Für Abwehrroutinier Christoph Schubert war es „eines der schlechtesten Spiele in der Geschichte des deutschen Eishockeys“ und für Bundestrainer Jakob Kölliker „ein Desaster“. Nach dem 4:12-Debakel gegen Norwegen bei der Eishockey-WM in Finnland und Schweden liegt das deutsche Nationalteam vor dem entscheidenden Spiel um die direkte Olympiaqualifikation an diesem Dienstag gegen Tschechien (16.15 Uhr) am Boden.
Wir müssen jetzt innerhalb eines Tages wieder auf die Beine kommen, um das immens wichtige Spiel gegen Tschechien noch zu bestreiten“, sagte Kölliker nach der Demütigung gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um das angestrebte Erreichen des Viertelfinales. Das ist seit der heftigen Pleite am Sonntag in Stockholm nicht mehr zu schaffen.
Gegen Tschechien geht es nun darum, in der WM-Endabrechnung vor der Schweiz zu bleiben. Dies würde bedeuten, dass Deutschland in der Weltrangliste vor den Eidgenossen unter den Top-Neun-Nationen bliebe. Damit wäre die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) sicher 2014 im russischen Sotschi bei Olympia dabei.
Andernfalls droht ein mühseliger Ausscheidungskampf in einem Qualifikationsturnier Anfang des kommenden Jahres. Köllikers Landsleute spielen am Dienstag in der Gruppe A in Helsinki gegen die Vereinigten Staaten und dürfen dabei nicht mehr Punkte holen, als Deutschland zuvor gegen den früheren Weltmeister Tschechien.
Wobei die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nach den meisten Gegentoren in einem WM-Spiel seit dem 1:12 gegen Schweden vor 29 Jahren selbst mindestens einen Punkt benötigt. „Das wird ein hartes Stück Brot“, befand Kölliker nach der Niederlage selbst.
Der Schweizer, der als Trainer nur einen Vertrag bis zum Ende der WM hat, danach aber eigentlich DEB-Sportdirektor werden soll, will nur an der direkten Olympiaqualifikation und nicht am 4:12 gegen Norwegen gemessen werden. „Das war immer das erklärte Ziel. Da müssen wir nach dem Turnier Bilanz ziehen“, sagte Kölliker.
„Ich muss schauen, wie sie reagieren“
Wichtig ist auch, wie der Bundestrainer die Torhüter Dennis Endras und Dimitrij Kotschnew, die beide gegen Norwegen zum Einsatz kamen, wieder aufrichten kann und wer von beiden gegen Tschechien spielt. „Torhüter ist eine wichtige Position. Beide haben schon Höhen und Tiefen erlebt und ich muss schauen, wie sie reagieren“, sagte Kölliker.
Beide Keeper waren die einzigen deutschen Spieler, die völlig entnervt nach dem Spiel in die Kabine gingen und sich in der Mixed Zone nicht mehr den Journalisten stellten.
Deutschland: Tor: Endras (HIFK Helsinki), Kotschnew (Atlant Mytischtschi) Abwehr: Krueger (Charlotte Checkers), Schubert (Hamburg Freezers) - Fischer (Grizzly Adams Wolfsburg), Lavallee (Kölner Haie) - Ondruschka (Straubing Tigers), Nikolai Goc (Adler Mannheim) - Reul (Adler Mannheim) Angriff: Hospelt (Grizzly Adams Wolfsburg), Tripp (Kölner Haie), Rankel (Eisbären Berlin) - Reimer (DEG Metro Stars), Ullmann (Adler Mannheim), Gogulla (Kölner Haie) - Kaufmann (DEG Metro Stars), Greilinger (ERC Ingolstadt), Marcel Goc (Florida Panthers) - Kink (Adler Mannheim), Barta (Malmö Redhawks), Schütz (Kölner Haie), Furchner (Grizzly Adams Wolfsburg)
Norwegen: Tor: Haugen Abwehr: Trygg, Tollefsen - Holos, Bonsaksen - Kaunismaki, Solberg - Lokken Angriff: Hansen, Skroder, Thoresen - Spets, Bastiansen, Mathis Olimb - Holtet, Roymark, Rosseli Olsen - Kristiansen, Ask, Martinsen, Ken Andre Olimb
Schiedsrichter: Bulanow/Kaval (Russland/USA)
Zuschauer: 2462
Tore: 0:1 Thoresen (00:20), 0:2 Thoresen (01:28), 0:3 Roymark (05:07), 0:4 Spets (23:16), 0:5 Kaunismaki (24:12), 0:6 Holos (27:52), 0:7 Thoresen (32:07), 0:8 Skroder (33:24), 0:9 Trygg (34:07), 1:9 Reimer (38:25), 1:10 Skroder (40:44), 2:10 Krueger (41:01), 2:11 Hansen (43:15), 3:11 Kink (46:27), 3:12 Trygg (52:05), 4:12 Fischer (57:17)
Strafminuten: 16 + 10 Reul / 12