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Eishockey-WM Deutsche überrumpeln übermächtige Russen

29.04.2011 ·  Sensation in der Slowakei: Zum Auftakt der Eishockey-WM schlägt Deutschland den 25maligen Titelträger Russland mit 2:0. Thomas Greilinger und Patrick Reimer schießen die Tore für die Auswahl von Trainer Uwe Krupp.

Von Marc Heinrich
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Das geht ja gut los! Für die Eishockey-Nationalmannschaft hat die Weltmeisterschaft in der Slowakei mit einem sensationell anmutenden 2:0-Sieg (0:0, 1:0, 1:0) gegen Rekordweltmeister Russland begonnen. Thomas Greilinger (25. Minute) und Patrick Reimer (58.) sorgten mit ihren Toren dafür, dass die deutsche Auswahl im 38. WM-Duell seit 1954 gegen die in der Vergangenheit übermächtige „Sbornaja“ zum ersten Mal das bessere Ende für sich hatte. Durch den sporthistorischen Triumph besitzt das Team von Bundestrainer Uwe Krupp beste Chancen, sein Minimalziel bei diesen Titelkämpfen, die Qualifikation für die Zwischenrunde, frühzeitig zu erreichen. Im kommenden Turnierspiel, an diesem Sonntag gegen Gastgeber Slowakei , ist der Erfolgsdruck nun spürbar geringer. Überragender Akteur und einmal mehr Matchwinner war Torwart Dennis Endras: Der Schlussmann der Augsburger Panther parierte 31 Schüsse - und verschwand nach der Schlusssirene in einer Traube aus jubelnden Mitstreitern.

Endras ist der erste Torwart in der deutschen Eishockey-Geschichte, dem es gelang, gegen Russland „zu null“ zu spielen. Der 25-Jährige, der im Sommer nach Nordamerika zum NHL-Klub Minnesota Wild wechselt, wurde verdientermaßen als „Spieler des Tages“ ausgezeichnet. Der russische Trainer Slawa Bykow nannte ihn in einer Mischung aus Anerkennung und Entsetzen „den Schrecken unserer Stürmer“. Endras selbst lobte sich und seine Vorderleute für „zwei brutal gute Drittel“. Nur gegen Ende, als der Gegner auf drei Angriffsreihen umstellte und die Scheibe fast pausenlos in der Hälfte der Deutschen hielt, sei es aus seiner Sicht „ein bisschen eng“ geworden - „doch zum Glück war ja dann Reimer zur Stelle“.

Der Profi der Düsseldorf MetroStars vollendete mit einer Energieleistung einen Konter im Alleingang gegen zwei russische Verteidiger und Keeper Jewgeni Nabokow zur Entscheidung. Durch den Coup wuchs in Reihen des DEB die Hoffnung, dass diese Veranstaltung ähnlich spektakulär verlaufen könnte wie die WM im eigenen Land im vergangenen Jahr, als Deutschland mit dem vierten Platz für das beste Ergebnis seit 1953 gesorgt hatte. Wie vor zwölf Monaten mit dem Auftaktsieg vor 77:000 Zuschauern gegen die Vereinigten Staaten (2:1) gelang Krupps Kollektiv ein Start nach Maß; zugleich glückte die Revanche für das mit 1:2 Toren gegen die Russen verlorene WM-Halbfinale in Köln 2010.

„Irgendwann geht aber schon was rein“

Das Auftreten bei der Premiere in Bratislava erinnerte in vielerlei Hinsicht positiv an den wundersamen Mai vor Jahresfrist: Im 95. Aufeinandertreffen mit dem 25-maligen Weltmeister präsentierte sich der Außenseiter ohne falsche Hemmungen und hatte im ersten Drittel durch André Rankel und Christoph Ullmann sogleich die besseren Möglichkeiten. Trotz eines klar positiven Schussverhältnisses scheiterten die Deutschen zunächst immer wieder an Nabokow. „Irgendwann geht aber schon was rein“, mutmaßte Rankel in der ersten Pause - und der Meister-Stürmer der Eisbären Berlin sollte Recht behalten.

Im Mittelabschnitt erzielte Greilinger vom ERC Ingolstadt durch die Schoner Nabokows die verdiente Führung. Die russischen Puckkünstler erhöhten anschließend zwar Tempo und Zweikampfhärte, übertrieben es aber mit so manchem Solo und fanden spätestens in Endras ihren Meister. Er ragte mit seinen Paraden aus einer überzeugenden deutschen Einheit heraus. „Heute dürfen wir schon mal lachen und feiern“, sagte Endras später zufrieden - ehe er sich wie seine Kollegen auf einer Ehrenrunde vor 9000 Zuschauern beklatschen ließ.

Deutschland - Russland 2:0 (0:0,1:0,1:0)
Deutschland:
Tor: Endras (Augsburger Panther) Abwehr: Krueger (SC Bern), Dietrich (Adler Mannheim) - Holzer (Toronto Marlies), Braun (Eisbären Berlin) - Lavallee (EHC München), Hördler (Eisbären Berlin) - Goc (Adler Mannheim) Angriff: Wolf (Iserlohn Roosters), Hospelt (Grizzly Adams Wolfsburg), Rankel (Eisbären Berlin) - Müller (Toronto Marlies), Greilinger (ERC Ingolstadt), Ullmann (Kölner Haie) - Tripp (Kölner Haie), Schütz (ERC Ingolstadt), Gogulla (Kölner Haie) - Kreutzer (DEG Metro Stars), Barta (Hamburg Freezers), Reimer (DEG Metro Stars)
Russland: Tor Nabokow Abwehr: Nikulin, Below - Atjuschow, Tjutin - Kalinin, Kornejew - Kulikow, Jemelin Angriff: Kaigorodow, Kowaltschuk, Morosow - Saripow, Sinowjew, Radulow - Tereschtschenko, Artjuchin, Afinogenow - Gorowikow, Kulemin, Tarassenko
Schiedsrichter: Burchell/Reiber (Kanada/Schweiz)
Zuschauer: 9049
Tore: 1:0 Greilinger (24:19), 2:0 Reimer (57:53)
Strafminuten: 6 / 4

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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