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Moritz Wagner und die NBA : „Alle Träume klingen verrückt – bis sie wahr werden“

Moritz Wagner will sich seinen Traum von der NBA erfüllen. Bild: dpa

Der junge Deutsche Moritz Wagner machte im College-Basketball auf sich aufmerksam. Nun möchte er in die NBA. Vorher verfasst er eine besondere Liebeserklärung – mit einem anderen Spieler in der Hauptrolle.

          Kobe Bryant beendete seine Profi-Karriere als Basketballspieler mit einer Liebeserklärung. Moritz Wagner scheint sie damit zu beginnen. Der junge Berliner begleitete seinen Abschied vom College mit einem langen Brief, in dem er den Spruch von einem Poster zitiert, das Dirk Nowitzki zeigt und das er sich als Vierzehnjähriger in Berlin an die Wand seines Zimmers hängte. „Alle Träume klingen verrückt“, steht darauf. „Bis sie wahr werden.“ Das war 2011, das Jahr, in dem Nowitzki mit den Dallas Mavericks Champion in der NBA wurde. Und es erinnerte den Schuljungen Moritz jeden Tag an das, was auch er wollte.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Dies ist der Typ aus deinem Land, und er bringt es zum NBA-All Star, er wird wertvollster Spieler, und er führt sein Team zur Meisterschaft“, schreibt der College-Star Moe, zu dem Moritz Wagner in Amerika geworden ist. „Das ist verrückt, weil er vor gar nicht so langer Zeit, genau wie ich, auch ein Teenager in Deutschland war. Aber jetzt macht er lauter so aufregende Sachen auf dem Basketballfeld. Das war inspirierend.“ Wie Wagner schrieb Kobe Bryant seine Liebeserklärung „Dear Basketball“ auf der Website The Players’ Tribune. Als er im November 2015 seinen Rücktritt bekanntgab, erinnerte er sich voller Rührung an Inspiration durch Spieler wie Magic Johnson und schrieb an seinen Sport: „Du gabst einem Sechsjährigen seine Liebe zu den Lakers.“

          Der 20 Jahre alte Wagner hofft, indem er nicht ein viertes Jahr für die Wolverines in der Hochschulliga spielt, sondern sich beim Draft den Klubs der NBA zur Wahl stellt, im letzten Jahr von dessen Karriere gegen den Mann spielen zu dürfen, dessen Poster er aus seinem Jugendzimmer mit ans College brachte. „Dirk ist mein Idol und Held und einer der bedeutendsten Gründe dafür, dass ich mich zum Draft melde“, schreibt er. „Ihr alle wisst, dass ich ein ehrlicher Typ bin, und ich sage, was ich denke, also sage ich es einfach, und hoffentlich passiert’s: Mit Dirk Nowitzki auf demselben NBA-Feld stehen. Ich muss lächeln, wenn ich dran denke. Mann, das würde das Beste überhaupt sein.“

          Wagner hatte bereits im vergangenen Jahr am Draft teilnehmen wollen, dann aber abgesagt und weiter für die Hochschule von Michigan gespielt. Sein Team erreichte das Finale der Meisterschaft, der 2,11 Meter lange und sehr temperamentvolle Wagner machte sich amerikaweit bekannt. Nach dem Endspiel wurde er als wertvollster Spieler (MVP) des Endturniers ausgezeichnet, seine Chancen auf eine Verpflichtung in der NBA stehen gut. Auf der Fan-Seite seiner College-Mannschaft, gbmwolverine.com, ist allerdings ein Kommentar zu finden, der ihm vorwirft, mit der Verpflichtung eines Managers einen groben Fehler gemacht zu haben. Sollte er feststellen, dass seine Chancen, in der ersten Runde verpflichtet zu werden, gering sind, heißt es darin, könne er nun nicht mehr zurück. Doch Zweifel am Schritt ins Profigeschäft hat auch der Kommentator nicht.

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