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Eishockey-WM Lettischer Dämpfer

 ·  Rückschlag für die DEB-Auswahl: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verliert bei der Weltmeisterschaft mit 2:3 gegen Lettland. Trotz der Niederlage ist das deutsche Team Gruppen-Dritter.

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© dpa Vergebens bemüht: Ondruschka (im Foto links) und die DEB-Auswahl verlieren gegen Lettland

Deutschlands Eishockey-Nationalmannschaft unterlag Lettland an diesem Sonntagabend mit 2:3 (0:1, 2:1, 0:1). Sie verpasste in ihrem zweiten Spiel der WM 2012 damit den Sprung an die Tabellenspitze ihrer Vorrundengruppe. Durch den Punktverlust müssen die deutschen Cracks nun vermutlich eine der Top-Nation schlagen, um aus eigener Kraft unter die besten Vier ihrer Gruppe und damit ins Viertelfinale zu kommen.

Nach einer schwachen Anfangsphase, haarsträubenden Abwehrfehlern und einem 0:2-Rückstand waren auch die Tore von John Tripp (25. Minute) und Kai Hospelt (33.) sowie eine starke kämpferische Leistung zu wenig. Miks Indrasis (12.) und Mikelis Redlihs (24.) hatten die Letten vor 4162 Zuschauern in Stockholm verdient in Führung geschossen. Tripps glücklicher Anschlusstreffer schien im zweiten Abschnitt die Wende einzuleiten, aber im Schlussdrittel folgte die Enttäuschung durch das Siegtor von Aleksejs Sirokovs (53.). In den nächsten Matches am Dienstag gegen Rekordweltmeister Russland und einen Tag später gegen Gastgeber Schweden steht Deutschland nun unter Druck.

Aggressives Pressing und schnelle Angriffe

Dass Lettland ein deutlich härterer Prüfstein sein würde als Auftaktgegner Italien, war allen deutschen Cracks und auch Coach Kölliker klar. Vor der „russischen Schule“ hatte der Trainer seine Schützlinge besonders gewarnt - und sollte mit seiner Prognose recht behalten. Mit aggressivem Pressing und schnellen Angriffen brachte der Weltranglistenzwölfte die deutsche Auswahl von Beginn an in Bedrängnis. Phasenweise konnte sich die Kölliker-Mannschaft im ersten Drittel minutenlang nicht aus der eigenen Hälfte befreien. Torhüter Dennis Endras, der beim 3:0 im ersten WM-Spiel noch einen Shutout gefeiert hatte, bekam kaum Zeit zum Verschnaufen.

Schon nach 55 Sekunden musste der deutsche Schlussmann gegen Sirokovs klären, in der 4. Minute war er gegen Martins Cipulis zur Stelle. Das 0:1 fiel im Anschluss an einen Scheibenverlust der Deutschen. Nach einem Fernschuss konnten Endras und seine Vorderleute den Puck nicht kontrollieren und Indrasis staubte zum 1:0 ab. Kurz vor der Drittelpause hatte Deutschland riesiges Glück, als Sirokovs den Puck vor dem komplett leeren Tor vertändelte. Im Angriff war zunächst kaum eine Linie zu erkennen. Die einzige Großchance im ersten Drittel vergab Sinan Akdag, der am früheren DEL-Keeper Edgars Masalskis scheiterte (16.). Der Verteidiger war nur wenige Stunden vor Spielbeginn offiziell gemeldet worden, weil der DEB nicht mehr mit kurzfristiger Verstärkung aus Nordamerika rechnet. Akdag ist der erste türkischstämmige deutsche Profi bei einer Eishockey-WM.

Sehenswerte Kombination zum Ausgleich

Im zweiten Spielabschnitt schien sich am Spielgeschehen nichts zu ändern, vor allem nach dem zweiten Gegentreffer durch Redlihs, bei dem Endras mit einer Parade in die Mitte nicht den allerbesten Eindruck hinterließ. Dann aber hatten die Deutschen Glück: Nach einem Bully kam der Puck vor dem Tor zu Tripp, der sich drehte und die Hartgummischeibe über die Linie schob. Deutschland fand nun im Angriff öfter den Weg zum Tor und dank einer sehenswerten Kombination zum Ausgleich. Nachdem Patrick Reimer noch am Pfosten gescheitert war, machte es Hospelt Sekunden später besser. Deutschland kämpfte, wurde letztlich aber auch durch drei unnötige Strafzeiten im Schlussdrittel um den Erfolg gebracht. Als Florian Ondruschka wegen Spielverzögerung draußen saß, fiel der dritte Gegentreffer. Der Sieg für die Letten.

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