28.04.2009 · Die deutsche Nationalmannschaft verlor auch das dritte Spiel bei der Eishockey-WM in der Schweiz. Nach dem 1:2 gegen Frankreich ist das Team ein Jahr vor der Heim-WM an einem Tiefpunkt angekommen.
Von Marc Heinrich, BernFür die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist die Weltmeisterschaft in der Schweiz endgültig zu einer Schau-Veranstaltung geworden. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp verlor am Dienstag auch das dritte Spiel in der Vorrundengruppe B. Nach dem phasenweise blamablen 1:2 (1:2, 0:0, 0:0) gegen Frankreich muss die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes, die sich eigentlich das Viertelfinale zum Ziel gesetzt hatte, nun an der Abstiegsrunde teilnehmen. Doch selbst bei weiteren Niederlagen im Verlauf des Turniers droht dem Weltranglisten-Zehnten keine Versetzung in die Zweitklassigkeit, weil er als Gastgeber der kommenden A-WM gesetzt ist.
An diesem Abend zeichnete sich früh ab, dass er nicht den gewünschten Verlauf für Krupps Akteure nehmen würde. Der laufstarke Gegner ging in der 4. Minute durch Lussier in Führung und ließ später einen weiteren Treffer von Tardif folgen (17. Minute), der die Abwehr vor Torwart Pätzold im Alleingang austrickste. Zwischendurch war Hecht das vorübergehende 1:1 gelungen (5.). Doch der Ausgleich brachte keine Sicherheit und Ruhe mit sich.
Eine der schlechtesten Leistungen seit Jahren
Ganz im Gegenteil: den Deutschen flatterten spürbar die Nerven. Sie zeigten eine der schlechtesten Leistungen seit Krupp vor vier Jahren die Verantwortung für die Nationalmannschaft übernommen hatte, brachten sich insbesondere mit vielen ungenauen Zuspielen und Strafen immer wieder selbst in Bedrängnis.
Im dritten Abschnitt fehlten lange Ideen und Selbstvertrauen, um der kompakten Defensive der Franzosen beizukommen. Auch Alleingänge von Hackert (51.) und Gogulla (58.) sowie die Herausnahme des Keepers zugunsten eines sechsten Feldspielers im Schlussspurt änderten nichts mehr am ernüchternden Resultat: ausgerechnet ein Jahr vor der Heim-WM ist das deutsche Eishockey mal wieder an einem Tiefpunkt angekommen.