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Eishockey Ins Finale ohne Fans?

 ·  Die Hannover Scorpions stehen vor dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Sie können sich fürs Finale um die deutsche Meisterschaft qualifizieren. Die Eishockeyfreunde gehen dennoch lieber zum Lokalrivalen in Liga zwei.

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Falls die Eishockeyfans in Hannover über ein Geschenk für den scheidenden Erfolgstrainer nachdenken sollten, gebe es etwas Naheliegendes – einfach mal zum Eishockey gehen. Es würde Hans Zach sicher freuen, wenn die Spielstätte der Hannover Scorpions in den letzten Spielen seiner Zeit als Trainer endlich einmal besser gefüllt wäre. Verdient hätten es die niedersächsischen Eishockeyprofis und ihr Trainer allemal: Nach dem überzeugenden 4:1 beim ERC Ingolstadt am Sonntag fehlt den Scorpions nur noch ein Sieg bis zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte, dem Einzug ins Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

An diesem Dienstag (19.30 Uhr) steht das dritte Spiel der im Modus „Best of Five“ ausgetragenen Halbfinalserie gegen die Oberbayern an. Für eine ausverkaufte Halle dürfte die mögliche Qualifikation für die Endspielserie aber nicht sorgen – erstens ist die abgelegene Arena auf dem Gelände der Expo unbeliebt, zweitens gelten die zweitklassigen Hannover Indians als „das“ Eishockeyteam der Stadt (siehe auch: Eishockey in Hannover: Kulturkampf auf Kufen)

Der 61 Jahre alte Zach hat sich in seinen vier Jahren an der Leine längst daran gewöhnt. Er wird die Reihenfolge in der Beliebtheitstabelle auch nicht mehr umkehren können. Aber ein paar Zuschauer mehr als die etwa 4000 im ersten und fünften Spiel des Viertelfinals gegen Nürnberg dürften es in der Halle mit maximal 14.000 Plätzen doch wohl sein. Nach dem Sieg in Ingolstadt warb Zach schon mal ein bisschen für den Dienstag: „Wir brauchen noch den dritten Sieg. Dass dieser der schwerste ist, das sollten wir gegen Nürnberg gelernt haben.“ Gegen die Franken führte Zachs Team auch mit 2:0-Spielen, ehe es dann doch über die volle Strecke ging und das Halbfinale erst durch ein 4:3 im fünften Spiel erreichte. Dieses Mal soll schon nach der dritten Partie der Deckel drauf. „Das war uns eine Lehre. Wir werden anders auftreten“, sagt Zach.

Überraschender Halbfinaleinzug

Der Trainerfuchs aus Tölz mag mit den Jahren zwar etwas ruhiger geworden sein, doch wenn ihm etwas missfällt, sagt er es auch geradeheraus. Am Sonntag kritisierte er den Gegner, der in einigen Situationen gezielt versucht habe, seine Spieler zu verletzen: „So ein Eishockey mag ich nicht und würde es bei meiner Mannschaft auch nicht dulden.“ Der Ingolstädter Trainer Greg Thomson hatte das natürlich anders gesehen, muss am Dienstag aber nach einer Disziplinarstrafe auf Stürmer Thomas Greilinger verzichten.

Dass die Scorpions nach ihrem Sturz ans Tabellenende im November 2009 (siehe: Hans Zach: Das Ende der Glückssträhne) überhaupt so weit gekommen sind, haben sie mannschaftlicher Geschlossenheit und einem Mann zu verdanken, der erst während der Saison durch eine von Zach angeleierte Sponsorenspende nach Hannover kam – Torwart Travis Scott. Am Sonntag hielt der 34 Jahre alte Kanadier vor allem in Unterzahl wieder einmal famos. „Wir haben den überragenden Torwart der Play-offs“, sagte Verteidiger Andy Reiss. „Das gibt uns Sicherheit und Selbstvertrauen.“

Nach dem Halbfinaleinzug in der vergangenen Saison hatten die Scorpions finanzielle Schwierigkeiten, sie mussten Kosten sparen, kürzten die Gehälter, einige der besten Spieler verließen deswegen den Klub. Nun deutet sich in Zachs letzter Saison im Norden ein glückliches Ende an, und sogar die erste Meisterschaft scheint möglich, wo doch der Überfavorit aus Berlin ausgeschieden ist. Das von vielen erhoffte niedersächsische Finale inklusive pikanter Personenkonstellation zwischen Hannover und Wolfsburg - der Wolfsburger Trainer Toni Krinner wird neuer Coach der Scorpions in der nächsten Spielzeit - ist nach der zweiten Niederlage des EHC am Sonntag in Augsburg allerdings in weite Ferne gerückt.

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