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Eishockey-WM Der deutsche Medaillentraum ist beendet

11.05.2011 ·  Man kann auch Leistung bringen in den Farben Blau-Gelb: Schweden ist bei der Eishockey-WM zu stark für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft. Auch im Viertelfinale knüpfen die Deutschen nicht an die Top-Leistungen aus der Vorrunde an.

Von Marc Heinrich
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Für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist der Traum von der ersten Weltmeisterschaftsmedaille seit 1953 am Mittwoch in der Slowakei zu Ende gegangen. Die Nationalmannschaft unterlag im Viertelfinale der Titelkämpfe Schweden 2:5 (1:2, 1:2, 0:1). Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp, das so famos gegen Russland in die WM gestartet war und zu Beginn mit drei Siegen in Folge große Hoffnungen geweckt hatte, konnte den Skandinaviern in der Arena von Bratislava lange Paroli bieten, fand im Laufe des Abends aber nicht die geeigneten spielerischen Mittel, um sich gegen die individuelle Überlegenheit des Gegners durchzusetzen. Die Schweden treffen im Halbfinale am Freitag auf Titelverteidiger Tschechien, der am Nachmittag die Vereinigten Staaten 4:0 bezwang (siehe: Eishockey-WM: Jagr schießt Tschechen ins Halbfinale).

Bei der Neuauflage des WM-Spiels um den dritten Platz aus dem Vorjahr in Köln, das die Deutschen ebenfalls verloren hatten (1:3), erwischte die DEB-Auswahl einen schlechten Start. Es waren lediglich 27 Sekunden gespielt, da lagen sie schon wieder in Rückstand. Abermals war es mit Robert Dietrich ein Mann in einem schwarz-rot-goldenen Trikot, der den Puck unhaltbar für Schlussmann Dennis Endras abfälschte; es war bereits das vierte Eigentor in der WM-Zwischenrunde. Offiziell gutgeschrieben wurde das 1:0 dem Schweden Martin Thornberg, der den Schuss zuvor fast von der blauen Linie aus abgegeben hatte.

Als Wirkungstreffer entpuppte sich das Malheur zunächst nicht. Krupp hatte die vierte Sturmreihe für diese Partie umgestellt und schon in der zweiten Minute machte sich die Rochade bezahlt. Alexander Barta vollendete einen Vorstoß, den Frank Mauer und Marcus Kink, die ihm diesmal zur Seite gestellt worden waren, mit ihrem beherzten Eingreifen in der neutralen Zone eingeleitet hatten. Der rasche Ausgleich sorgte für Selbstvertrauen bei den Deutschen, die ihre Checks an der Bande fortan mit Elan ausführten und deren Zweikampfstärke dem achtmaligen Weltmeister nicht so recht behagte: John Tripp hatte die Führung zweimal auf dem Schläger (9., 12. Minute), verzog jeweils aber knapp.

Krupps Zukunft offen

Effektiver war das „Tre-Kronor“-Team, dessen Topscorer Patrik Berglund einen Stellungsfehler in der Verteidigung zum 2:1 nutzte (16.); für den NHL-Stürmer der St. Louis Blues war es das siebte WM-Tor. Im Mittelabschnitt ließ sich die DEB-Auswahl zwar nicht wieder so schnell überrumpeln, sah sich aber zusehends in die Defensive gedrängt. Das 3:1 durch Niklas Persson war in Anbetracht des in dieser Phase hohen Drucks der Schweden folgerichtig (25.). Möglichkeiten, den Anschluss bei Kontern wieder herzustellen, waren vorhanden, doch Philip Gogulla (26.) und Kai Hospelt (27.) scheiterten am aufmerksamen Keeper Viktor Fasth. Außerdem fehlte dem deutschen Powerplay die Durchschlagskraft.

Auch mit dem 4:1, erzielt von Loui Eriksson (29.), war die Entscheidung aber nicht gefallen, denn Krupps Profis wehrten sich weiter nach Kräften und trafen durch Kapitän Michael Wolf (39.) zum zweiten Mal, ehe abermals Thornberg zum 5: 2-Endstand zur Stelle war (49.). Ob sich Krupp nun, wie von DEB-Präsident Harnos angekündigt, ausschließlich auf seine künftigen Vereinsaufgaben als Manager und Trainer der Kölner Haie konzentrieren wird oder die Verantwortung als Coach der Nationalmannschaft zumindest kommissarisch noch einige Montage behält, wird sich offenbar Anfang kommender Woche entscheiden (siehe auch: Eishockey-Nationalmannschaft: Bleibt Krupp doch Bundestrainer?).

Die Kritik an Harnos, der in den Verhandlungen zuletzt von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch gemacht hatte, nahm am Mittwoch zu. Jürgen Arnold, der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Eishockey Liga (DEL), warf dem Verbandspräsidenten vor, seit er die Angelegenheit zur Chefsache erklärt habe, herrsche in dieser für den Sport so bedeutenden Personalie Funkstille. Harnos kündigte dagegen an, in einem Treffen mit der DEL-Spitze am kommenden Montag die strittige Zukunftsfrage besprechen zu wollen.

Viertelfinale, in Bratislava
Schweden - Deutschland 5:2 (2:1,2:1,1:0)
Schweden:
Tor: Fasth
Abwehr: Gunnarsson, Petrasek - Rundblad, Kronwall - Fernholm, Erixon - Ekman Larsson
Angriff: Thörnberg, Berglund, Pääjärvi - Eriksson, Persson, Nilsson - Tedenby, Krüger, Silfverberg - Sjögren, Ericsson, Wallin, Backlund Deutschland: Tor: Endras (Augsburger Panther)
Abwehr: Krueger (SC Bern), Dietrich (Adler Mannheim) - Holzer (Toronto Marlies), Braun (Eisbären Berlin) - Lavallee (EHC München), Hördler (Eisbären Berlin) - Goc (Adler Mannheim)
Angriff: Wolf (Iserlohn Roosters), Hospelt (Grizzly Adams Wolfsburg), Rankel (Eisbären Berlin) - Müller (Toronto Marlies), Greilinger (ERC Ingolstadt), Ullmann (Kölner Haie) - Tripp (Kölner Haie), Schütz (ERC Ingolstadt), Gogulla (Kölner Haie) - Kreutzer (DEG Metro Stars), Mauer (Adler Mannheim), Barta (Hamburg Freezers), Reimer (DEG Metro Stars)
Schiedsrichter: Ronn/Sindler (Finnland/Tschechien)
Zuschauer: 8986
Tore: 1:0 Thörnberg (00:27), 1:1 Barta (02:01), 2:1 Berglund (15:46), 3:1 Persson (24:13), 4:1 Eriksson (28:10), 4:2 Wolf (38:44), 5:2 Thörnberg (48:54)
Strafminuten: 8 / 14

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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