinale schaffen konnten, das letzte Risiko.
Grund zur Freude hatten indes die Veranstalter. Die für die EM eingeplanten insgesamt 10.000 Zuschauer sind bereits vor dem Finalwochenende fast erreicht. Auf die Neuauflage des EM-Finales von Barcelona 2003 (1:1 nach Verlängerung, 5:4 für Deutschland im Siebenmeterschießen) gegen die Spanier blickte Trainer Peters gelassen voraus. „Wenn wir Europameister werden wollen, müssen wir alle schlagen.“ Die Spanier, die vor 22 Jahren (4:2) letztmals ein EM-Spiel gegen die DHB-Mannschaft gewinnen konnten, demonstrierten Selbstbewußtsein. „Gut, daß wir jetzt gegen die Deutschen spielen. Es würde doch schlecht aussehen, wenn wir Champion werden, ohne die Deutschen geschlagen zu haben“, meinte Spanien-Coach Maurits Hendriks.