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Eisschnellauf Streit zwischen „Golden Girls“ und Verband eskaliert

Der Konflikt zwischen den Top-Stars und der Führung der Deutschen Eisschnellauf-Gemeinschaft ist eskaliert. Auch zwischen Anni Friesinger und Claudia Pechstein gibt es wieder einmal Unstimmigkeiten.

© picture-alliance/ dpa/dpaweb Vergrößern Als sie noch strahlten...

Der Konflikt zwischen den drei Top-Stars und der Führung der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) ist eskaliert. Einen Tag vor Beginn der Eisschnellauf-Saison mit den Meisterschaften in Erfurt kritisierten die Team-Olympiasiegerinnen Anni Friesinger (Inzell), Claudia Pechstein (Berlin) und Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) die Reformen des Verbandes. Bei der DESG-Spitze stößt dies auf totales Unverständnis.

„Ist doch schön, daß die Medien was zu schreiben haben. Aber wir halten an unserem Kurs fest, weil er richtig ist“, sagte der neue DESG-Vizepräsident Miroslav Kulik am Donnerstag in Erfurt. Präsident Gerd Heinze ist wenig erfreut von der Kritik der Stars. „Die Athletinnen sollten sich mal klar werden, wem sie ihre Erfolge in der Vergangenheit zu verdanken haben. Ich habe für sie stets ein offenes Ohr, aber bis auf Daniela Anschütz hat sich niemand mit seinen Problemen bei mir gemeldet“, sagte Heinze. Er machte gleichfalls klar, daß es eine Rücknahme der Konzepte nicht geben wird. „Es hat Unruhe in vieler Hinsicht gegeben, wir werden nun mit Ruhe und Konsequenz unseren Weg weiter gehen.“

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„Ich fand das nicht glücklich“

Am heftigsten wird von den drei Athletinnen kritisiert, daß nach der im April festgelegten neuen Struktur Männer und Frauen getrennt trainieren und somit Synergieeffekte verloren gehen. So drohte Friesinger sogar, einen Start im Team-Wettbewerb von einem Einlenken der DESG abhängig zu machen. Dies stieß allerdings bei Rivalin Pechstein nicht auf Widerhall. „Ich fand das nicht glücklich, was sie da gesagt hat. Wir sind Olympiasieger und Weltrekordhalter und müssen uns daher unserer Verantwortung stellen“, sagte die fünfmalige Olympiasiegerin aus Berlin, die in Erfurt wegen eines Infekts auf Starts verzichten muß. Für Heinze ist ein Team-Boykott nicht akzeptabel. „Da gibt es nichts zu diskutieren. Ich erwarte von ihr, daß sie startet“, stellte er klar. „Natürlich wäre es uns am liebsten gewesen, wenn alle Top-Damen zusammen trainieren würden und sich voran bringen. Aber das ist ja nicht möglich.“

Pechstein bekräftigte in Erfurt hingegen ihre Kritik an Sportdirektor Günter Schumacher. „Es ist schade, daß Schumacher so wenig mit uns spricht. Die Distanz zwischen ihm und den Athleten wird immer größer. Vor allem die Top-Läuferin hätte man zuvor informieren müssen“, meinte sie. Schumacher reagierte am Donnerstag mit den Worten: „Schritt für Schritt wurde jeder informiert. Aber es ist klar, daß die lieb gewordene Unterstützung nicht in jedem Maße weitergeht. Aber wir müssen auch an die Nachwuchs-Förderung für 2010 und 2014 denken.“

Kritik an den Managern

Mit Unverständnis reagierte Heinze: „Ihre Äußerungen verwundern mich sehr. Wir haben ihren Bemühungen um ein Berliner Privatteam nie Steine in den Weg gelegt und auch für ihren Trainer Joachim Franke einen Honorarvertrag nach Erreichen des Ruhestandes möglich gemacht“, meinte der Präsident, der zugleich das Verhalten von einigen Managern in diesem Zusammenhang kritisierte. Dies wolle sich der Verband auf Dauer nicht mehr bieten lassen. Pechstein ist eher verbittert, daß ihrem verdienstvollen Coach nicht ein besseres Angebot gemacht wurde. „Allen wurde zunächst gekündigt, nur Schumacher wurde nie in Frage gestellt“, sagte sie.

Während Pechstein und Friesinger auf Basis des Engagements ihrer Sponsoren individuelle Trainingspartner verpflichteten und teils aus eigener Tasche bezahlen, steht Daniela Anschütz-Thoms nach dem geplatzten Wechsel in die Berliner Trainingsgruppe völlig im Regen. „Unter diesen Bedingungen muß ich sehen, wie ich in Erfurt diese Saison mit Partnern aus dem Junioren-Bereich so gut wie möglich überstehe“, meinte sie.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 
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Veröffentlicht: 02.11.2006, 17:06 Uhr

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