12.05.2007 · Finnlands Eishockey-Auswahl hat die russischen Hoffnungen auf den WM-Sieg in Moskau durch ein 2:1 im „Sudden Death“ beendet. Anschließend entthronte Rekord-Weltmeister Kanada Titelverteidiger Schweden mit 4:1.
Finnlands Eishockey-Auswahl hat die russischen Hoffnungen auf den ersten Weltmeistertitel seit 14 Jahren beendet. Gegen den WM-Gastgeber zog der Olympia-Zweite am Samstag in Moskau durch ein 2:1 (1:1, 0:0, 0:0) nach Verlängerung als erste Mannschaft in das Endspiel am Sonntag (18.15 Uhr) ein. NHL-Profi Mikko Koivu spitzelte Russlands zu weit vor dem Tor stehenden Schlussmann Alexander Jeremenko in der sechsten Minute der Verlängerung den Puck weg, traf ins leere Tor und verhinderte somit das Traumfinale der Sbornaja mit Kanada.
Im zweiten Halbfinale distanzierte Rekord-Weltmeister Kanada den Olympiasieger Schweden gleich im ersten Spielabschnitt deutlich. Einen Doppelschlag von Michael Cammalleri (12.) und Jonathan Toews (13.) erhöhte Eric Staal (19.) von den Carolina Hurricanes noch vor der ersten Pause zum 3:0. Johan Davidsson (27.) konnte mit seinem siebten Turniertreffer lediglich verkürzen, bevor Rick Nash (33.) die gelungene Revanche für das verlorene Halbfinale vom vergangenen Jahr in Riga perfekt machte.
Erste WM-Niederlage Russlands in Moskau
„Ich würde meinem Torhüter nie die Schuld geben. Wir haben unser Bestes gegeben und möchte mich bei unseren Fans entschuldigen“, sagte Russlands Trainer Wjatscheslaw Bykow. NHL-Star Jewgeni Malkin hatte die Hausherren in der 9. Minute in Führung gebracht, Jukka Hentunen gelang vier Minuten später der Ausgleich vor 13.000 Zuschauern in der Chodynka-Arena.
Für Russland war es die erste Niederlage der WM-Geschichte in der eigenen Hauptstadt, zudem bleibt es dabei, dass seit 1986 kein Gastgeber mehr der Titelgewinn gelang. Finnland kann nun zum zweiten Mal nach 1995 Weltmeister werden; bei der bislang letzten Finalteilnahme 2001 gab es in Hannover ein 2:3 gegen Tschechien. Dagegen bleibt der früheren Eishockey-Großmacht Russland lediglich das Spiel um Bronze gegen den entthronten Titelverteidiger Schweden.
Kein Kräfteverschleiß bei den Finnen
Erst am Donnerstag hatten sich die Finnen 5:4 nach Penaltyschießen gegen die Vereinigten Staaten durchgesetzt. Vom Kräfteverschleiß war jedoch nichts zu merken. Dafür mussten die Nordeuropäer in der Anfangsphase mehrfach für ihre überharte Gangart büßen. Stürmer Sean Bergenheim erhielt für einen Kniecheck gegen Sergej Markow eine Spieldauerdisziplinarstrafe, die folgende Überzahl nutzte Malkin zu seinem fünften WM-Tor. Wenig später saß Koivu auf der Strafbank, doch statt des 2:0 fiel der Ausgleich durch einen Konter von Hentunen.
Danach waren die Finnen gleichwertig und zogen sich viel besser aus der Affäre als beim 4:5 in der Vorrunde. Dort waren die Russen im zweiten Drittel auf 4:1 davon gezogen. Den Hausherren fehlte aber Alexej Morosow: Der bisher beste WM-Torschütze musste wegen einer Knieverletzung passen. Auch bei den Finnen schaute in Petteri Nummelin ein Leistungsträger auf Grund einer Knieblessur zu.