29.05.2008 · Der Straßen-Radweltmeister von 2003, Igor Astarloa, ist vom Milram-Team suspendiert worden. Damit reagiert die Mannschaft, bei der auch Erik Zabel aktiv ist, auf den zweiten Dopingverdachtsfall bei ihren Fahrern innerhalb eines Monats.
Das Thema Doping holt das Bremer Milram-Team innerhalb eines Monats zum zweiten Mal ein. Nach dem Italiener Alessandro Petacchi ist der frühere Weltmeister Igor Astarloa der zweite prominente Milram-Radprofi, dessen Vertrag wegen eines Dopingverdachts vorzeitig beendet wurde.
„Er hat einen Brief erhalten, er fährt nicht mehr bei uns. Damit ist er aber nicht einverstanden und deshalb liegt der Fall bei den Anwälten“, erklärte dazu am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur Milram-Manager Gerry van Gerwen. Damit bestätigte der Niederländer Informationen von „Focus Online“ über fundierte Verdachtsmomente gegen den 32 Jahre alten Spanier.
Manager van Gerwen: „Kein positiver Doping-Fall“
Astarloa, Weltmeister von 2003 in Hamilton und danach sportlich nie mehr sehr auffällig, soll beim Giro d'Italia vor der zweiten Etappe nicht wie vom Team gemeldet „wegen Magen-Problemen, sondern wegen auffälliger Blutwerte ausgestiegen“ sein, berichtete die Internetseite des Nachrichtenmagazins.
„Das Team Milram, die deutsch- italienische Combo mit dem geständigen Epo-Nutzer Erik Zabel an der Spitze, hat einen Verdachtsfall“, schrieb „Focus Online“. Es liege „aber kein positiver Doping-Fall vor“, erklärte van Gerwen.
Milram lässt sich mit brisanten Entscheidungen Zeit
Astarloas Fall steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit den Tests des Radsport-Weltverbandes UCI für die neu eingeführten Blutpässe. Bei der neuen Anti-Doping-Prophylaxe werden Blut-Parameter und der Hormon-Status der Profis angelegt und nach Tests immer wieder verglichen. Mit Stand vom Donnerstag wird Astarloa offiziell bei der UCI nicht mehr als Mitglied des Milram-Teams geführt.
Die Führungs-Etage des Sprinter-Teams um Erik Zabel lässt sich mit brisanten Entscheidungen im Zusammenhang mit Doping oft lange Zeit. Sprintstar Petacchi erhielt den Laufpass „in beiderseitigem Einvernehmen“ zehn Tage nachdem der Internationale Sportgerichtshof CAS die Einjahressperre gegen ihn ausgesprochen hatte. Der Fall Astarloa ist seit dem 10. Mai im Schwange - offiziell reagierte der von einem norddeutschen Milchkonzern gesponserte Rennstall erst auf Anfrage.
Astarloas genauer Befund noch nicht bekannt
„Wir konnten keine Pressemitteilung herausgeben, um in dem schwebenden Verfahren nichts zu präjudizieren“, sagte van Gerwen. Petacchi, der sich nach Ablauf seiner Sperre am 31. August einem neuen Team anschließen will, war ein zu hoher Wert des Anti-Asthma-Mittels Salbutamol zum Verhängnis geworden. Er besaß zwar eine Ausnahmegenehmigung, überschritt aber die Höchstwerte, so dass ein Manipulationsverdacht nahe lag.
Astarloas genauer Befund ist noch nicht bekannt. „Jeder Verstoß gegen die Team-Richtlinien wird geahndet. Aufgrund dieser klaren Richtlinien, in der unter anderem die Konsequenzen bei Missachtungen der UCI-Regularien definiert sind, entschloss sich das Team, den Vertrag mit Alessandro Petacchi aufzulösen“, hieß es am 16. Mai in einer Milram-Stellungnahme zur Petacchi-Entlassung.