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Eishockey Mit vierzig haben die Haie wieder Biss

Der Kölner Eishockeyverein feiert Geburtstag und geht mit neuem Elan in die DEL-Saison, die am Freitag beginnt. Die Haie versprechen sich vor allem von einem Trio eine neue Klasse.

© picture alliance / dpa Neuer alter Glanz: Die Kölner Haie starten mit Optimismus in die DEL-Saison

Uwe Krupp hat noch nicht genug. In dieser Woche stieß auch noch Nathan Robinson zu den Kölner Haien. Damit erhöhte sich die Zahl der Neuverpflichtungen während der Saisonvorbereitung auf sieben. Von den vielen Transfers erhofft sich der Chefcoach des achtmaligen deutschen Meisters einen spürbaren Qualitätsunterschied, um mit seiner Mannschaft einen weiteren Schritt nach vorn machen zu können.

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Für die Haie wird die kommende Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) eine besondere. Mitte November feiern sie mit einer Gala und zahlreichen aktuellen und ehemaligen Stars in der vermutlich ausverkauften Köln-Arena ihre Gründung vor vierzig Jahren. Als sie das letzte Mal ein Fest in vergleichbarem Rahmen veranstalteten, 2002, gewannen sie danach prompt den Titel. Auch diese Erinnerung weckt Sehnsüchte.

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Krupp hält sich mit - öffentlich formulierten - Ansprüchen an sein Team noch zurück. Was Geschäftsführer Thomas Eichin versteht: „An zu hohen Erwartungen kann man auch scheitern. Deswegen ist es klug, wenn ein Trainer den Druck nimmt.“ In der vergangenen Runde stabilisierte sich unter der Regie des ehemaligen Bundestrainers die Lage bei dem Traditionsklub spürbar. Das Aus im Viertelfinale der Play-offs war jedoch kein Ergebnis, das den ehrgeizigen Krupp restlos zufriedengestellt hätte.

Beim fortwährenden Umbau seines Kaders konnte sich der ehemalige NHL-Profi diesmal auf die Besetzung der Ausländerstellen konzentrieren. Die deutschen Spieler hatten die Ansprüche erfüllt und standen nicht zur Debatte. Eichin, der die Verhandlungen mit den Wunschkandidaten führte, spricht von einem „neuen Respekt“, der ihm in Vertragsgesprächen mit Akteuren, Managern oder Beratern entgegengebracht worden sei. „Früher war es manchmal Mitleid.“

Resultate der Vorbereitung waren vielversprechend

Mittlerweile werden ihm wieder Profis vom Kaliber eines Nathan Robinson angeboten, der als einstiger Meisterspieler in Mannheim und Berlin aus eigenem Selbstverständnis nur für Arbeitgeber der gehobenen Kategorie in Frage kommt. Zur Konsolidierung der Kölner beigetragen hat der Einstieg von drei Investoren aus der Computerbranche, die zwar einiges an Geld mitgebracht haben, daraus aber nicht wie andernorts oft üblich den Anspruch ableiten, im Liga-Alltag ein Wort mitzureden.

In der Vorbereitung waren die Resultate vielversprechend. Besonders das Mitwirken der schwedischen Verteidiger Andreas Holmqvist und Daniel Tjärnqvist (beide Djurgarden Stockholm) sowie Stürmer Andreas Falk (Jönköping) scheint sich positiv auf die Auftritte der Haie auszuwirken.

Der Vater des Aufschwungs: der Kölner Trainer Uwe Krupp © dpa Vergrößern Der Vater des Aufschwungs: der Kölner Trainer Uwe Krupp

Dass die drei Modellathleten überhaupt den Weg nach Deutschland fanden, sei, so Eichin, dem „Renommee Uwe Krupps“ und den „Connections von Niklas Sundblad“ zu verdanken; der Skandinavier ist Assistenztrainer der Haie und legte während des Sommers die Fährte für seine Landsleute aus, die schließlich auch mit der Vision, dass die Kölner wieder um die Spitze mitspielen möchten, gelockt wurden.

Falk verpasste in sechs Jahren nur eine Handvoll Pflichtpartien in der heimatlichen Eliteserie; Tjärnqvist gewann mit der Tre-Kronors-Auswahl Gold bei Olympia 2006. Sie stehen, anders als so mancher abgehalfterte Eishockey-Gastarbeiter, der früher im fortgeschrittenen Alter die DEL für sich entdeckte, noch in der Blüte ihrer Schaffenskraft.

„Wir wollten mehr Wettbewerb, den haben wir“

Die Haie versprechen sich von dem Trio eine neue Klasse, die auch die vielen einheimischen Gesichter beflügelt. Philip Gogulla, Felix Schütz oder Moritz Müller sind gestandene Erstliga-Profis. Doch ihre persönliche Erfolgsbilanz fällt vergleichsweise bescheiden aus.

Während ihre Altersgenossen aus der Nationalmannschaft, die sich den Eisbären oder Adlern angeschlossen haben, auf Titel und Triumphe zurückblicken können, bekamen sie für ihre Entwicklung Komplimente zu hören - aber keine Pokale zu fassen. Das soll sich ändern. „Wir wollten mehr Wettbewerb, den haben wir. Niemand kann sich ausruhen, das sollte sich leistungssteigernd auswirken“, sagt Eichin.

Unterkünften mit Jugendherbergsatmosphäre

Es ist noch nicht lange her, da wusste Eichin Mitte der Monats selten, wie er Anfang des nächsten den Lohn für seine Mitarbeiter anweisen sollte. Das Team schlief in Trainingslagern in Unterkünften mit Jugendherbergsatmosphäre, die mancher Fußballprofi wohl als unzumutbar empfunden hätte.

Zweimal wurden die Haie erst kurz vor Ultimo vor der Insolvenz gerettet. Solche Erfahrungen prägen. Auch heute wird jede Ausgabe doppelt durchdacht, „weil wir uns alle in der Not zur völligen Bescheidenheit erzogen haben“, wie Eichin sagt. Auf dem Eis soll davon im Jubiläums-Jahr nur noch wenig zu spüren sein.

Quelle: F.A.S.

 
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